26.08.2019

Immer mehr wollen Routinejobs in der Logistik digitalisieren

Digitalisierung killt unsere Jobs! Diese Angst haben Beschäftigte in Logistik-Berufen offenbar nicht. Jedenfalls wenn zutrifft, was eine Umfrage jetzt herausgefunden haben will. Danach ist der Wunsch nach flexiblerer Arbeit groß. Wo möglich, sollte man Routinejobs digitalisieren.

Immer mehr sind für eine Digitalisierung von Routinejobs in der Logistik

Wenn Digitalisierung auf Logistik-Routine trifft

Flexibel und agil arbeiten – immer mehr Arbeitnehmer begrüßen das in ihrem Arbeitsalltag. Wenn man Routinejobs in der Logistik digitalisieren kann, warum nicht? sagen sich immer mehr Beschäftigte in der Logistik. Das geht aus einer Studie der Inform GmbH hervor. Dafür ließen sich 172 Teilnehmer aus der Logistikbranche befragen.

Die Studie hat herausgefunden, dass die Unternehmen diesen Wandel wahrnehmen und bereits darauf reagieren:

  • Rund 82 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitsplatz von der digitalen Transformation beeinflusst ist.
  • 86 Prozent bescheinigen ihrem Unternehmen, bereits Maßnahmen wie Home-Office, flexible Arbeitszeiten und flache Hierarchien umzusetzen.

In 68 Prozent der Unternehmen stößt die oberste Geschäftsleitung die Modernisierung der Arbeitsmodelle an, in fast einem Drittel jedoch die Mitarbeiter selbst (27 Prozent).

Digitalisierung von Routinejobs in der Logistik

An der diesjährigen Umfrage „Jobwandel durch Digitalisierung – Wie betroffen ist die Logistik?“ nahmen Mitarbeiter und Führungskräfte verschiedener Logistikbereiche teil. Die Befragten kommen aus diesen Branchen:

  • 48 Prozent aus produzierenden Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, Textil-, Automobil-, Metall-, Chemie-, Pharma- oder Konsumgüterbereich
  • 18 Prozent aus dem Handel oder von Logistikdienstleistern
  • 16 Prozent aus sonstigen Branchen

Mitgemacht haben vor allem Vertreter von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.

Moderne Arbeitsmodelle für mehr Effizienz

Die Beschäftigten sehen in der Umsetzung moderner Arbeitsmodelle vor allem die Möglichkeit, agiler und effizienter zu arbeiten. Dass dieser Punkt noch nicht erreicht ist, zeigt der große Wunsch nach mehr Flexibilität (81 Prozent) und sinnvoller Arbeit (61 Prozent).

IT schafft Transparenz

Dabei spielt die Informationstechnologie (IT) in vorderster Reihe mit. Für rund 93 Prozent der Befragten kommt es vor allem auf die richtige Software zur Unterstützung der operativen Arbeit an. Den Mitarbeitern kommt die Automatisierung von den Routinejobs in der Logistik entgegen.

Peter Frerichs von Inform und Sprecher der Studie wertet dies positiv. Er verspüre ein „regelrechtes Aufatmen“ bei den Mitarbeitern, wenn die neue Software für das Bestandsmanagement einen Großteil der Arbeit eigenständig übernimmt – etwa wenn es sich etwa um Routinebestellungen beim Lieferanten handelt.

Frerichs: „Sich mit strategischen Fragestellungen zu beschäftigen oder endlich mehr Freiraum für die Pflege der Lieferantenbeziehungen zu haben, schätzen unsere Kunden am Einsatz von IT.“

Umsetzbarkeit hängt vom Unternehmensbereich ab

Eine Flexibilisierung des Arbeitsumfelds halten die Teilnehmer der Umfrage jedoch nicht in jedem Bereich für umsetzbar. Überall wo Wissensarbeit geleistet wird, die nicht ortsgebunden ist, seien alternative Konzepte gut umsetzbar und akzeptiert, berichtet Dr. Jörg Herbers von Inform.

In der Produktion oder im Lager sei die Umsetzung eher schwierig. Hier arbeite man oft in Schichtmodellen. Dabei sei persönliche Anwesenheit unerlässlich. Eine Möglichkeit, um flexible Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen und damit die Mitarbeitermotivation zu steigern, sieht er in einer intelligenten Software für die Personaleinsatzplanung. Für die Zukunft gehen die Forscher von einer zunehmenden Bedeutung des Themas aus.

Frerichs: „Es werden immer mehr Bereiche um eine Digitalisierung und Modernisierung der Arbeitskonzepte nicht herumkommen. Hier auf die richtigen IT- und Softwaresysteme zurückzugreifen, kann Unternehmen eine wichtige Stütze sein und die Wettbewerbsfähigkeit sowie gleichzeitig die Zufriedenheit bei den Mitarbeitern erhöhen.“

Weiterführende Beiträge

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)