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15.01.2018

Industrie gegen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge

Erhaltung der Luftreinheit: Auch in diesem Jahr stehen Politik, Wirtschaft und Kommunen vor großen Herausforderungen. An vielen Orten werden die gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten. Der DIHK fordert u.a. von der Fahrzeugindustrie Nachbesserungen an der Technik.

Die Industrie ist gegen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge

In vielen betroffenen Städten könnten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge drohen. Bereits im vergangenen Jahr schnürten verschiedene Diesel-Gipfel Maßnahmenpakete für saubere Luft in Städten. Fahrverbote wären die schlechteste der denkbaren Lösungen, findet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Für Fahrzeughalter würden Kosten in  Milliardenhöhe durch Wertminderung und Neuanschaffung entstehen. Für die Wirtschaft erwartet der DIHK harte  Einschränkungen. Nutzfahrzeuge würden fast ausschließlich von Dieselmotoren angetrieben, heißt es in einer Mitteilung  der Organisation.

Transporte lassen sich nicht per ÖPNV erledigen

Hinzu komme, dass Unternehmen für den Transport von Waren und Werkzeugen kaum auf den öffentlichen Nahverkehr  (ÖPNV) oder das Fahrrad ausweichen können. Zudem wären die Fahrverbote wenig nachhaltig. Zwar könnten sie die  Stickoxid-Emissionen von Dieselfahrzeugen reduzieren. An Verkehrsaufkommen, Lärm und anderen Schadstoffbelastungen änderten sie aber wenig. Der DIHK wirbt deshalb dafür, die Luftqualität in den Städten ohne Fahrverbote zu verbessern.

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Drei Millionen alte Fahrzeuge

Die Chancen dafür stuft er als gut ein. In Deutschland werden jährlich mehr als drei Millionen alte Fahrzeuge durch neuere ersetzt. Das werde die Schadstoffbelastung deutlich verringern. Bereits 2020 dürften so fast zwei Drittel der Städte, die derzeit über den Grenzwerten liegen, die europäischen Ziele erreichen. Damit dies auch im übrigen Drittel gelingen kann, stünden zusätzliche Handlungsoptionen zur Verfügung wie:

  • Nachbesserungen von Diesel-Pkw,
  • von vielen Herstellern bereits verlängerte Umweltprämien zum Umtausch älterer Fahrzeuge. Erste Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich die Schadstoffbelastung so um fünf bis zehn Prozent verringern lasse.

Auch das hohe Verkehrsaufkommen, Staus, alte Busse sowie Nutzfahrzeuge trügen zur Schadstoffbelastung bei. Deshalb sollten nach Ansicht des DIHK Städte auf einen Mix weiterer Maßnahmen für nachhaltige Mobilität setzen wie:

  • Stärkung von ÖPNV und Rad,
  • Förderung alternativer Antriebe in ÖPNV und Wirtschaftsverkehr,
  • Optimierung von Parkraumbewirtschaftung und Innenstadtlogistik.

Verkehrsfluss verbessern, Durchgangsverkehr verringern

Für wirkungsvoll hält es die Organisation zudem, den Verkehrsfluss zu verbessern und den Durchgangsverkehr zu verringern. Jede Maßnahme könne  abhängig von der örtlichen Situation  geringfügige Beiträge zu Schadstoffminderungen leisten.

Zusammen ergäben die Bündel vieler Einzelmaßnahmen sogar meist größere Potenziale als das Verbot alter Diesel-Pkw. So könne man die Mobilität in Städten verbessern und gleichzeitig einen Gewinn für Umwelt und Wirtschaft erzielen.

Saubere Luft ohne Fahrverbote

Ob sich so Fahrverbote in allen Städten verhindern lassen, werde maßgeblich vom Engagement für nachhaltige Mobilität abhängen. 2017 haben neben Hamburg und Stuttgart auch Reutlingen und Hagen Luftreinhaltepläne vorgelegt. Letztere werden nach Einschätzung des DIHK die europäischen Grenzwerte im Jahr 2020 ohne Fahrverbote einhalten können.

Diese Städte gehörten zu den am stärksten belasteten in Deutschland. Weitere 60 Kommunen haben Masterpläne zur Verbesserung der Luftqualität eingereicht. Das Unternehmen „Saubere Luft“ könnte also in Schwung – ganz ohne Fahrverbote.

Hier geht es zum Luftreinhalteplan Reutlingen.

Hier geht es zum Luftreinhalteplan Hagen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)

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