03.05.2017

Künstliche Intelligenz in der Logistik auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz (KI) – ihr Einsatz in der Logistik ist umstritten. Fachleute sehen Risiken bei der Akzeptanz von Seiten der Kunden wie auch der eigenen Mitarbeiter. Doch wird sich der Vormarsch der KI kaum noch aufhalten lassen – sie ist zu wichtig für künftige Markterfolge.

Künstliche Intelligenz in der Logistik

Künstliche Intelligenz: Bewertung im Logistic-Trend-Index 2017

70 Prozent der deutschen Logistiker sprechen sich für eine Überprüfung des Nutzens künstlicher Intelligenz (KI) für die eigenen Marktchancen aus. 64 Prozent der Fach- und Führungskräfte bewerten insbesondere selbstfahrende Autos als wichtig, um im Geschäft der Zukunft erfolgreich zu sein.

Das sind Ergebnisse des Logistic-Trend-Index‘ 2017 eine Woche vor Eröffnung der weltweiten Leitmesse für Logistik, der „Transport logistic“ (9. bis 12. Mai 2017) in München.

Ablehnende Haltung gegenüber der KI bei den Mitarbeitern

82 Prozent der deutschen Logistiker sind der Studie zufolge allerdings der Meinung, dass intelligente Maschinen den Menschen die Arbeit nicht vollständig aus der Hand nehmen sollten, sondern nur assistieren dürfen.

Zudem beobachtet die Mehrheit der Branchenexperten (70 Prozent) eine ablehnende Haltung bei den Mitarbeitern gegenüber der künstlichen Intelligenz. In der Aus- und Weiterbildung sehen die Fach- und Führungskräfte daher Ansatzpunkte, das künftige Zusammenspiel von Mensch und Maschine besser zu adressieren.

Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine

85 Prozent der befragten Entscheider wollen sich darauf konzentrieren, im eigenen Hause die notwendigen Kompetenzen für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu vermitteln. Im Rahmen der Mitarbeiterausbildung soll die Datenauswertung (87 Prozent) wie auch die Fähigkeit professionalisiert werden, Entscheidungen in der digitalen Transformation effizienter zu treffen (86 Prozent).

Nur wenn die notwendigen Kompetenzen in den Unternehmen verankert seien, ließen sich die Chancen der Digitalisierung realisieren.

Meilensteine bei MAN

Was Künstliche Intelligenz bereits heute in der Logistik leisten kann, zeigen Logistikplattformen in der Cloud und in Big-Data-Anwendungen, wie sie beispielsweise LKW– und Omnibusbauer MAN auf der Messe zeigt. Sie gelten als erste Meilensteine, um die drittgrößte Branche in Deutschland digital zu revolutionieren.

Künstliche Intelligenz wird von den Entscheidern der Logistikbranche als wichtige Zukunftstechnologie gesehen, um etwa Fahrzeuge lernen zu lassen, ihre Umgebung zu strukturieren und in Echtzeit auf den Straßenverkehr zu reagieren. Nutzen aus ihnen ziehen beispielsweise Auslieferungsdienste auf der letzten Meile zum Kunden oder Steuerungssysteme für die Routenplanung.

Expertendiskussionen auf der Transport Logistic erwartet

Die digitalen Zukunftsvisionen für die Logistik diskutieren Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Hand im Konferenzprogramm der „Transport Logistic 2017“. Das Bundesministerium für Verkehr, Bitkom, das Fraunhofer-Institut, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und zahlreiche Branchenkenner rund um die Logistik erörtern Standortbestimmungen und Lösungsstrategien.

„Die Start-up-Szene in den USA arbeitet mit Hochdruck daran, nach dem Taxigewerbe auch in das klassische Logistikgeschäft einzusteigen“, sagte Robert Schönberger, Projektgruppenleiter der Transport Logistic 2017 in München, der Fachplattform „AutomotiveIT“. Dazu zählen seiner Einschätzung nach beispielsweise webbasierte Apps, mit denen sich Warensendungen direkt ohne Umweg über eine Spedition bei den Transporteuren buchen lassen. Die deutsche Logistikbranche nehme solche disruptiven Entwicklungen ernst und wolle die Chancen digitaler Geschäftsmodelle für den eigenen Markterfolg nutzen.

Hier geht es zur Website der Transport Logistic: www.transportlogistic.de.

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Autor: Franz Höllriegel