08.01.2018

Neue Station für Leercontainer im Hafen Rotterdam

Der Container ist eine Erfolgsstory der Globalisierung – wenn er beladen ist. Doch was, wenn er leer ist? Leerfahrten sind für die Schifffahrt ein wachsendes Kostenproblem. Der Hafen Rotterdam geht das jetzt mit einer Station für Leercontainer an – mit Service auch für Kühlcontainer.

Leercontainer

Geplant für zweites Quartal 2018: Station für Leercontainer (Empty Transferium)

Hutchinson Ports ECT Rotterdam (ECT), United Waalhaven Terminals (UWT) und Smith Holland wollen am ECT Euromax Terminal auf der Maasvlakte in Rotterdam eine Station für Leercontainer, ein „Empty Transferium“, einrichten.

Das berichtet das Schifffahrtsmagazin „Hansa“. Die Eröffnung ist im zweiten Quartal 2018 vorgesehen.

Für Reefers und andere Container

Das Empty Transferium ist laut der Rotterdamer Hafenbehörde „Port of Rotterdam“ sowohl für Kühlcontainer (Reefers) als auch für herkömmliche Container vorgesehen. Das Dienstleistungsangebot umfasst demnach:

  • Transport vom und zum Transferium
  • Inspektion
  • Reinigung der Container
  • kleine Reparaturen an Containern und Kühlanlagen der Kühlcontainer
  • Test der Funktionsfähigkeit eines Kühlcontainers vor Beginn des Transportes (Pre-trip inspection, PTI)

Diese Dienstleistungen werden am Tiefseeterminal angeboten. So können die Container wieder möglichst schnell eingesetzt werden.

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Reefer-Daten auch bei Xeneta abrufbar

Daten zu Reefer-Containern finden sich jetzt auch auf der Benchmark- und Market-Intelligence-Plattform für Echtzeit- und On-Demand-Seefrachtraten Xeneta. Über 20 Prozent der bestehenden Kunden von Xeneta transportieren auch Waren in Kühlcontainern. Somit enthält die Plattform mehr als 30.000 Vertragsdaten von Kühlcontainer-Transporten für die wichtigsten Handelswege.

Insbesondere Kunden, die verderbliche Güter und Pharmazeutika verschicken, suchen nach der gleichen Art von Echtzeit-Marktinformationen, die Xeneta für Trockencontainer bereitstellt. Sie können zwischen Trockencontainer- und Kühlcontainerraten wechseln.

Hier geht es zur Website der Xeneta, die ihren Hauptsitz in Oslo hat.

Mangel an Kapazitäten bei Kühlcontainern

Carrier wie Hapag Lloyd haben laut Xeneta verstärkt Käufe von Kühlcontainern angekündigt. Sie wollen damit den Mangel an Kapazitäten ausgleichen. Das belebe den Wettbewerb für Kühlcontainer.

Dieser Markt galt seit vielen Jahren als stabil. Jetzt könnte es zu zunehmender Volatilität kommen ähnlich der auf dem Markt für Trockencontainer.

Hier gleich mehr erfahren zum Logistikvertrag.

Containerdepots in der Logistikkette

Containerdepots stellen ein wesentliches Element der Logistikkette dar. Hier können Importeure ihre Leercontainer abliefern und Exporteure diese für ihre Transporte abholen. Dank seinen 22 Containerdepots mit insgesamt mehr als 120 Hektar Lagerkapazität und der Servicequalität dient der Rotterdamer Hafen vielen Reedereien als die europäische Sammelstelle für Leercontainer.

Zusätzlich zur Lagerung von Leercontainern bieten Containerdepots ebenfalls containerbezogene Dienstleistungen, wie Verkauf, Überprüfung, Reinigung und Reparatur von Containern. Das umfangreiche Angebot an Containerdepots, das günstige Preis-Qualitäts-Verhältnis beim Service und die hervorragenden Anschlussverbindungen machen den Rotterdamer Hafen zur Drehscheibe Nummer eins für Leercontainer in Nordwesteuropa.

Lagerung, Reinigung und Wartung

Zusätzlich zu den normalen Containerdepots gibt es im Rotterdamer Hafen Unternehmen, die sich auf Lagerung, Reinigung und Wartung von Tankcontainern spezialisiert haben.

Der Transport von Flüssigkeiten, Pulvern und Gasen hat sich den Angaben des Hafens zufolge in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt. Damit sei ebenfalls die Nachfrage nach diesen Dienstleistungen gestiegen. Solche bieten im Hafen neun auf Tankcontainer spezialisierte Unternehmen an.

Zudem investiert der Hafen in den Bau von Binnenschifffahrt-Kaimauern, die an Containerdepots grenzen. Auf diese Weise können Container bei den Containerdepots auf nachhaltige Weise abgeholt und dort wieder abgeliefert werden.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)