08.08.2018

Nachhaltigkeit in der Lieferkette: Daimler tut etwas

Autobauer Daimler tritt verschiedenen Initiativen bei, die sich für Nachhaltigkeit in der Lieferkette engagieren. Nachhaltigkeit meint hier: zertifizierbare Standards, saubere Herkunft und Transparenz bei der Beschaffung von risikobehafteten Rohstoffen. Im Fokus steht die Beschaffung von Rohstoffen wie Kobald, Stahl und Aluminium.

Daimler will mit seiner Mitwirkung in mehreren Initiativen die Nachhaltigkeit in der weltweiten Lieferkette mit vorantreiben.

Elektromobilität stellt neue Anforderungen an Autobauer

Der Ausbau der Elektromobilität stellt neue Anforderungen an die Automobilindustrie und speziell an den Einkauf. So Sabine Angermann, Bereichsleiterin Einkauf und Lieferantenqualität für Rohmaterial und Strategie, Mercedes-Benz Cars in einer Pressemitteilung ihres Unternehmens. Um diesen Herausforderungen besser begegnen zu können, ist der Konzern verschiedenen Initiativen beigetreten, deren Ziel die Nachhaltigkeit in der Lieferkette ist. Diese Initiativen werden nachfolgend genannt.

Responsible Cobalt Initiative: Schlüsselkomponente Kobalt

Bei der Produktion elektrifizierter Fahrzeuge ist Kobalt eine Schlüsselkomponente. Bei der Arbeit mit diesem Rohstoff sind Unternehmen dem Risiko der Verletzung von Menschenrechten ausgesetzt.

An der Initiative beteiligt sind Unternehmen, NGOs, Regierungsvertreter und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie entwickeln Maßnahmen zur Bekämpfung sozialer und ökologischer Risiken in der gesamten Kobaltlieferkette. Im Kern geht es um die Verhinderung von Kinderarbeit sowie um die Schaffung von Transparenz und eines Verhaltenskodexes.

Responsible Minerals Initiative: konfliktbehaftetes Material

Die Initiative setzt ein selbst entwickeltes, unabhängiges Zertifizierungsschema für Raffinerien und Hütten ein. Die Zertifizierung weist nach, dass im Unternehmen Systeme zur verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralien vorhanden sind. Damit soll verhindert werden, dass konfliktbehaftetes Material in die Lieferkette eingeschleust wird.

Außerdem stellt die Initiative Unternehmen entsprechende Hilfsmittel und Informationsquellen zur Verfügung. Auf diese Weise will sie die nachhaltige Beschaffung von sogenannten Konfliktmineralien fördern und mehr Transparenz in der Lieferkette schaffen.

Aluminium Stewardship Initiative: Aluminium

Aluminium ist im Vergleich zu Stahl wesentlich leichter. Daher spielt es als Werkstoff im Leichtbau von Elektroautos eine immer größere Rolle. Die gemeinnützige Initiative will die Umsetzung eines unabhängigen Zertifizierungsschemas für die gesamte Aluminium-Wertschöpfungskette unterstützen.

Ein verstärkter Dialog mit allen Beteiligten an der Aluminium-Lieferkette soll fortlaufend messbare Verbesserungen im gesellschaftlichen Umfeld, Umwelt und verantwortungsvoller Geschäftsführung erreichen – von der Herstellung von Aluminium über die Verwendung bis hin zum Recycling.

Responsible Steel Initiative: Stahl

Stahl ist der anteilig am meisten verwendete Werkstoff im Auto. Dahinter steht die größte Rohstoffindustrie der Welt. Die Stahlproduktion verbraucht viel Energie und verursacht deswegen einen großen Anteil der CO2-Emissionen in der Herstellungsphase.

Die Initiative will mit einem Zertifizierungsschema Transparenz in der Lieferkette durchsetzen. Außerdem setzt sie sich für die Erschließung von CO2-Potenzialen bei der Herstellung ein.

Drive Sustainability: Daimler in weltweiten Nachhaltigkeitsorganisationen

Die Daimler AG ist Partner dieser Brancheninitiative. Dabei handelt es sich um eine europäische Automobil-Arbeitsgruppe innerhalb des Unternehmensnetzwerks CSR Europe. Sie treibt Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette voran.

Ein wichtiges hierbei entwickeltes Werkzeug ist ein einheitlicher Nachhaltigkeitsfragebogen. Außerdem werden gemeinsame Trainings und Workshops für Lieferanten angeboten.

Global Compact: Vereinte Nationen

Dies ist eine Gründung der Vereinten Nationen. Daimler gehört zu seinen Erstunterzeichnern. Der Autokonzern hat dafür unter anderem die Grundsätze zur sozialen Verantwortung umgesetzt mit Förderung von:

  • Menschenrechten
  • Arbeitsnormen
  • Umweltschutz
  • Anti-Korruption

Um weltweit die Nachhaltigkeit in der Lieferkette voranzutreiben, engagiert sich die Daimler AG zudem global in Branchen- und Industrieverbänden. Dazu zählen econsense, der Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME), der Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) sowie die amerikanische Automotive Industry Action Group (AIAG).

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)