16.07.2019

Logistikzentrum speziell für Pharma-Produkte

Pharma-Produkte können eines nicht vertragen: wenn sie zu langsam umgeschlagen werden. Druck auf die Logistikkette u.a. dieser sensiblen Produkte macht jetzt Speziallogistiker Trans-o-flex. Das Unternehmen lässt mit Millionenaufwand in Hamm ein Logistikzentrum errichten.

Logistikzentrum Pharma-Produkte

17 Millionen Euro für ein Logistikzentrum in Hamm

Bereits im kommenden Frühjahr soll es soweit sein. Dann will Expresslogistiker Trans-o-flex ein neues hochmodernes Logistikzentrum in Hamm-Rhynern in Betrieb nehmen. Das Unternehmen nimmt dafür rund 17 Millionen Euro in die Hand.

In Anwesenheit hochrangiger Vertreter von Landespolitik und Wirtschaft legte das Unternehmen am 25. Juni 2019 dafür den Grundstein. Damit will das Unternehmen laut einer Mitteilung an die Presse neben einer Steigerung von Kapazität und Produktivität seinen ökologischen Fußabdruck verringern.

„In Hamm-Rhynern werden wir erstmals einen Standard realisieren, der bei weiteren Um- und Neubauten ökologisch und ökonomisch als Maßstab dienen soll“, sagt Wolfgang P. Albeck, Vorsitzender der Trans-o-flex-Geschäftsführung.

Logistiklösungen u.a. für Pharma-Produkte

Die Kernkompetenz der Trans-o-flex-Gruppe besteht in Logistiklösungen für die Branchen Pharma, Kosmetik, Consumer Electronics sowie andere hochwertige sensible Güter. Das Unternehmen transportiert Arzneimittel deutschlandweit aktiv temperiert und dokumentiert.

Dafür hat es im Geschäftsfeld Pharma Logistics Transportsysteme aufgebaut, die Arzneimittel bei 15 bis 25 Grad Celsius oder bei zwei bis acht Grad Celsius nach den EU-Regeln für den Pharmatransport befördern. Das Geschäftsfeld Technology Logistics organisiert Transporte für Kunden anderer Branchen, vor allem Consumer Electronics, ebenfalls mit dem Anspruch auf möglichste Sicherheit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz.

Lagerung, Kommissionierung, Mehrwertdienste

Das Geschäftsfeld Contract Logistics bündelt Dienstleistungen von Lagerung über Kommissionierung bis zu individuellen Mehrwertdiensten. International setzt Trans-o-flex Logistikkonzepte über die Netze „Eurotemp“ für temperaturgeführte Logistik und in 36 Ländern Europas „Eurodis“ um. National wie international positioniert sich der Dienstleister gegenüber dem Mitbewerb reiner Paketdienste oder Speditionen durch Zustellung von Ware in Paketen und auf Paletten. Sonderdienste wie Gefahrguttransporte ohne Mindermengenregelung, Express- und Zeitfensterzustellungen, Sendungskonsolidierung oder Direktfahrten ergänzen die Leistungspalette.

Damit decke man die gesamte Logistikkette von Beschaffung über Warehousing und Distribution bis zum Fulfillment ab. Den Jahresumsatz von den Angaben zufolge rund 468 Millionen Euro im Jahre 2018 erarbeiten rund 2.050 Mitarbeiter.

Ökologie auf dem Dach

Auf dem Dach der mehr als 8.000 Quadratmeter großen neuen Umschlaghalle lässt das Unternehmen zur Stromgewinnung eine Photovoltaik-Anlage installieren. Die Energie könne man, so Albeck, gleich mehrfach nutzen:

  • zum Betrieb der automatischen Sortieranlage,
  • zur Temperierung der Laderäume der Fahrzeuge vor der Beladung,
  • zur Ladung der Batterien möglicher Elektrofahrzeuge von Mitarbeitern laden.

Für deren Pkw plane man mehrere E-Ladesäulen. Die Immobilie ist eigens zugeschnitten auf den Einsatz im Trans-o-flex-Netz. Sie ermögliche den Umschlag in verschiedenen Temperaturbereichen. Der neue Standort soll zwei bisher separate, bisher in Dortmund angesiedelte Umschlagpunkte der Gruppe zusammenführen:

  • bei Ambient-Umgebungstemperaturen von 15 bis 25 Grad,
  • bei Kühltemperaturen zwischen zwei und acht Grad Celsius für den Transport gekühlter Arzneimittel im ThermoMed-Netz.

Hallengeneration Y für moderne Logistik

Die Anlage entsteht auf einem 33.000 Quadratmeter großen Gelände. Für Bau und Betrieb nach modernen ökologischen und energetischen Standards erhält das Logistikzentrum beispielsweise eine starke Wärmedämmung seiner Außenhaut und LED-Lichttechnik. Ferner ist eine spezielle Regenwasserrückhaltung geplant. Regenwasser fließt dort nicht über die Kanalisation ab, sondern in den natürlichen Kreislauf zurück. Das neue Umschlagzentrum hat die Form eines Y. Dieses Konzept soll den Flächenverbrauch verringern. Es ermögliche bei gleicher Hallenfläche mehr Tore zum Be- und Entladen als andere Bauformen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)