23.09.2020

Mobile Roboter krempeln Sortierung von Paketen um

Quergurtsorter haben einen Vorteil: sie sind eingeführt und waren bislang fast alternativlos. Das soll sich ändern, jedenfalls wenn es nach dem chinesischen Roboterbauer LiBiao geht. Er bringt seinen mobilen Miniroboter als Paketsortierlösung jetzt in Europa auf den Markt.

Mobile Roboter

Die Zukunft der Sortierung von Paketen

In USA bereits heute die Zukunft der Sortierung von Paketen – nun will der Spezialist für automatisierte roboterbasierte Paketsortierlösungen LiBiao Robot seine „Mini Yellow“-Reihe autonomer mobiler Roboter (AMRs) auf den europäischen Markt bringen. Das Unternehmen strebt eine globale Gesamtstrategie an mit Vertriebspartnern in Großbritannien, Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien.

Libiao Robot mit Sitz in Hangzhou, Hauptstadt der Provinz Zhejiang, wurde 2016 gegründet und ist ein modernes Hightech-Unternehmen. Es entwickelt speziell Robotersysteme für Post, Paketversand und Logistik. Die autonome mobile Robotertechnologie ist bereits in China, Australien, Neuseeland, Südostasien und USA im Einsatz. Libiao Robot erzielt laut Pressemitteilung einen Jahresumsatz von über 10 Millionen US-Dollar.

Alternative zu Quergurtförderern

LiBiao sieht in seiner „Mini Yellow“-Reihe eine kosteneffiziente und flexible Alternative zu den auf Quergurtförderern, auch sogenannten Quergurtsorter, basierenden Sortiersystemen mit ihrem hohen Kapitaleinsatz, die traditionell viele Paket- und E-Commerce-Betriebe einsetzen.

Der Quergurtsorter ist ein Fördersystem für Waren, das aus mehreren rechtwinklig zur Förderrichtung angebrachten kurzen Gurtförderern besteht. Diese können einzeln oder zu mehreren auf oder unter dem Fahrwagen montiert sein und werden zusammen zu einer umlaufenden Kette verbunden. Die Ware wird beim Ein- und Ausschleusen durch Bewegung des Quergurtes aufgenommen bzw. ausgegeben. Die Quergurte sorgen für die Aufnahme der Ware und den Mechanismus für die Ausschleusung.

Zwei Modelle für europäischen Markt

Zunächst will das Unternehmen zwei Modelle auf dem europäischen Markt anbieten:

  • ein 5 kg Kippschalenroboter
  • ein 30 kg Quergurtmodell.

Wie der Name schon andeutet, sind „Mini Yellow“-Roboter kompakter als andere auf dem Markt erhältliche AMR-Roboter. Dementsprechend benötigen sie für den Betrieb weniger Platz. Den Angaben zufolge können 350 „Mini-Yellow“-AMRs eine Fläche von 1.300 Quadratmetern abdecken und 20.000 Artikel pro Stunde bearbeiten.

Navigation des Paketroboters per Steuerungssoftware

Die Steuerungssoftware von LiBiao navigiert die Roboter und sorgt für eine bestmögliche Routenauswahl. Die Software sei mit gängigen europäischen Lagerverwaltungssystemen kompatibel. Sie arbeiteten schnell, sollen einfach zu installieren sein und nur wenig Wartung erfordern. Sie setzen keine feste Infrastruktur voraus. Zudem sei das modulare System skalierbar. Zusätzliche Roboter seien je nach Bedarf einsetzbar, die Technologie sei portabel, d. h. die Systeme können bei Bedarf zwischen Standorten ausgetauscht werden.

Als wesentliches Produktunterscheidungsmerkmal hebt das Unternehmen hervor, dass die Roboter in Kühlhausumgebungen bis zu einer Temperatur von minus 30 Grad Celsius einsetzbar seien. Die Technologie wurde bereits in einer Reihe von Kundeneinrichtungen weltweit im Einsatz, darunter Walmart in den USA, Uniqlo in Japan und China Post in China. Das Unternehmen schätzt, dass jährlich etwa zwei Milliarden Pakete mit LiBiao-AMRs bearbeitet werden.

Xia: große Nachfrage für intelligente Lagerverwaltung

Gründerin und Geschäftsführerin von LiBiao Robot Huiling Xia erwartet eine entsprechend große Nachfrage nach einer effizienteren und intelligenteren Lagerverwaltung in Europa. Hier sieht sie ein großes Wachstum für das Online-Shopping. Dies habe die Anzahl der bearbeiteten Pakete in die Höhe getrieben.

Xia: „Wir glauben, dass der Markt von unserer fortschrittlichen mobilen Robotertechnologie profitieren wird.”
Man habe die Hardware, Software und das Verwaltungssystem für den „Mini Yellow“ so weit verfeinert, dass Kunden die Kosten ihrer Investition in der Regel innerhalb von eineinhalb bis zwei Jahren wieder eingefahren hätten. Die Kunden seien mit der Technologie überaus zufrieden. Etwa 70 Prozent der Unternehmen, die das System bisher eingeführt haben, sind zu Stammkunden geworden.

Potenzielle Vertriebspartner, die daran interessiert sind, mehr über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem LiBiao-Roboter in Europa zu erfahren, erreichen LiBiao-Europa-Vertriebschef Jason Zhang per E-Mail unter jasonzhang@libiaorobot.com.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)