10.01.2018

Paketdienstleister profitieren von florierendem Online-Handel

Der Online-Handel boomt – und mit ihm das Geschäft für die Paketdienstleister. Das wiederum führt zu höheren Mitarbeiterzahlen. Immer mehr Menschen finden hier Brot und Arbeit. Ein Grund laut BAG: die guten Einsatzmöglichkeiten für un- und angelerntes Personal.

Untersuchung des Bundesamts für Güterverkehr

Die Beschäftigtenzahl in der Lagerwirtschaft und im KEP-Bereich steigen. Sie entwickelte sich in beiden Berufsgruppen positiv. Das ergibt sich aus einer Untersuchung des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Insbesondere im Bereich der Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) wurden demnach spürbare Zuwächse registriert. Das Amt sieht eine Ursache für die Entwicklung in einem boomenden Online-Handel.

Es führte die Untersuchung als eine Maßnahme des Aktionsplans Güterverkehr und Logistik der Bundesregierung durch. In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sollte man damit die aktuelle Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation sowie die Arbeitsbedingungen in den Berufen der Lagerwirtschaft und den Berufen für Post- und Zustelldienste evaluieren.

Hier informiert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur über den Aktionsplan Güterverkehr und Logistik.

Anteil ausländischer Beschäftigter

Zudem zeigt die Untersuchung einen merklich wachsenden Anteil ausländischer Beschäftigter seit 2015. Hierbei handelte es sich mehrheitlich um Personen aus EU-Mitgliedstaaten, insbesondere aus Ostmitteleuropa und Osteuropa. Einige Flüchtlinge hätten insbesondere in der Lagerwirtschaft die Möglichkeit gefunden, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Die Digitalisierung verändere die Arbeitsbedingungen und die Anforderungsprofile der Beschäftigten. Die Einsatzmöglichkeiten für un- und angelerntes Personal hätten sich wegen der weiteren Standardisierung von Prozessen erhöht. Dies spiegele sich im steigenden Beschäftigungsanteil auf dem Anforderungsniveau „Helfer“ wider. Der Anteil der Fachkräfte gehe zurück, allerdings gestalte sich die Suche nach qualifiziertem Personal zunehmend schwieriger.

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Arbeitsbedingungen bei Fachlageristen und in Lagerlogistik

Wie die Untersuchung weiter ergab, sind die Auszubildenden zum Fachlageristen oder zur Fachkraft für Lagerlogistik mit ihren Arbeitsbedingungen überwiegend zufrieden. Allerdings ist der Beruf demnach lediglich für rund ein Viertel der Befragten ein Wunschberuf. Die Ausbildungszahlen entwickelten sich überwiegend positiv.

Der vollständige Turnusbericht enthält des Weiteren u.a. Analysen zur gesundheitlichen Verfassung sowie zur Entwicklung der Krankenstände der Beschäftigten. Er steht kostenlos auf der Homepage des Bundesamtes für Güterverkehr zum Herunterladen bereit.

Hier geht es zum Bericht: www.bag.bund.de.

Online-Handel führt zu wachsender Transportnachfrage

Wie vom Unternehmertag 2017 des Deutschen Speditions- und Logistikverband e. V. im November mitgeteilt wurde, ist die wachsende Transportnachfrage mit den vorhandenen Kapazitäten des Verkehrssektors nur noch unter größten Anstrengungen zu bewältigen.

Das konjunkturbedingt rasant wachsende Sendungsvolumen und der kontinuierliche Anstieg von Ladungsmengen treffen demnach auf ein eher stagnierendes Arbeitskräfteangebot.

„Der Spedition, aber auch ihren Kunden fehlen derzeit Fachkräfte auf vielen Qualifizierungsebenen. Spürbare Auswirkungen auf Lieferprozesse hat im Landverkehr vor allem der Fahrermangel“, erklärt DSLV-Präsident Mathias Krage derzeit ungewohnte Verzögerungen in der Logistik.

Beschaffungs- und Absatzstrukturen

Veränderte Beschaffungs- und Absatzstrukturen insbesondere beim Online-Handel sowie das explodierende B2C-Geschäft entzogen dem Markt im Weihnachtsgeschäft zusätzlich enorme deutsche und ausländische Laderaumkapazitäten.

Der wirtschaftliche Boom werde zu einem Testfall für die Versorgungssicherheit, befürchtet Krage. Verwerfungen gebe es auch in anderen Logistikteilmärkten.

Hier gleich mehr erfahren zum Thema Logistikvertrag: So funktioniert der Logistikvertrag in der Beschaffung.

Frachtmengen stark angestiegen

Zu massiven Problemen beim Ground-Handling sowie zu nicht mehr hinnehmbaren Wartezeiten anliefernder oder abholender Lkw komme es beim Export und Import von Luftfracht am Flughafen Frankfurt.

Grund hierfür seien der Qualitätsverfall in der Rampensteuerung und fehlendes Personal bei den Cargo Handling Agenten der Frachtfluggesellschaften. Verschärft werde die Situation auch hier durch die in den letzten Monaten stark angestiegenen Frachtmengen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)