02.05.2017

Plattform für den Einkauf von Glasfaseranschluss startet

Unternehmen brauchen Glasfaseranschluss. Doch den Breitbandanschluss für einen Betrieb allein zu betreiben, wäre unwirtschaftlich. Ein ganzes Gebiet muss für das Glasfaser-Netz erschlossen werden. Im Juli startet eine Handelsplattform für Glasfaseranschlüsse. Der Glasfaserausbau soll so forciert werden.

Plattform für den Einkauf von Glasfaseranschluss

Angebot und Nachfrage für ultraschnellen Glasfaseranschluss

Betrieben wird die Plattform vom Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (Breko). Die Internetplattform bringt Anbieter von Glasfasernetzen sowie Nachfrager von kleinen, lokalen City-Carriern bis hin zu bundesweit operierenden Großkonzernen zusammen.

Auf diese Weise hofft man, das Vermarktungspotenzial für ultraschnelle Glasfaseranschlüsse erheblich zu steigern. Nur mit möglichst hoher Netzauslastung lassen sich Glasfasernetze wirtschaftlich betreiben.

Die Handelsplattform des Breko steht allen Marktteilnehmern unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft gleichermaßen offen, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes an die Presse dazu.

Vorverträge mit Technik-Dienstleistern geschlossen

Die Handelsplattform wird von der verbandseigenen Breko- Einkaufsgemeinschaft (Breko EG) betrieben. Die technische Realisierung erfolgt über die Dienstleister 1&1 Versatel und Vitroconnect. Mit beiden Unternehmen schloss der Verband auf der Breko-Glasfasermesse 2017 in Frankfurt/Main entsprechende Vorverträge.

Die Einkaufsgemeinschaft veranstaltete auf der Messe ein eigenes Seminar zur Vorstellung der Handelsplattform. Mit dieser schafft der Glasfaserverband ein funktionierendes Open-Access-System. Darüber sollen alle Anbieter diskriminierungsfrei Vorleistungen einkaufen können. Zudem soll so der Glasfaserausbau im Wettbewerb weiter forciert werden.

Staatssekretärin Bär begrüßt Plattform

Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, begrüßte bei der Eröffnung der Glasfasermesse die Initiative. Sie unterstütze solche anbieterübergreifenden Kooperationen.

„Das Plattformmodell führt Angebot und Nachfrage beim Glasfaserausbau zusammen“, so Bär. Es leiste einen wichtigen Beitrag, um den Netzausbau voranzutreiben und „Deutschland fit zu machen für die Gigabit-Gesellschaft“.

Der Ausbau von Gigabit-Netzen ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland dringend erforderlich. Er wird in hohem Maße von City- und Regionalcarriern sowie Stadtwerken vorangetrieben.

Plattform für Glasfaseranschluss auf Basis üblicher Standards

Die Handelsplattform nutzt die in der TK-Branche üblichen Standards und Schnittstellen WITA und S/PRI. Dadurch werden die Transaktionskosten verringert. So können auch Großkonzerne die Plattform im Zusammenspiel mit ihren eigenen Systemen nutzen. Lokale und regionale Netzbetreiber können ihre Netze über die Plattform nun auch großen, überregionalen Nachfragern anbieten.

Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers: „So werden kleine Netze groß.“ Die Handelsplattform gilt schon jetzt als „weiterer Katalysator für den bundesweiten, flächendeckenden Glasfaserausbau“, so Karsten Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Einkaufsgemeinschaft.

Damit ermögliche man eine optimale Auslastung bereits bestehender sowie zukünftiger Glasfasernetze. So stünden mehr Finanzmittel für den weiteren Glasfaserausbau im Wettbewerb zur Verfügung.

Gesprächsangebot an Telekom

Auch für bundesweit operierende Internetanbieter könnte die Plattform attraktiv sein. Bislang müssen nationale Nachfrager mit den zahlreichen lokalen und regionalen Anbietern individuelle und aufwendige Lösungen erarbeiten, um ein bundesweites Endkunden-Angebot bereitstellen zu können.

Dagegen ermögliche die Plattform über standardisierte Prozesse und Schnittstellen den Zugang zu Glasfasernetzen in ganz Deutschland. Im Breko haben sich bundesweit mehr als 160 Netzbetreiber zusammengeschlossen.

Schließlich steht die Handelsplattform auch der Deutschen Telekom offen. Fachleute gehen davon aus, dass sie für den Bonner Konzern von Interesse sein könnte. Man werde aktiv auf die Telekom zugehen, kündigte Jürgen Magull, der Geschäftsführer der Einkaufsgemeinschaft, bereits an.

Hier geht es zur Homepage des Breko e.V.: brekoverband.de.

Autor: Franz Höllriegel