22.12.2014

Risikomanagement in Supply Chains

Das Management von Wertschöpfungsnetzwerken (Supply Chains) ist in vielen Branchen heute eine nicht mehr wegzudenkende Tätigkeit für die Logistik. In jüngster Zeit wird jedoch immer häufiger von Störungen in Supply Chains berichtet. Prominente Beispiele für Störungen waren die Folgen des Tsunamis in Fukushima oder des Vulkanausbruchs in Island.

Kette mit Bueroklammer

Anfälligkeit von Supply Chains für Schadensereignisse

Insbesondere drei mögliche Ursachen werden häufig für die zunehmende Verletzbarkeit von Supply Chains in verschiedenen Studien genannt:

  • Durch die zunehmenden globalen Handelsbeziehungen entstehen Risiken, die bei einer lokalen Beschaffung nicht existieren.
  • Lean Management: So angenehm auch unter dem Aspekt der Vermeidung von Verschwendung der Abbau von Lagerstufen sein mag, so ungünstig sind fehlende Materialien im Falle einer Störung in der Supply Chain.
  • Kürzer werdende Produktlebenszyklen: Dadurch steigt die Anzahl von Produktneuanläufen, die erfahrungsgemäß mit einer hohe Unsicherheit und hohen Fehlermöglichkeiten und Abstimmungsproblemen verbunden sind.

Strategien zur Risikobegrenzung

Wesentliche mögliche Strategien zur Risikobegrenzung sind: Vermeiden, Verringern bzw. Begrenzen, Überwälzen oder Auffangen. Risikovermeidung bedeutet, dass man sich bewusst dafür entscheidet, Aktivitäten zu vermeiden oder seltener (Verringerung) durchzuführen, bei denen spezifische Risiken auftreten können. Bei einer Risikoüberwälzung verschwindet das Risiko nicht, sondern das Risiko wird durch einen Dritten getragen.

Eine gute konzeptionelle Basis für den Aufbau eines Supply Chain Risikomanagement muss mit Leben gefüllt und ständig überwacht werden. Unternehmen können an verschiedenen Punkten im Risikomanagementprozess ansetzen, um auf die Risiken in ihren Supply Chains und deren gestiegene Verletzbarkeit zu reagieren. Jedoch reichen punktuell aufgesetzte Maßnahmen in der Regel nicht aus.  Nur im Zusammenspiel mehrerer Aspekte kann ein gutes Risikomanagementsystem seine volle Wirkung entfalten.

Auch internationale Organisationen haben die Bedeutung von Schäden in Supply Chains für den internationalen Handel erkannt und arbeiten daran, Lösungen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von staatlichen Organisationen und Unternehmen zu erarbeiten. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das auf die Schäden in Supply Chains haben wird und wann diese Effekte sichtbar sein werden.

 

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Autor: Thomas Liebetruth (Thomas Liebetruth ist Professor an der TH Regensburg und unser Experte für den Bereich Logistik.)