11.07.2019

Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) meldet Rekordumsätze für 2018

2018 gilt schon jetzt als das trockenste Jahr des Jahrhunderts. Besonders gelitten hatten darunter zeitweise die Logistikströme. Scheinbar spurlos scheinen sie indes an der HGK vorüber gegangen zu sein. Das Kölner Logistikunternehmen meldet jetzt Rekordumsätze für das letzte Jahr.

HGK Rekordumsatz

7,8 Millionen Gewinn 2018

Insgesamt 243,1 Millionen Euro setzte die Häfen und Güterverkehr Köln AG gemeinsam mit Töchtern und Beteiligungen im Geschäftsjahr 2018 um – Rekord, wie eine Pressemitteilung des Unternehmens schwärmt. Im Jahr zuvor hatte der Umsatz den Angaben zufolge bei 231,8 Millionen Euro gelegen. Den erwirtschafteten Gewinn 2018 beziffert das Unternehmen auf 7,8 Millionen Euro.

HGK Tochterunternehmen der Stadtwerke Köln

Die HGK ist eine Tochtergesellschaft unter dem Dach des Stadtwerke Köln Konzerns. Vom einstigen Hafenbetreiber hat sich die Gruppe zu einer internationalen Logistik-Holding entwickelt. Zu ihren Tochter- und Beteiligungsunternehmen gehören die HTAG Häfen und Transport AG und die Neska Schiffahrts- und Speditionskontor GmbH, ein Anbieter einer breiten Palette von Logistikdienstleistungen. Zudem verfügt die HGK AG über eine eigene Lokomotiv- und Waggonwerkstatt.

Ihre ehemaligen Geschäftsbereiche Hafenlogistik und Schienengüterverkehr hat die HGK 2012 in die RheinCargo GmbH & Co. KG übertragen, ein Joint Venture zu gleichen Teilen der HGK und der Neuss Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG. RheinCargo sieht sich als einer der führenden Binnenhafen-Betreiber Europas.

Trockenheit und anhaltendes Niedrigwasser 2018

Der Umsatz der HGK AG im Jahr 2018 betrug 69,8 Millionen Euro. Das vergangene Jahr war durch Trockenheit und lang anhaltendes Niedrigwasser geprägt. Trotzdem sei es gelungen, nach dem Ergebnis von 8,5 Millionen Euro in 2017 mit 7,8 Millionen Euro wieder einen signifikanten Beitrag zum Haushalt der Stadt Köln zu liefern, so Uwe Wedig, Vorsitzender des Vorstandes der HGK AG. Hierbei seien die Beteiligungsergebnisse zum Vorjahresvergleich gestiegen. Die Erlöse aus dem Verkauf von Immobilien fielen hingegen niedriger aus als im Jahr 2017.

Die HGK AG übernimmt für ihre Tochter- und Beteiligungsunternehmen verstärkt administrative Aufgaben. Insgesamt arbeiteten den Angaben zufolge 2018 für die gesamte Gruppe 1.593 Mitarbeiter.

„Die gute Zusammenarbeit der einzelnen Unternehmensteile spiegelt sich in unserem hervorragenden Ergebnis wider“, freut sich Wedig über den Prozess. 

Neska und RheinCargo

HGK-Tochter Neska konnte der Mitteilung zufolge den konventionellen Umschlag und Transport von Gütern von 8,9 Millionen im Vorjahr auf 9,3 Millionen Tonnen in 2018 steigern. Bei der HTAG sei bedingt durch die Niedrigwasserproblematik ein Rückgang auf 11,0 Millionen Tonnen (Vorjahr: 12,3 Millionen Tonnen) zu verzeichnen. Der Logistikdienstleister RheinCargo erzielte in den sieben betriebenen Rheinhäfen einen Umschlag von 25,4 Millionen Tonnen. Auf der Schiene transportierte das Unternehmen 18,8 Millionen Tonnen, und schlug insgesamt 44,2 Millionen Tonnen (Vorjahr: 47,2 Millionen) um.

HGK will Güter auf Schiff und Bahn verlagern

Für die kommenden Jahren hat sich die HGK-Gruppe vorgenommen, mehr Güterströme vom Lkw auf Schiff und Bahn zu verlagern. Zu diesem Zweck hätten die Unternehmen der Gruppe nachhaltige Lösungen ins Angebot aufgenommen. Ein wichtiger Bestandsteil der HGK-Strategie sei dabei der Ausbau des Terminals Köln Nord für den Kombinierten Verkehr und die geplante Errichtung eines dortigen Logistikzentrums. Bei Vollbetrieb könne man dadurch geschätzt 250.000 LKW-Fahrten durch die Stadt oder über den Autobahnring vermeiden. Zudem plane man Investitionen in die bestehenden Binnenschiff-Terminals am Rhein zur Verbesserung der Infrastruktur.

Über 250 Kilometer Schienennetz

Das Unternehmen unterhält eine der größten privaten Güterbahnen in Deutschland. Das Schienennetz der HGK mit 251,2 Kilometer Gleisanlagen und 63 Gleisanschlüssen nutzen Güterverkehr und Öffentlicher Personennahverkehr. Als städtisches Unternehmen bekenne man sich zur Daseinsvorsorge. In diesem Sinne investiert die HGK in die Infrastruktur. Als gesundes Unternehmen stelle sich die HGK auch in Zukunft mit ihren Töchtern und Beteiligungen einem scharfen Wettbewerbsumfeld, beschreibt Wedig kommende Herausforderungen. Um weiterhin ein starkes Mitglied im Stadtwerke Köln Konzern zu sein, halte man es für unabdingbar, zukünftig weiter zu wachsen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)