Fachbeitrag | Logistik
09.03.2015

Modernes Lagersystem als strategischer Faktor

Bei der Lagermodernisierung steckt der Teufel oft im Detail. Experten schätzen, dass rund jedes zweite Lager im deutschsprachigen Raum veraltet ist oder mit einem veralteten Managementsystem (Lagerverwaltung- und Materialflusssystem) arbeitet. Für die Verantwortlichen in den Unternehmen ist es nicht immer einfach, neben dem Tagesgeschäft zu erkennen, ob bei den bestehenden Prozessen und Systemen Modernisierungsbedarf besteht oder nicht.

Lagersystem© isaac74 /​ Fotolia

Ein Lagersystem muss auf dem aktuellsten Stand sein, damit das jeweilige Unternehmen den ständig wachsenden Anforderungen des Markts gerecht wird. Nur wer sein Lager als strategischen Faktor in der Supply Chain erkennt und bereit ist, entsprechend kontinuierlich in dessen Modernisierung zu investieren, wird auf Dauer dank kurzer Durchlaufzeiten, optimaler Bestände und reibungsloser Abläufe am Markt erfolgreich sein. Das Optimierungspotenzial bzw. die Chancen bei einer Modernisierung liegen bei teilweise mehr als 15 Prozent – so eine aktuelle Marktstudie zum Thema Lagermodernisierung.

Kernaussagen

  • Bei der Lagermodernisierung gibt es neben den Chancen auch Risiken. Grundsätzlich ist ein Lagermodernisierungsprojekt mit weitaus mehr Variablen und Unbekannten versehen, als ein Warehouse-Projekt, das auf der „grünen Wiese“ neu geplant und realisiert wird.
  • Für die Realisierung eines Lagermodernisierungsprojekts bedarf es erfahrenen Systempartnern, um hier vor größeren und meist kostspieligen Überraschungen verschont zu bleiben.
  • Die Bewertung der eigenen Lagersysteme kann und muss anhand von standardisierten Checklisten und Benchmarking-Kennwerten erfolgen und ist als dynamischer Prozess zu verstehen, da sich die Rahmenparameter mit großer Geschwindigkeit ändern.

Handlungszwang

Während die mechanischen und teilweise auch die elektrischen/elektronischen Komponenten von Lagern und Fördertechnik in der Regel auch nach jahre- bzw. jahrzehntelangem Einsatz noch die volle Leistung erbringen, besteht bei den Lagerverwaltungs-, Materialfluss- und Steuerungssystemen sowie bei der Antriebstechnik nach einem vergleichbaren Zeitraum erheblicher Anpassungs- und Modernisierungsbedarf. Auch Komponenten wie Visualisierungssysteme, die Anbindung an das Warenwirtschaftsystem oder sogar der Wechsel von ERP-Systemen zwingen die Unternehmen etwas zu tun. Sich ändernde Fertigungsstrategien – wie z.B. die Umstellung auf das Kanban-Prinzip – machen heute immer wieder Anpassungen der Fertigungstiefe und der Losgrößen notwendig.

Neben den produzierenden Unternehmen sind natürlich auch der Handel und die Logistikdienstleister von diesen Marktveränderungen in gleichem Maße betroffen. Hier führen die zunehmende Produktdiversifikation und die immer kürzeren Produktlebenszyklen zu steigenden Anforderungen an die Lager- und Bestandshaltung. Diese Altsysteme erfüllen meist nicht mehr die notwendigen Anforderungen, um Lagersysteme wirtschaftlich betreiben zu können.

Der Markt zeigt, dass so im Laufe der Zeit heterogene Anlagen entstehen, die das für eine effiziente Nutzung erforderliche Maß an Leistung, Zuverlässigkeit und Komfort bei Weitem nicht mehr erbringen.

Hinzu kommt der anhaltende Trend bei Industrie- und Handelsunternehmen, Lagergeschäfte an Logistikdienstleister abzugeben. Für einen Logistikdienstleister sind natürlich die oben erwähnten Notwendigkeiten der Modernisierung unumgänglich. Bei vielen Outsourcing-Projekten in diesem Segment ist festzustellen, dass insbesondere die bisher im Einsatz befindlichen Lagerverwaltungs- und Materialflusssysteme aufgrund der nicht vorhandenen Mandantenfähigkeit, Modularität und Flexibilität absolut ungeeignet für diese Branche sind. In aller Regel ist die Erfüllung solcher Merkmale zwingend notwendig, um das übernommene Lagergeschäft der Industrie- und Handelsunternehmen durch die Aufnahme von Drittkunden wirtschaftlich abbilden zu können.

Anhaltend hoher Kostendruck

Aufgrund des anhaltend hohen Kostendrucks in den Unternehmen, der sicherlich durch  Volkswirtschaften, wie z.B. China oder die neu integrierten EU-Mitgliedsstaaten, nicht geringer wird, sollten die Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung die vorhandenen Lagersysteme auf Optimierungspotenziale hin untersuchen. Hierzu haben sich Kurzanalysen unter Einbeziehung von Benchmarking-Vergleichen als pragmatisch erwiesen. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt auch zukünftige Marktentwicklungen. Warehouse-Systeme innerhalb der Supply Chain spielen eine immer bedeutendere Rolle.

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Autor: Martin Stoll 

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