11.10.2019

OEM-Ersatzteileinkauf: Für freie Kfz-Händler erst ab 2020

Zulieferer und freie Händler lagen im Streit mit dem koreanischen Autobauer Kia. Sie wollten direkten Zugriff auf dessen Datensätze, um Originalersatzteile billiger anbieten zu können. Doch das bekommen sie erst 2020.

OEM-Ersatzteileinkauf wird vorerst für Händler nicht billiger.

Ersatzteilpreise für Autos vorerst unverändert

Es geht um den OEM-Ersatzteileinkauf. Hier steht jetzt fest, dass die Preise für Original-Ersatzteile (Original Equipment Manufacturer – OEM) für Autos nicht günstiger werden. Grund: Die Autohersteller müssen anderen Unternehmen keinen elektronischen Zugang zu Ersatzteilverzeichnissen gewähren. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 19.09.2019 laut „Tagesschau“.

Zulieferfirmen und freie Händler auf dem Ersatzteilmarkt hatten gegen die deutsche Tochter des koreanischen Autobauers Kia geklagt. Kia sollte seine Datensätze der Teile zur Verfügung stellen. Nur mit diesen Daten könnten Zulieferfirmen und Händler ihren Kunden die passenden Teile liefern und so am Wettbewerb überhaupt teilnehmen.

OEM-Ersatzteileinkauf: Europäisches Recht wartet auf neue Verordnung 2020

Der Bundesgerichtshof hatte den EuGH um eine Entscheidung in dieser Sache angerufen. Die Luxemburger Richter sahen bislang im europäischen Recht keine Pflicht der Autohersteller, diese Informationen elektronisch herauszugeben. Die Pflicht dazu werde es erst ab September 2020 mit einer neuen Verordnung geben.

Erst im Jahr 2020 kämen freie Werkstätten an alle Daten zur Bestellung günstigerer Ersatzteile. Ab September 2020 könnten die Reparaturen dann für die Kunden preiswerter werden, so die „Tagesschau“.

Weitere Internet-Beiträge zum EuGH-Urteil

Ersatzteileinkauf wieder auf Drivelog

Nach Übernahme der ehemaligen Boschmarke Drivelog durch die Esslinger Added Value Unlimited GmbH ist das exklusive Werkstatt-Portal unter drivelog.de jetzt wieder online. Kfz-Betriebe sollen hier zunächst einen umfangreichen Marktplatz zur schnellen Beschaffung von Fahrzeugteilen in Erstausrüsterqualität finden – „zu Bestpreisen“, wie es in einer Pressemitteilung von Added Value heißt.

Das neue Drivelog setze auf Preistransparenz und durchgängige Verfügbarkeit. Werkstätten erhielten in Erstausrüstungsqualität benötigte Kfz-Ersatzteile und Zubehör termingerecht zu tagesaktuellen Konditionen.
Bei Bestellung stehen dafür vier Lieferfenster bereit:

  • am selben Tag
  • am darauffolgenden
  • in ein bis zwei oder
  • zwei bis vier Werktagen

Die längere Lieferzeit flankieren Sondernachlass oder Sofortlieferung mit versandzeitorientierten Tarifen. Alle üblichen Ersatzteile seien über alle Zeitfenster hinweg jederzeit verfügbar. Um eine einfache Abwicklung zu gewähren, setzt Drivelog bei der Zahlungsabwicklung auf Sammelrechnung und Lastschriftverfahren.

Teilebeschaffung, Teileidentifikation, Werkstattsoftware

Mittelfristig will sich Drivelog zur zentralen Werkstätten-Plattform rund um Teilebeschaffung, Teileidentifikation und Werkstattsoftware entwickeln. Zeitnah will das Unternehmen weitere Module für Workflow und Marketing freischalten, jeweils zugeschnitten auf den Werkstattbedarf.

So könnten Werkstätten bereits ab November 2019 ebenso schnell wie einfach eine eigene Webseite zu ihrem Leistungsprofil erstellen, um den Bekanntheitsgrad in ihrer Region weiter auszubauen.

Kostenvorteil zu anderen B2B-Marktplätzen

Zum Start ist die Nutzung von Drivelog für alle Werkstätten kostenlos. Daraus errechnet der Anbieter einen Kostenvorteil zu anderen B2B-Marktplätzen. Verfügten Werkstätten über ein Profil auf autohupe.com, der Ersatzteile-Plattform für Kfz-Besitzer, könnten sie dieses kostenfrei zu Drivelog als neuen Exklusiv-Marktplatz für Kfz-Betriebe übertragen.

Mario Jahn, Geschäftsführer von Added Value Unlimited: „Mit vier Klicks zum gewünschten Ersatzteil für alle gängigen Fahrzeugmarken.“

Entsprechend sei die Benutzer-Oberfläche selbsterklärend nutzbar. Die mobile Anwendung für Tablets oder Smartphones ermögliche die Ersatzteil-Beschaffung direkt an der Hebebühne oder im Kundengespräch.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)