13.02.2018

Ladungsdiebstahl nimmt alarmierende Ausmaße an

Das Problem ist bekannt: auf Deutschlands Straßen nimmt der Ladungsdiebstahl mittlerweile alarmierende Formen an. Doch bislang schien kein Kraut dagegen gewachsen. Eine Arbeitsgemeinschaft gegen Ladungsdiebstahl legt jetzt einen Maßnahmenkatalog dagegen vor.

26.000 Lkw alljährlich ausgeraubt  

Kriminelle stehlen alljährlich Ladungen von nahezu 26.000 Lkw – allein in Deutschland. Statistisch gesehen schlagen sie damit alle 20 Minuten mit einem Ladungsdiebstahl zu. Allein die gestohlenen Güter haben einen Wert von 1,3 Milliarden Euro. Weitere Schäden von 900 Millionen Euro entstehen durch Konventionalstrafen für Lieferverzögerungen, Reparaturkosten sowie Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle bei den eigentlichen Abnehmern. Diese Zahlen gibt jetzt die Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik bekannt. Sie stellt einen Maßnahmenkatalog gegen Ladungsdiebstähle vor.

Lesen Sie im Maßnahmenkatalog der Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik nach!

Dunkelziffer bei Ladungsdiebstahl hoch

Die Dunkelziffer ist hoch. Bisher war das Ausmaß von Ladungsdiebstählen in Deutschland kaum zu beziffern. Der Grund: Die Polizei führt keine Statistik darüber. Zudem sind viele der hier ausgeraubten Lkw im europäischen Ausland registriert und dort versichert. Erstmals zeigen jetzt erstellte gemeinsame Berechnungen mehrerer Wirtschaftsverbände unter Beteiligung des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., wie groß das Problem tatsächlich ist.

Forderung nach höherem Fahndungsdruck

Die Wirtschaftsverbände haben angesichts der Zahlen eine gemeinsame Initiative gestartet. Die „Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik“ will die Sicherheit der Transportlogistik erhöhen insbesondere durch höhere Sicherheitsstandards und Investitionen in:

  • Ortungstechnik,
  • Diebstahlwarnanlagen,
  • Wegfahrsperren und
  • gesicherte Parkplätze.

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Internationale kriminelle Organisationen agieren professionell

International vernetzte kriminelle Organisationen agieren bei den Diebstählen professionell. Dringend mehr Unterstützung durch einen höheren Fahndungsdruck auf sie fordern die Verbände von den Behörden. Die Polizei müsse auf Autobahn-Rastplätzen häufiger präsent sein. Spezialisierte Polizeieinheiten und Schwerpunktstaatsanwaltschaften sollten zur Verbesserung der länderübergreifenden Strafverfolgung beitragen. Um gezielt vorbeugende und repressive Maßnahmen ergreifen zu können, müssten die Ermittlungsbehörden das Delikt „Ladungsdiebstahl“ besser statistisch erfassen. Sie müssten die Voraussetzungen für eine bundesweit einheitliche Anzeigenaufnahme schaffen. Personalmangel, schlechte Vernetzung und geringe Spezialisierung würden die Ermittlungen verzögern, bemängelt die Arbeitsgemeinschaft.

Umfassende AG Diebstahlprävention

Zur „Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik“ gehören die Verbände: ASW Bundesverband – Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V., Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e.V. (ASWN), Bundesverband der Sicherheitswirtschaft e.V. (BDSW), Bundesvereinigung Deutscher Geld– und Wertdienste e.V. (BDGW), Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) e.V., Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK), Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V., Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V. (DSLV), Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Transported Asset Protection Association (TAPA), Verband Chemiehandel e.V. (VCH), Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV).

Einzelmaßnahmen zur Logistiksicherheit

Die im Aktionsplan Güterverkehr und Logistik der vergangenen Legislaturperiode bereits enthaltenen Einzelmaßnahmen zur Logistiksicherheit müssten jetzt auch vollständig umgesetzt werden, damit Fahrer und Ladung wirkungsvoll geschützt werden, fordert der DSLV.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)