03.01.2020

Nachhaltigkeit in Einkauf und Lieferketten von BME zertifiziert

Nachhaltigkeit in Einkauf und Lieferketten könnte ein guter Vorsatz für 2020 sein. Der BME will es aber nicht bei diesem guten Vorsatz belassen. Auf seinem jährlichen Symposium stellte er ein innovatives System der Zertifizierung vor: Es könnte die Nachhaltigkeit neu aufstellen.

BME entwickelt Zertifizierung für mehr Nachhaltigkeit in Einkauf und Lieferketten

Zertifizierung von Nachhaltigkeit

Nachhaltige Beschaffung in Einkaufsabteilungen, dadurch Unterstützung ganzer Lieferketten bei mehr Nachhaltigkeit: Das neue Zertifizierungssystem „Nachhaltige Beschaffungsorganisation“ des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) verspricht eine Neuorientierung der Beschaffung auf ganzer Linie. Auf seinem 54. Symposium Einkauf und Logistik (13. bis 15.11.2019) stellte der BME das System der Öffentlichkeit vor. Damit wolle man die Mitglieder des BME wie auch andere interessierte Unternehmen bei ihren Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit in Einkauf und Lieferketten unterstützen. Dies teilte Mirjam Zeller, Geschäftsführerin der BME Marketing GmbH, in Berlin mit.

Drei Stufen zur Zertifizierung

Das System lehnt sich an die international gültige High-Level-Struktur für ein ganzheitliches Managementsystem an. Dementsprechend entwickelte der BME einen Drei-Stufen-Ansatz:

  1. Selbstanalyse zum Stand und Unterzeichnung einer Selbstverpflichtung mit neun vom BME abzuprüfenden Mindestkriterien.
  2. Nach Erfüllung dieser Kriterien innerhalb eines Jahres Abschluss der strategischen Planungsphase, Beginn der Realisierung nachhaltiger Beschaffung. Abschluss: Auditierung der nachhaltigen Einkaufspraxis.
  3. Zertifizierung der Beschaffungsorganisation eines Unternehmens oder einer öffentlich-rechtlichen Institution, unabhängig von deren Größe.

Mindestkriterien für Nachhaltigkeit in Einkauf und Lieferketten

Grundlage für die Erlangung der Zertifizierung, unabhängig von der erreichten Stufe, sind Akzeptanz und Einhaltung der neun Mindestkriterien. Dazu zählen u.a.:

  • Supplier Code of Conduct oder Nutzung des Code of Conduct des BME
  • nachhaltige Beschaffungsstrategie
  • Benennung eines Nachhaltigkeitsverantwortlichen für den Einkauf
  • Beteiligung an einer jährlichen BME-Erhebung zu bestimmten Schlüsselkennzahlen (Key Performance Indicator, KPI) für eine regelmäßige Benchmark-Analyse

Anmeldung zum Gütesiegel

Entwickelt haben das neue Gütesiegel der BME und das Jaro Institut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung e.V. gemeinsam.

Zeller: „Die zertifizierten Unternehmen können, müssen aber nicht BME-Mitglied sein.“

Firmen, die mehr Nachhaltigkeit in Einkauf und Lieferketten umsetzen wollen, können sich über den BME für die Zertifizierung anmelden. Sie erhalten sodann detaillierte Unterlagen, wie ein Handbuch zum Zertifizierungsprozess sowie einen Maßnahmenkatalog, der ihnen Vorschläge für ihr Nachhaltigkeitsprogramm liefert.

#pacesetter für Industrie 4.0

Unter dem Veranstaltungsmotto „#pacesetter“ diskutierten nach Angaben des BME rund 1.800 Einkäufer, Logistiker und Supply-Chain-Manager die mit Industrie 4.0 verbundenen Chancen und Risiken. Die künftige Rolle Deutschlands als Pacesetter, Ökonomie und Ökologie als Erfolgskonzept sowie zukunftsweisende Innovationen in Einkauf und Supply Chain Management standen im Mittelpunkt des Eröffnungsplenums am 13.11.2019.

Horst Wiedmann, Vorstandsvorsitzender des BME, appellierte in seiner Eröffnungsrede an die Teilnehmer im Plenum, die Chancen der von Globalisierung und Digitalisierung ausgehenden Veränderungen „zu erkennen und mutig genug zu sein, sie aktiv anzugehen und umzusetzen“. Einkäufer, Logistiker und Supply Chain Manager sollten seiner Ansicht nach nicht abwartendes Opfer der Veränderung, sondern Schrittmacher, also Pacesetter, des Wandels sein, Taktgeber sowie kreative „Querdenker und Rebellen“. Gerade innovative Unternehmen bräuchten aber nicht nur Querdenker oder Rebellen, sondern auch Entscheider.

Weitere Informationen zum 54. BME-Symposium Einkauf und Logistik stehen im Internet bereit.

Weiterführende Beiträge

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)