08.01.2018

Knapper Laderaum und Mangel an Lkw-Fahrern lassen Transportpreis steigen

Die deutsche Wirtschaft brummt, und mit ihr der Transport. Jetzt wird Laderaum knapp. Problem Nr. 2: Langsam geht den Transporteuren das Fahrpersonal für ihre Lkws aus. Gegen den steigenden Transportpreis steuern die Unternehmen mit geeignetem Kostenmanagement.

Steigende Transportpreise wegen fehlender Fahrer und Laderäume

Stark erhöhtes Transportvolumen und höherer Transportpreis

Die deutsche Wirtschaft setzte die rasante Aufwärtsbewegung auch 2017 fort. Davon profitiert die Logistikbranche. Sie verzeichnet ein stark erhöhtes Transportvolumen. Gleichzeitig führt die Verknappung von Laderaum und ein Mangel an Fahrern zu einem Anstieg der Frachtführerkosten bzw. einem höheren Transportpreis. Dieser wird direkt an Unternehmen weitergegeben.

Der Transportpreisindex war im 3. Quartal 2017 der höchste seit 2015. Er hat sich laut dem „Transport Market Monitor“ im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent erhöht.

Transportpreise und Transportkapazitäten
Dem weiter steigenden Index beim Transportpreis steht ein fallender Index bei Transportkapazitäten gegenüber.

Index basiert auf Daten aus der Logistikplattform „Transporeon“

Der Index basiert auf der Logistikplattform „Transporeon“. Auf ihr schreiben Verlader täglich ihre Transportbedarfe aus und vergeben sie an Transporteure. Die Informationen werden anonymisiert aus der Plattform erhoben und von Capgemini Consulting analysiert. Das Ergebnis sind monatliche Indizes. Diese werden quartalsweise veröffentlicht.

Hier geht es zur Website der Transporeon Group.

Preiserhöhungen von sechs bis acht Prozent

Die Kosten- und Ausgabenexperten von Expense Reduction Analysts erkennen eine dynamische Entwicklung und gestiegene Frachtführerkosten, aufgrund derer einige größere und mittelständische Logistikunternehmen generelle Preiserhöhungen von sechs bis acht Prozent angekündigt haben.

Ein zusätzliches Problem stellt demnach die erhöhte Personalfluktuation der Logistikdienstleister dar. Der damit häufig einhergehende Qualitätsabfall werde durch erhöhten innerbetrieblichen Aufwand aufgefangen.

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Immer weniger deutsche Lkws auf deutschen Straßen

Wie die Ausgabenexperten weiter schreiben, sind deutsche Lkws im Straßenverkehr in Deutschland immer weniger vertreten. 2015 lag deren Anteil noch bei 75 Prozent. Jetzt liege er nur noch bei knapp 38 Prozent.

Die Hauptursache für die Entwicklung sehen die Fachleute im Ausscheiden von etwa 150.000 Fahrern aus dem Berufsleben im Jahr 2016. Sie habe man nicht im gleichen Maße ersetzen können. Diese Lücke werde nur teilweise durch Fahrer aus Osteuropa geschlossen.

Auch die Verknappung des Laderaums treibe die Frachtführerkosten nach oben. Ein weiterer Kostentreiber beim Einkauf von Laderaum stelle die Änderung des Fahrpersonalgesetzes vom 25. Mai 2017 dar. Das Verbringen der regelmäßigen wöchentlichen Ruhezeit von 45 Stunden im Fahrzeug oder an einem Ort wird ohne geeignete Schlafmöglichkeit als Ordnungswidrigkeit qualifiziert.

Ganzheitliche Logistikkonzepte gegen höheren Transportpreis

Expense Reduction Analysts ist eine internationale Beratungsgesellschaft für Kostenmanagement und Kostenreduzierung. Sie unterstützt Unternehmen mit ganzheitlichen Logistikkonzepten bei der Senkung von Prozesskosten. Um die Prozesskosten vollständig ermitteln zu können, müssen auch Kosten für Planung und Steuerung in der Supply-Chain oder Fehlmengenkosten subsumiert werden.

Hier geht es zur Website der Expense Reduction Analysts (Hauptsitz in West Malling, Kent, UK).

Alle Frachtarten in Betracht ziehen

Bei der Verringerung der Kosten für Logistik müsse man laut Matthias Droste, geschäftsführender Gesellschafter der Expense Reduction Analysts GmbH, alle Frachtarten in Betracht ziehen, um die passende Tarifstruktur zu finden. Dazu gehörten die Sendungsstrukturen und die dafür anfallenden Kosten. Dadurch ließen sich die Frachtkosten nachhaltig auf einem stabilen Niveau halten oder senken.

Sparpotenziale sieht der Experte hauptsächlich in der:

  • Optimierung der Fahrtrouten
  • Minimierung von Leerzeiten
  • Vermeidung von Leerfahrten

Frachtkategorien, Warenwirtschaft und Lagerhaltung

Damit die Frachtkosten nachhaltig gesenkt werden können, wählt Expense Reduction Analysts eine ganzheitliche Analyse aller Frachtkategorien sowie der Warenwirtschaft und Lagerhaltung. Dazu gehört die Nachverhandlung und Verbesserung der bestehenden Vereinbarungen mit den Bestandslieferanten.

Unternehmen profitierten dabei von branchenübergreifenden Benchmarks und langjähriger Praxiserfahrung, so Droste.

Hier gleich mehr erfahren zum Logistikvertrag: So funktioniert der Logistikvertrag in der Beschaffung.

Optimierung von Fahrtrouten

Bei der Optimierung von Fahrtrouten muss man Parameter wie Kraftstoffpreise oder die Fahrfreundlichkeit von Städten berücksichtigen. Der Online-Einzelhändler für Autoteile „kfzteile24“ hat die günstigsten und teuersten Länder weltweit für Benzin und Diesel aufgelistet.

Auch hat er in einer Studie „Die besten und schlechtesten Städte zum Autofahren” ermittelt. Dafür werteten die Marktforscher Daten über 100 verschiedene Kriterien aus – den Preis von Treibstoff eingeschlossen.

Teuerste und billigste Treibstoffländer

Im europäischen Transportumfeld zu Deutschland zählen zu den teuersten Ländern für Benzin:

  • Norwegen
  • Niederlande
  • Monaco
  • Griechenland
  • Dänemark
  • Italien
  • Portugal

Zu den teuersten Ländern für Diesel gehören:

  • Norwegen
  • Schweden
  • Monaco
  • Italien
  • Großbritannien
  • Schweiz

Die günstigsten Länder liegen hier vornehmlich in erdölproduzierenden Staaten des Mittleren Ostens, Afrikas und Südamerikas.

Die verkehrsfreundlichsten Städte

Bei der Verkehrsfreundlichkeit der Städte kam weltweit Düsseldorf auf Platz eins, Dortmund auf Platz sieben, Wien auf Platz acht und München auf Platz neun.

Unter den zehn verkehrsunfreundlichsten Städten kommen europäische Städte nicht vor.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)