05.10.2017

Landshut – neues Versorgungszentrum für BMW

Leichtbau und Elektromobilität fordern von der Industrie ein immer höheres Tempo bei Innovationen. Einen wichtigen Schritt dahin ging BMW jetzt in Landshut. Per Fingerdruck auf einem Tablet nahm man dort das neue Versorgungszentrum in Betrieb.

BMW-Versorgungszentrum in Landshut

48.000 m² großer Komplex

Die BMW Group hat am Standort Landshut ein neues Versorgungszentrum in Betrieb genommen. Das teilt der Autobauer in einer Information für die Presse mit. Der Komplex ist rund 48.000 m² groß. Vom niederbayerischen Innovationsstandort werden künftig Komponenten aus Landshuter Produktion an Fahrzeug- und Motorenwerke der BMW Group in aller Welt versandt.

Wer Innovationen als erster auf die Straße bringe, werde im globalen Wettbewerb führend bleiben – gerade bei Zukunftstechnologien wie Leichtbau und Elektromobilität.

„Das sichert langfristig Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung“, sagte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bei der Eröffnung.

Nachhaltige Strukturen für Logistik

Entwickelt hat das Versorgungszentrum in weniger als zwölf Monaten der auf Logistikimmobilien spezialisierte Immobilienkonzern Goodman. Die BMW Group mietet die Anlage langfristig. Laut Christof Prange, Entwicklungschef von Goodman in Deutschland, kann das Versorgungszentrum die Logistikprozesse flexibel gestalten.

Den Zuschlag für den operativen Betrieb erhielt der Logistikdienstleister Schnellecke Logistics.

Versorgungszentrum erfüllt hohe Nachhaltigkeitsstandards

Dank einer Vielzahl von Maßnahmen erhält die Immobilie ein Gold-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Das Lkw-Aufkommen rund um die bestehenden Werkstore wird durch die Konsolidierung des Produktionsmaterials an einem Ort deutlich gesenkt. Das soll Anwohner und Umwelt spürbar entlasten.

Anbindung ans Werksgelände

Um das Versorgungszentrum direkt an das bestehende Werksgelände anzubinden, hat die BMW Group in eine zweispurige Unterführung der Bahnlinie München-Plattling investiert. Für einen möglichst sauberen und leisen Transfer sorgen unter anderem Elektro-Lkws. Außerdem auch besonders emissionsarme Routenzüge, sogenannte Factory Trains.

In den Hallen kommen moderne Logistik-Lösungen zum Einsatz. Sie nutzen die Digitalisierung etwa bei autonomen Transport- und intelligenten Staplerleitsystemen.

Schlüsselrolle für die BMW Group

Als Kompetenzzentrum für Leichtbau und Elektromobilität spielt das Werk Landshut schon heute eine Schlüsselrolle für die BMW Group. Nirgendwo sonst ist so viel Leichtmetall-, Guss-, Kunststoff- und Carbon-Kompetenz an einem Ort vereint. Auch die ersten Elektromotoren der BMW Group liefen hier vom Band.

Markus Duesmann, Mitglied des Vorstands der BMW AG, sagte, der Wandel in der Branche sei geprägt von fortschreitender Elektrifizierung und Digitalisierung.

Duesmann: „Wir haben den Anspruch, diesen Wandel aktiv zu gestalten.“

Dabei setze man auf das Know-how und die Flexibilität der Landshuter Mannschaft. Das Versorgungszentrum schaffe am Standort die Voraussetzungen für eine neue Ära der Mobilität.

Mini, Roadster und Next

Am Standort will das Unternehmen diese Elektromotoren fertigen:

  • für den vollelektrischen „Mini“ ab 2019
  • Leichtbau für den „i8 Roadster“ ab 2018 in Landshut
  • für den „i Next“ im benachbarten Dingolfing ab 2021

Laut Standortleiter Peter Fallböhmer ist das Versorgungszentrum neben dem 2016 eröffneten Leichtbauzentrum der zweite wesentliche Eckpfeiler für die langfristige Zukunftsfähigkeit des Standorts. Das Unternehmen will seine Logistikstrukturen innerhalb und außerhalb des Werks verbessern und auf dem bestehenden Werksgelände Raum schaffen für die Fertigung neuer Komponenten.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport.)