15.09.2021

Neue Mehrwegbox verringert CO2-Ausstoß

Einweg ist kein Weg. Das sagten sich schon vor einem Jahrzehnt die Umweltschützer und drückten die Mehrwegflasche an der Ladenkasse durch. Nun setzt sich diese Erkenntnis offenbar auch bei Versandkartons durch. Expressdienst trans-o-flex bietet für den Versand Mehrwegboxen.

Mehrwegbox

Einwegkartons weg – CO2-Ausstoß runter

Im Versand Einwegkartons ersetzen und dabei mehr als 50 Prozent klimaschädlicher Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) sparen – so das Versprechen von Expressdienst trans-o-flex an alle seine Kunden.

Seit diesem Monat bietet das Unternehmen Mehrwegboxen an, mit denen sie das Versprechen auf seine Nachhaltigkeit testen können. Der Service nennt sich „tof.ecobox“.

„In unsere heutige Lösung sind mehrere Jahre Entwicklungsarbeit sowie der Aufbau und die Weiterentwicklung spezieller Mehrwegboxenpools für einzelne Kunden eingeflossen“, sagt trans-o-flex-CEO Wolfgang P. Albeck.
Dabei habe man sechs kritische Faktoren ausgemacht, von denen der Erfolg eines solchen Systems abhängt.

Aufbau von Mehrwegboxenpools

Versuche für den Aufbau von Mehrwegboxenpools hat es auch in der Vergangenheit schon gegeben. Aber sie sind laut Albeck in den letzten 15 Jahren hauptsächlich an mangelnder Transparenz der Behälterlogistik und ineffizienter Rückführungslogistik gescheitert.

„Wir haben deshalb den Transportbehälter selbst in unsere Sendungsverfolgung integriert“, so Albeck.
So wisse man jederzeit, wo sich welcher Behälter befindet. Das sei die Voraussetzung für eine intelligente und kostengünstige Rückführung. Zudem biete es die Grundlage für eine verursachergerechte Abrechnung. Und so funktioniert das System:

  • trans-o-flex-Fahrer nehmen leere Boxen bei den Empfängern mit, sobald sie eine neue Sendung zustellen.
  • Ein Handscanner führt den Fahrer durch den Abholprozess.
  • Damit wird der Mitnahmevorgang exakt dokumentiert.
  • Zahl und Größe der mitgenommenen Boxen werden festgehalten und quittiert.

Faktoren für Erfolg oder Misserfolg eines Mehrwegboxenpools

Aus trans-o-flex-Sicht sind folgende Faktoren für Erfolg oder Misserfolg eines Mehrwegboxenpools in der Distributionslogistik zentral:

  • eine transparente Steuerung
  • intelligente Rückhollogistik
  • verursachergerechte Abrechnung
  • das Design der Boxen selbst
  • die Art des Service, die der Kunde erhält
  • die nachgewiesene Umweltfreundlichkeit, die sowohl für Kunden als auch für Empfänger immer wichtiger wird.

Das Design der Boxen hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Poolbetreiber Smart Container Loop (SCL) entwickelt. SCL gehört zur Unternehmensgruppe Schoeller aus dem Gesellschafterkreis von trans-o-flex und hat jahrzehntelange Erfahrung im Entwickeln von Mehrwegboxen und Betreiben von Boxenpools. Schoeller ist unter anderem der Erfinder und Gründer von IFCO Systems, dem den Angaben zufolge größten Mehrweg-Container-Pool der Welt und Weltmarktführer für Mehrwegboxen im Lebensmittelbereich.

Verspackungsgröße und Sicherheitsanforderungen

Für die Abdeckung der unterschiedlichen Kundenbedürfnisse hinsichtlich Verspackungsgrößen und Sicherheitsanforderungen sorgen zwei eigens entwickelte Boxentypen:

  • ein rechtwinkliger und
  • ein konischer.

Dabei sind die rechtwinkligen Boxen klappbar und die konischen Boxen können ineinander gestapelt werden. Damit lässt sich wiederum der Platzbedarf bei den Leertransporten der Boxen möglichst weit verringern.

„Versender müssen nur sagen, welche Boxentypen sie in welcher Anzahl benötigen“, erläutert Albeck das Servicekonzept.
Sie bekämen die gewünschte Menge geliefert. trans-o-flex kümmere sich gemeinsam mit Smart Container Loop um den Rest. Die Kunden müssten sich weder um die Rückführung und Reinigung kümmern noch um die bei Kartons notwendige Entsorgung.

Rucksack der CO2-Belastung

Allerdings trägt auch dieses Mehrwegboxensystem einen Rucksack der CO2-Belastung. Diesen hat SCL untersucht in seinen Bestandteilen:

  • Herstellung der Boxen
  • Transport zum Versender
  • Rückholung
  • Reinigung
  • gegebenenfalls Reparatur
  • Recycling

Die Haltbarkeit der Mehrwegboxen wurde hierfür mit 50 Umläufen berechnet, was in der Praxis nach den Erfahrungen von SCL klar überschritten wird. Als Kennzahl kommt CO2e zum Einsatz. Sie ist im Vergleich zu reinen Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) umfassender. Sie ermöglicht es, die Gesamtwirkung eines Prozesses für die Klimaerwärmung zu messen und zu vergleichen. Dabei berücksichtigt man verschiedene Stoffe, wie z. B. den Treibhauseffekt von Methan-Emissionen. Er wird so umgerechnet, dass er dem Wert der Masse an Kohlenstoffdioxid entspricht, die dieselbe Klimaerwärmung hervorruft. Die einheitliche Messzahl ist dann CO2e. Der Vergleich in der Studie „Cradle to Grave“ mit der Belastung durch Einwegkartonage hat ergeben:

  • Beim Versand von 1.000 Paketen mit Einwegkartonage wird die Umwelt allein für die Verpackung mit Emissionen von 264 Kilogramm (kg) CO2e (CO2-Äquivalente) belastet.
  • Bei der Nutzung des Mehrwegsystems von SCL entstehen bei derselben Versandmenge für die Verpackung 131 kg CO2e – also weniger als die Hälfte.
Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)