13.02.2017

Leasing einkaufen

Maschinen, Geräte und Pkws, aber auch Software, Patent- und Markenrechte oder Immobilien werden heute geleast. Ob der Einkäufer Güter über Leasing oder klassisch durch Kauf und Finanzierung per Bank beschafft, entscheiden wirtschaftliche und steuerliche Überlegungen. Also Leasing einkaufen? Aber: Wer kauft, wird Eigentümer und kann die gebrauchte Sache im Idealfall gewinnbringend weiterverkaufen. Wer least, überlässt dieses Geschäft der Leasinggesellschaft oder Leasingbank.

Was Einkäufer zum Thema Leasing wissen müssen

Leasing einkaufen: Diese Arten gibt es

Leasingverträge werden meist von der Leasinggesellschaft vorformuliert. Die Gestaltung dieser Verträge wird durch AGB-Kontrolle und steuerrechtliche Anforderungen eingeschränkt.

Der Besteller, auch Leasingnehmer genannt, zahlt die Leasingraten. Dafür überlässt der Leasinggeber ihm den Leasinggegenstand zum Gebrauch.

Die Gefahr oder Haftung für Instandhaltung, Mängel, Untergang oder Beschädigung trägt der Besteller. Der Leasinggeber überträgt ihm dafür seine entsprechenden Ansprüche gegen den Lieferanten.

Grundsätzlich unterschieden werden:

Finanzierungsleasing

Besteller und Leasinggesellschaft schließen über eine feste, nicht kündbare Zeit einen Leasingvertrag. Der Leasinggeber kauft den Gegenstand beim Lieferanten und wird Eigentümer. Er überlässt die Sache dem Besteller, der zahlt dafür die vereinbarten Leasingraten. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass der Leasinggegenstand zur Gänze finanziert wird.

Vorteile für den Besteller: Die Liquidität wird geschont und er hat indirekte Bilanz- und Steuervorteile, zum Beispiel weil er die Leasingraten steuerlich voll als Betriebsausgaben absetzen kann. Er kann sicher planen, weil die Höhe der Leasing-Raten und die Vertragslaufzeit feststehen.

Ein Nachteil besteht darin, dass die Leasingraten meist wesentlich höher sind als der Kaufpreis des Leasinggegenstands.

Operating-Leasing

Der Leasingvertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der Besteller kann ihn leicht oder jederzeit kündigen.  Anders als beim Finanzierungsleasing ist damit für den Leasinggeber nicht gesichert, dass er durch die Leasingraten seine Investition wieder reinholt. Die „Miete“ steht im Fokus.

Vorteil für den Besteller: Er erhält so Güter, von denen er nicht weiß, wie lange er sie benötigt und ob er sie erwerben möchte.

Hersteller- und Händlerleasing

Das für den Leasingvertrag typische Dreiecksverhältnis Lieferant – Leasinggeber – Leasingnehmer fehlt, weil der Hersteller oder Händler als Lieferant selbst der Leasinggeber ist.

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Autor: Astrid Hedrich (Rechtsanwältin und Dozentin in Augsburg. Beschäftigt sich mit Wirtschaftsrecht.)