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12.04.2018

Lkw-Maut: Güterverkehrsbranche rechnet mit zwei Milliarden Mehrkosten

Kaputte Straßen, marode Brücken – Handlungsbedarf besteht, da ist man sich weitgehend einig. Der Bund will aber nicht die Steuerzahler allein blechen lassen. Er bittet per Maut die Lkw-Branche zur Kasse – ab Juli auch auf Bundesstraßen. Die befürchtet Milliarden Euro Mehrkosten.

Ausdehnung der Lkw-Maut ab Juli

Mautsätze bleiben unverändert

Die Mautsätze sollen zunächst unverändert bleiben. Zulangen will der Bund über die Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen. Seit dem 31. März 2017 gilt die vierte Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes. Damit ist der Weg frei für die Ausdehnung der Maut auf alle Bundesstraßen zum 1. Juli 2018.

Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, die Finanzierung der Bundesfernstraßen zu verbessern und eine moderne, sichere und leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur in Deutschland zu gewährleisten. Darum soll die Nutzerfinanzierung konsequent vorangetrieben werden.

Toll Collect mit technischer Vorbereitung beauftragt

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat das Mautunternehmen Toll Collect mit der technischen Vorbereitung beauftragt. Mit der Erweiterung wächst das Mautnetz auf rund 40.000 Kilometer Bundesstraßen. Gegenwärtig sind insgesamt 15.000 Kilometer auf Autobahnen und bestimmten Bundesstraßen gebührenpflichtig. Damit ist jeweils nur eine Fahrtrichtung beziffert.

Lkw-Maut: Kostenschub im Straßengüterverkehr

Trotz zunächst unveränderten Mautsätzen wird die regionale Ausweitung der Lkw-Maut zu einem erheblichen Kostenschub im Straßengüterverkehr in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich führen. Das zumindest befürchten laut einer gemeinsamen Presseerklärung die Bundesverbände Möbelspedition und Logistik (AMÖ), Paket und Express Logistik (BIEK), Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) sowie der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV).

Instandhaltungsbedarfs der Verkehrsinfrastruktur

Angesichts des enormen Instandhaltungsbedarfs der Verkehrsinfrastruktur müsse die Leistungsstärke des Logistikstandortes Deutschland mittlerweile durch zwei Finanzierungsäulen gesichert werden. Die Ausweitung der Lkw-Maut sei die Konsequenz einer Politik der verursachergerechten Nutzerfinanzierung – zusätzlich zur Steuerfinanzierung.

Hierzu fordern die Logistik- und Transportverbände, dass der zusätzliche Finanzierungsbeitrag der Wirtschaft für den Erhalt von Straßen und Brücken zweckgebunden und überjährig eingesetzt wird.

Rund zehn Prozent Maut

Die Gesamtkosten eines Fuhrunternehmens setzen sich zusammen aus denen für:

  • Fahrzeug,
  • Personal,
  • Gemeinkosten.

Der Anteil der Mautkosten daran liegt den Angaben zufolge bei bis zu zehn Prozent. Er könne aber je nach Tourenstruktur und Standort des Unternehmens und seiner Kunden stark abweichen. Die Verbände sehen Industrie, Handel und Bevölkerung aufgrund ihres Anspruches auf universelle Verfügbarkeit aller Waren an jedem Ort und zu jeder Zeit als direkte Urheber von Gütertransporten.

Die regionale Ausweitung der Lkw-Maut könne sich deshalb auch auf die Fracht- und Verbraucherpreise auswirken. Im Endeffekt wirke die Lkw- Maut zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur wie eine Verbrauchssteuer.

Einheitliche Mautsätze auf Autobahnen und Bundesstraßen

Ausdrücklich begrüßen die Verbände das Bekenntnis der Bundesregierung zu einheitlichen Mautsätzen auf Autobahnen und Bundesstraßen. Dies trage zur transparenten Kostendarstellung der Transportunternehmen gegenüber ihren Kunden bei und verhindere die Benachteiligung von Betrieben in ländlichen Regionen.

Ausweichverkehre auf Landstraßen erwarten die Bundesverbände nicht. Mautfreie Umwege führten in der Regel zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen. Dadurch würden monetäre Vorteile überkompensiert. Dies würde auch nicht im Interesse der Logistikkunden sein.

Zusätzlich zur Mautausweitung ist auf Basis des neuen Wegekostengutachtens zu Beginn des Jahres 2019 erneut mit geänderten Mautsätzen zu rechnen. Zur Vorbereitung auf den nächsten Kostensprung fordern die Verbände als ausreichenden zeitlichen Planungsvorlauf für Logistik, Industrie und Handel deshalb ab Juli mindestens sechs Monate. Damit würden die neuen Mautsätze frühestens ab 1. Januar 2019 wirksam.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)

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