18.01.2018

Neska bezieht Brownfield im Düsseldorfer Hafen

Bei Neubauten der Logistik setzt sich die Nutzung bereits früher genutzter Flächen durch. Jetzt hat das Transportunternehmen Neska eine Logistikhalle im Logistikpark Düsseldorf angemietet. Das Brownfield-Projekt erfüllt die wesentlichen Nachhaltigkeitsstandards.

Stuffen und Strippen in Terminalnähe

Im Düsseldorfer Hafen können Container jetzt in unmittelbarer Nähe des Terminals „gestufft und gestrippt“, also bepackt oder beladen beziehungsweise ausgepackt oder entladen werden. Die Neska Schifffahrts- und Speditionskontor GmbH ließ sich zu diesem Zweck von dem Entwickler von Logistikimmobilien Panattoni im zweiten Bauabschnitt des Logistikparks im Düsseldorfer Hafen auf 10.500 m² eine Logistikhalle mit jeweils 600 m² Büro- und Mezzanine-Fläche konzipieren. Neska will laut einer Mitteilung von Panattoni die Möglichkeiten hier nutzen, um ihre Geschäftsfelder zu erweitern.

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Transportträger: übergreifende Konzepte

Neska Düsseldorf entwickelt kundenorientierte Lösungen für Stückgut- und Massengutumschlag sowie Transport- und Lageraufgaben. Dabei bezieht das Unternehmen alle Verkehrsträger, EDV-Netzwerke und modernes Equipment mit ein. An dem zentralen Standort organisiert das Unternehmen Transportketten innerhalb und außerhalb Europas – per Schiene, Straße und Wasser.

Panattoni Europe stellte den zweiten Bauabschnitt der Anlage mit 32.000 m² Logistikfläche entsprechend dem Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) im Frühjahr 2017 fertig. Für diese Entwicklung bebaute man eine ca. 120.000 m² große, bislang unbebaute Grundstücksfläche, ein sogenanntes „Brownfield“.

Vorteile von Brownfields

Als Brownfield bezeichnet man eine früher für industrielle Zwecke oder den kommerziellen Gebrauch genutzte Fläche hauptsächlich in Stadtgebieten. Das Aufkommen von Umweltverschmutzung oder Schadstoffen verhinderte jedoch den weiteren Gebrauch dieser Flächen.

Der Wegfall der Vornutzung bedeutet den Verlust von Arbeitsplätzen. Arbeitskräfte sind deswegen oft im lokalen Umfeld verfügbar, Behörden und Verwaltung unterstützen logistische Neuansiedelungen hier oft stärker als auf der „grünen Wiese“, den sogenannten Greenfields, in begehrter Metropolnähe.

In der Regel ist ein Brownfield aufgrund seiner Metropolnähe bereits in eine existierende soziale, industrielle und verkehrstechnische Infrastruktur eingebettet. Zudem war die Vornutzung meist mit Emissionen verbunden. Häufig entstand mehr Staub, Lärm und Geruch, als Logistik sie erzeugt. Die Akzeptanz für eine logistische Nutzung ist daher eher unproblematisch, Bebauungspläne berücksichtigen Emissionswerte. Die Verkehrsanbindung ist häufig vielseitiger als auf der „grünen Wiese“. Zudem muss die Infrastrukturanbindung an Gas, Wasser, Strom etc. nicht gesondert geschaffen werden.

Voraussetzungen für Innenstadtlogistik auf der letzten Meile

So bietet auch der Logistikpark im Düsseldorfer Hafen neben dem Containerhafen eine gute Lage und Anbindung für Lagerung und Logistik sowie alle Voraussetzungen für die Innenstadtlogistik auf der letzten Meile.  Kai-Norman Knötsch, Prokurist und Branch Manager bei Neska, bestätigt dies: „Der Standort am Düsseldorfer Hafen bietet eine hervorragende Anbindung.“ Sie ermögliche eine wirksame Transportkette zu Wasser und zu Lande.

Darüber hinaus habe das Objekt durch moderne Logistikflächen und die Nachhaltigkeitsstandards einer komplexen Brownfield-Entwicklung überzeugt. Der Projektentwickler ist nach Fertigstellung der entwickelten Fläche mit Verwaltung des Logistikzentrums sowie Vermietung des zweiten Bauabschnitts beauftragt.

Positive Bilanz des Brownfield-Projekts

Den ersten Bauabschnitt hatte bereits 2016 Logistikdienstleister BLG bezogen. Eine weitere neu geschaffene Einheit mit 10.500 m² sowie Büro- und Sozialflächen ging an einen großen Onlinehändler. Für die dritte Einheit des zweiten Bauabschnitts in gleicher Größenordnung werden derzeit Gespräche mit interessierten Nutzern geführt.

Fred-Markus Bohne, Managing Partner Panattoni Europe, zieht eine positive Bilanz des komplexen Brownfield-Projekts. Hier hätten alle Seiten konstruktiv zusammengearbeitet, um dieses innenstadtnahe Areal einer passenden Nutzung zuzuführen. Sie hätten so dringend benötigte Logistikflächen mit bester Verkehrsanbindung geschaffen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)