07.03.2017

Montageplattform erleichtert Transport über Fassaden hinweg

Schwergewichtige oder voluminöse Projektladung – um sie zu bewegen, benötigt man besondere Gerätschaft. Harder Logistics in Neu-Ulm stellt mit seiner Montageplattform solches Spezialequipment vor. Damit soll man Schwergut über Fassade in obere Stockwerke transportieren können.

Montageplattform bei Harder logistics in Neu-Ulm

Montageplattform: Harder Logistics stellt Spezialequipment auch Dritten zur Verfügung

In einigen Branchen wird nicht nur Parterre gefertigt. Wenn nötig und irgendwie möglich, zieht man bei Bedarf gerne schon mal in die oberen Etagen um. Die Elektronik- und Pharmaindustrie ist ein Beispiel für solche Branchen. Hier nutzen Firmen für ihre Fertigung vergleichsweise häufig die oberen Stockwerke mit.

Zwar sind die eingesetzten Geräte nicht so schwer, dass die Stockwerkkonstruktion sie nicht tragen könnte. Sie jedoch durch oft schwer zugängliche, enge Treppenhäuser zu bugsieren, fällt bisweilen schwer oder ist schlichtweg unmöglich.

Montageplattform für Transporte

Problem erkannt, Problem gelöst. So jetzt durch das Logistikunternehmen Harder in Neu-Ulm. Es hat eine maßangefertigte Montageplattform für Transporte in Betrieb genommen. Mit ihr verlagert der Spezialist für Betriebsverlagerungen Schwergut wie beispielsweise Anlagen aus oder in die oberen Etagen von Gebäuden.

Mit der Konstruktion will sich das Unternehmen unabhängiger vom Markt machen und flexibler auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren.

Wege durch Treppenhaus oder Lastenaufzug

„Maschinen für solche Produktionsstraßen sind in der Regel nicht übermäßig schwer“, weiß Hermann Allgaier, Geschäftsführer von Harder logistics.

Doch lassen sich seiner Erfahrung nach solche Lasten aufgrund des Gewichts und oftmals auch wegen der Abmaße nicht auf normalem Wege durch das Treppenhaus oder per Lastenaufzug befördern.

Rückführung von Immobilien

Die Harder logistics GmbH & Co. KG wurde 2003 mit Hauptsitz in Neu-Ulm gegründet. Sie ist integrierter Dienstleister für Betriebsverlagerungen und Industriemontagen. Ergänzende Geschäftsbereiche sind das Clean-up, die Rückführung von Immobilien in den Ursprungszustand sowie das Aktenmanagement. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie Diehl Aircabin, Liebherr, L’Oréal und Beiersdorf.

Mit 85 Mitarbeitern erzielt der Systemanbieter einen Jahresumsatz von etwa 10 Millionen Euro. Der Fuhrpark umfasst laut Angaben 30 Fahrzeuge. Darunter sind Spezialanfertigungen, die Anlageneinzelstückegewichte bis 120 t bewegen. Auf dem Firmengelände stehen 12.500 m² große Hallen sowie 15.000 m² Freiflächen zur Verfügung. Weitere Büros befinden sich in Ulm, Aalen und Leipzig.

Anlässe für den Einsatz der Montageplattform

Die Konstruktion der Montageplattform wiegt insgesamt etwa vier Tonnen. Zu den klassischen Anlässen für ihren Einsatz zählt Allgaier

  • Transport von Maschinen „auf Etage“ „über Fassade“
  • Betriebsverlagerungen
  • Neuanschaffungen von Maschinen
  • Neuorganisation der Fertigung

Zulassung von Dekra

Harder entwickelt die Montageplattform seit Ende vergangenen Jahres. Etwa sechs Wochen dauerte die Entwicklung der Sonderanfertigung. Zusätzlich zu der Eigennutzung will Harder die Montageplattform auch an andere Dienstleister vermieten.

Die Prüfstelle Dekra hat ihr aktuell bei Maßen von 3 m x 6,5 m und einem 1,10 m hohen Geländer zur Lastaufnahme bis 6,5 t bereits die dafür nötige Zulassung erteilt.

Neuaufteilung der Fertigungsbereiche

Das erste Projekt, bei der das neue Lastenaufnahmemittel genutzt wurde, habe Harder Logistics bereits abgeschlossen. Zehn Tage dauerte die Neuaufteilung der Fertigungsbereiche des Auftraggebers, einem süddeutschen Maschinenbauer.

Die massive Stahlkonstruktion ist theoretisch auch für höhere Gewichte geeignet. Deswegen plant Allgaier, sie perspektivisch so weiterzuentwickeln, dass sie künftig noch größere Lasten heben kann.

Autor: Franz Höllriegel