09.01.2019

Keine Bahnstreiks mehr bis März 2021

Schneestürme, vereiste Gleise und Mienen bei der Bahn – noch zu Jahresbeginn standen die Zeichen bei dem Unternehmen auf Sturm. Die Lokführer forderten höhere Gehälter. Doch jetzt die Meldung einer Einigung: Damit sind Streiks bis März 2021 erstmal vom Tisch.

Höhere Löhne und keine Streiks: Das sind die Ergebnisse der Tarifverhandlungen zwischen Bahn und Gewerkschaften.

Angespannte Lage vor Weihnachten

Noch am 10. Dezember 2018 zeigten sich die Bahnmitarbeiter entschlossen. Sie streikten und setzten sich durch. Das Unternehmen einigte sich dann vor Weihnachten mit der Gewerkschaft EVG auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne für das Bahnpersonal um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent. Dies berichtete „merkur.de“ unter Berufung auf die EVG. Zudem erhalten die Beschäftigten im Februar eine Einmalzahlung von 1.000 Euro. Die Frage „Keine Bahnstreiks oder doch Bahnstreiks?“ war jedoch noch offen und die Streikgefahr nicht gebannt.

Keine Bahnstreiks bis 2021

Denn nun trat die Konkurrenzgewerkschaft GDL für die Lokführer und die Beschäftigten im Zugpersonal mit eigenen Forderungen auf den Plan. Am 3. Januar kam nun die erlösende Nachricht aus Frankfurt am Main. Man habe sich auf einen neuen Tarifvertrag mit höheren Gehältern geeinigt. Mit der vereinbarten langfristigen Regelung seien Streiks des gesamten Bahn-Personals bis März 2021 ausgeschlossen.

Gut, dass dieses Problem jetzt vom Tisch ist. Die Beschäftigten der Bahn haben genug damit zu tun, den Wintereinbruch zu bewältigen.

Steigende Verkehrsleistung der Bahnen

Mit dem Ergebnis „Keine Bahnstreiks“ hat die Deutsche Bahn aber auch die Weichen dafür gestellt, sich für die künftigen Herausforderungen aufzustellen. Eine längere Phase der Ungewissheit, womöglich mit geschäftsschädigenden Streikphasen verbunden, wäre nicht nur für die Beschäftigten der Bahn, sondern für das Unternehmen im Wettbewerb nachteilig gewesen.

Die Bundesnetzagentur bescheinigt allen Eisenbahnverkehrs- und Eisenbahninfrastrukturunternehmen steigende Verkehrsleistung und Umsätze für 2017. Der Umsatz bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen stieg demnach auf 20,7 Milliarden Euro, bei den Eisenbahninfrastrukturunternehmen auf 6,4 Milliarden Euro an.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Marktuntersuchung „Eisenbahnen 2018“ der Bundesnetzagentur. Sie veröffentlicht die Ergebnisse und Analysen aus der für das Berichtsjahr 2017 durchgeführten Markterhebung. Auf der Website der Bundesnetzagentur kann man die ausführliche Marktuntersuchung als PDF downloaden.

Mehr Leistung im Schienengüterverkehr

Im Schienengüterverkehr konnten die Wettbewerber ihren Marktanteil an der erbrachten Verkehrsleistung von 46 Prozent im Jahr 2016 auf 47 Prozent erhöhen. Im Schienenpersonennahverkehr und Schienenpersonenfernverkehr stagnierte der Wettbewerberanteil.

Die Verkehrsleistung steigerte sich in allen Verkehrsdiensten im Vergleich zum Vorjahr erneut. Die Betriebsleistung auf öffentlichen Schienenwegen stieg von 1,098 Milliarden Trassenkilometern 2016 auf 1,104 Milliarden Trassenkilometer 2017.

Wettbewerb auf der Schiene

Insgesamt haben in dieser Zeit den Angaben zufolge über 300 Eisenbahnverkehrsunternehmen aktiv am Eisenbahnverkehr in Deutschland teilgenommen. Im internationalen Vergleich zählt der deutsche Eisenbahnmarkt damit zu den nationalen Eisenbahnmärkten mit der höchsten Anzahl von Wettbewerbern:

  • Kommerzieller Schienengüterverkehr: Hier waren 168 Eisenbahnverkehrsunternehmen aktiv.
  • Schienenpersonennahverkehr: 124 Eisenbahnverkehrsunternehmen erbrachten hier Leistungen.
  • Im Schienenpersonenfernverkehr erbrachten 29 zumeist kleinere Unternehmen Verkehrsleistungen.

Weiteres Wachstum auf dem Eisenbahnmarkt

Der Wachstumstrend des kumulierten Umsatzes im Eisenbahnmarkt setzt sich laut Bundesnetzagentur wie in den Vorjahren fort. Der Umsatzzuwachs von 2016 auf 2017 betrug demnach etwa 2,5 Prozent.

Insgesamt wurde von den Eisenbahnverkehrsunternehmen im Jahr 2017 ein Umsatz von 20,7 Milliarden Euro erzielt:

  • Im Schienengüterverkehr stieg der Umsatz leicht von 5,6 Milliarden auf 5,7 Milliarden Euro.
  • Im Schienenpersonennahverkehr legte der Umsatz von 10,6 auf 10,8 Milliarden Euro zu.
  • Im Schienenpersonenfernverkehr stieg der Umsatz von 4,0 auf 4,2 Milliarden Euro etwas stärker als im Vorjahr an.
Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)