20.02.2017

Ladungssicherung von Papierrollen: so funktionierts!

Ladungssicherung ist das A und O im Transportwesen, denn: wenn die Ladung erst einmal rutscht, hält sie nichts mehr auf. Das gilt zumal bei gewickelten Papierrollen. Besser, man sichert sie vor Antritt der Fahrt. Doch womit? Hier hat sich viel getan. BGL und VDP haben ihre Empfehlungen auf den neuesten Stand gebracht.

So funktioniert die Ladungssicherung von Papierrollen

Wildwuchs von Hilfsmitteln zur Ladungssicherung

Lenkzeiten, Geschwindigkeiten, Gewichte – bei Transporten ist so gut wie alles reglementiert. Nur bei der Sicherung von Ladung macht so ziemlich jeder, was ihm am besten scheint. Das gilt besonders für den Transport von hart gewickelten Papierrollen. Hier kamen bislang die unterschiedlichsten Ladungssicherungshilfsmittel zum Einsatz. Ganz zum Verdruss der Papierfabriken. Sie beklagten zunehmend die Vielfalt an Materialien mit teilweise differierenden Eigenschaften und unterschiedlichen Zertifizierungen.

Mitführung viel zu vieler Arbeitsmittel

Folge für die Transporteure: Um den jeweiligen Anforderungen der Papierfabriken an die Hilfsmittel zur Ladungssicherung gerecht zu werden, mussten sie oftmals Unmengen an derartigen Arbeitsmitteln mitführen. Folge wiederum davon: bei gleichbleibendem Sicherheitsniveau der Arbeits- und Verkehrssicherheit muss dies zwangsläufig zu unnötigem Aufwand und Verzögerungen bei der Verladung führen.

Mangel erkannt, Gefahr gebannt

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) haben nun den Mangel erkannt. Sie aktualisierten jetzt ihre 2011 erschienene Verbändeempfehlung zur Ladungssicherung von Papierrollen. Aufgrund der technischen Entwicklung war eine Anpassung der Spezifikationen für die verwendeten Hilfsmittel zur Ladungssicherung notwendig geworden. Zum Beispiel wurden die Mindestanforderungen präzisiert an:

  • Kantenschützer:  u.a. Hohe Druck- und Formstabilität, Anpassung der Kantenschenkel an das Rollenprofil, Kantennut oder alternative Konstruktion zum Schutz der Rollenkante, druckverteilende und abdruckmindernde Profile, abrutschsichere Gurtführung etc.
  • Antirutschmatten: Zertifizierter/nachgewiesener Reibbeiwert bei entsprechender Materialpaarung (Rolle/Ladefläche), Breite des Materials, keine Beschädigungen oder funktionsbeeinträchtigenden Verschmutzungen (Ablegereife) etc.

Einheitliche Nutzung von Hilfsmitteln zur Ladungssicherung

Ziel von BGL und VDP ist die Verwendung einheitlicher praktikabler Hilfsmittel zur Sicherung von Ladung. Vor diesem Hintergrund setzen sich BGL und VDP für eine einheitliche Nutzung von Hilfsmitteln zur Ladungssicherung ein. Dabei orientiert sich das Anforderungsprofil an den einschlägigen Richtlinien und Normen (VDI 2700 Blatt 9, Blatt 14, Blatt 15 und DIN EN 12195-2) zur Ladungssicherung. Individuelle Vereinbarungen zwischen Verlader und Transportdienstleister, die von den genannten Vorgaben abweichen, sind grundsätzlich möglich.

Autor: Franz Höllriegel