12.03.2018

Hamburger Hafen: Fahrrinnenvertiefung ist Teil massiver Investitionen

Lange wurde zäh gestritten, doch nun rückt die Fahrrinnenvertiefung der Unterelbe ab Hamburg offenbar näher. Die Rede ist von umfassenden Investitionen in die Infrastruktur vom Hamburger Hafen. Die Hafenwirtschaft jedenfalls bereitet sich auf Wachstumspotenziale vor.

Investitionen in Fahrrinne und Begegnungsverkehr sollen wirtschaftliche Entwicklung vom Hamburger Hafen vorantreiben.

Stabiles Umschlagergebnis beim Hamburger Hafen

Die Hamburger Hafenwirtschaft freut sich über ein stabiles Umschlagergebnis 2017 auf Vorjahresniveau. Das teilte jetzt die Marketingagentur vom Hamburger Hafen auf ihrer Jahrespressekonferenz mit.

Die Fahrrinnenanpassung der Elbe steht bevor und soll das Wachstum anheben. Durch Investitionen in die Infrastruktur gehöre der Hamburger Hafen zu den modernsten Knotenpunkten auf den internationalen Seerouten. Gleichzeitig trieben die Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen den Wandel im Hafen voran.

Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen blieb 2017 im Vergleich zum Vorjahr stabil auf hohem Niveau.

Hamburger Hafen: Seegüterumschlag mit Stück- und Massengut

Der Seegüterumschlag in Hamburg mit Stück- und Massengut zeigt sich den Angaben zufolge für das Jahr 2017 mit 136,5 Millionen Tonnen auf hohem Niveau stabil. Einen leichten Rückgang gab es beim Umschlag von containerisiertem Stückgut. Hier wurden 8,8 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) umgeschlagen (-1 Prozent).

Port of Hamburg

Hier geht es zur Website Port of Hamburg der Hafen Hamburg Marketing e.V.

Der Massengutumschlag erreichte mit 44,7 Millionen Tonnen ein Ergebnis auf Vorjahresniveau.

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Unterschiedliche Entwicklung bei Containerumschlag

Allerdings stellen die Hafenverantwortlichen in Hamburg beim Containerumschlag 2017 eine unterschiedliche Entwicklung fest. So blieb der Umschlag beladener Boxen mit 7,6 Millionen TEU unverändert. Beim Umschlag leerer Boxen verzeichnete man gar einen Rückgang um 88.000 TEU auf 1,2 Millionen TEU.

„Vor dem Hintergrund der noch ausstehenden Fahrrinnenanpassung und der weiter geltenden Wirtschaftssanktionen im für Hamburg bedeutenden Russlandhandel ist das Umschlagergebnis im Containersegment erwartungsgemäß“, erläuterte Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

Rückgang bei Umschlag leerer Boxen im Hamburger Hafen

Als einen Grund für den Rückgang beim Umschlag leerer Boxen führt Mattern die noch nicht realisierte Fahrrinnenanpassung der Elbe an.

Nach Einschätzung von Hafen-Hamburg-Marketing nutzen Reeder auf ihren besonders großen Containerschiffen den vorhandenen Transportraum vorrangig für die Mitnahme beladener Boxen – und zwar wegen der für Hamburg geltenden Restriktionen auf der Elbe und der engen Tidezeitfenster.

Die Leercontainer würden zunehmend über andere nordeuropäische Häfen geroutet. Unter den großen Containerhäfen Nordeuropas weist Hamburg beim Containerumschlag mit 13 Prozent den niedrigsten Leercontaineranteil und mit 87 Prozent den höchsten Umschlaganteil für beladene Boxen auf.

Hohe Erwartungen an Fahrrinnenanpassung

Entsprechend groß sind die Erwartungen an eine Fahrrinnenanpassung. Damit könne man in Hamburg deutlich mehr Container und Massengut umschlagen. Terminals und Hafenanlagen seien für Wachstum gut vorbereitet.

Mehr Tiefgang auf der Elbe und eine Erleichterung im Begegnungsverkehr durch Einrichten der Begegnungsbox im Elbabschnitt vor Hamburg würden eine effizientere Ausnutzung der Laderaumkapazitäten ermöglichen.

„Sie vereinfachen entscheidend die Begegnung besonders großer Schiffe“, ergänzte HHM-Mitvorstand Ingo Egloff.

Immer größere Containerschiffe

Unterdessen nimmt die durchschnittliche Containerschiffsgröße weiter zu. Seit den ersten Anläufen im Jahr 2015 hat sich die Anzahl der Einheiten mit mehr als 18.000 TEU Stellplatzkapazität im Hafen verdreifacht.

Im Jahr 2017 wurden in Hamburg allein 102 Anläufe von Großcontainerschiffen im Größensegment 18.000 bis 20.000 TEU gezählt. Das ist ein Plus von 52,2 Prozent. Im März wird mit der „CMA CGM Antoine de Saint Exupéry“ mit 20.776 TEU Stellplatzkapazität das bisher größte Containerschiff erstmals in Hamburg erwartet.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)