01.06.2017

Güterverkehrszentrum: Augsburg und Emsland kooperieren

Der Norden und der Süden Deutschlands wachsen zusammen. Jedenfalls logistisch. Marktforscher haben einen hohen Bedarf an gebündelten Warenströmen im kombinierten Verkehr festgestellt. Ihn soll eine neue Direktverbindung zwischen dem Güterverkehrszentrum Emsland und dem in der Region Augsburg abdecken.

Kombinierter Verkehr: Direktverbindung geplant

Kombinierter Verkehr: Direktverbindung von Güterverkehrszentrum zu Güterverkehrszentrum

Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Region Augsburg hat eine Kooperation mit dem GVZ Dörpen gestartet. Dies wurde auf der „Transport Logistic 2017“ in München besiegelt. Dabei war auch die niedersächsische Staatssekretärin Daniela Behrens. Das langfristige Ziel dieser frischen Kooperation ist eine direkte Zugverbindung zwischen Lagerstandorten im Norden und Süden. Diese Standorte bündeln die Waren dieser produktionsstarken und exportorientierten Regionen und schlagen sie um.

Bedarf an gebündelten Warenströmen im kombinierten Verkehr

Im ersten Quartal 2017 hat das GVZ Emsland Sondierungsgespräche mit Unternehmen im Nordwesten geführt. Dabei hat es einen hohen Bedarf an gebündelten Warenströmen im kombinierten Verkehr festgestellt. Weiteres Ergebnis: Süddeutschland stellte sich als wichtigste Beschaffungsregion heraus.

Nun wird eine neue Direktverbindung im kombinierten Verkehr mit Konsolidierungslagern an beiden Endpunkten entwickelt.

GVZ-Chefs über Eckpunkte der Kooperation weitgehend einig

Auf der Transport Logistic haben die Geschäftsführer die Eckpunkte der Kooperation besprochen. Von Seiten der Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr mbH (DUK) ist das Peter Fischer und von Seiten der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen GmbH der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß ist es Ralf Schmidtmann.

Die Standorte wollen bis Ende des Jahres prüfen, ob die Umsetzung sinnvoll ist und damit die Basis für das neue Angebot schaffen.

Lagerstandorte an Endpunkten der Verbindung

Ein Ergebnis der Kooperation könnten neutrale Lagerstandorte an beiden Endpunkten der Verbindung sein. Als Konsolidierungslager sollen sie Waren relationsspezifisch bündeln und bis zur Abfahrt puffern.

Potenzielle Nutzer in der Region Augsburg könnten Unternehmen sein, die die nordwestdeutsche Industrie beliefern oder selbst über die Nordhäfen exportieren. Für paarige Verkehre kann das Pendant im Norden Containerware aus den Nordhäfen auf die Schiene umschlagen.

Augsburg erfüllt Voraussetzungen

Das GVZ Region Augsburg erfüllt die Voraussetzungen für die Kooperation. Auf dem Gelände stehen 1,2 Hektar Grundstücksfläche für Logistikdienstleister im kombinierten Verkehr zum Verkauf.

Nach Angaben von Wolfgang Müller, Geschäftsführung der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS), startet für das Terminal die europaweite Ausschreibung voraussichtlich im Herbst. Der Baubeginn ist für Anfang 2018 geplant.

Meyer Werft in Papenburg meldet Interesse an

Fischer sieht als Voraussetzung für kombinierten Verkehr ausreichende und relationsspezifisch gebündelte Mengen. Verlader im Nordwesten hätten dafür sowohl Potenzial als auch Bedarf signalisiert. Konkretes Interesse hat die Meyer Werft in Papenburg.

Fischer: „Das GVZ Region Augsburg ist als produktionsstarke Zulieferregion der ideale Partner, mit dem wir die Grundlagen für eine langfristige und wirtschaftliche Verbindung schaffen können.“

Exportregion Augsburg

Schmidtmann vom GVZ Region Augsburg verweist auf 200.000 Unternehmen im Süden. 29 Prozent der Wirtschaftsleistung kämen aus dem Maschinenbau. Die Exportquote liege bei 40 Prozent.

Schmidtmann: „In dieser überdurchschnittlich exportorientierten und produktionsstarken Region sind Logistikflächen ein knappes Gut und der Straßengüterverkehr nimmt stetig zu.“ Deshalb wolle man möglichst viele Güter auf die Schiene bringen. Mit langfristigen Kooperationen soll eine gute Logistikinfrastruktur für die Region geschaffen werden.

Schnittstelle von Schiene und Straße

Thomas Nobel, Geschäftsführer der Deutschen GVZ-Gesellschaft mbH (DGG), sieht in der Kooperation ein positives Beispiel dafür, wie Güterverkehrszentren in Deutschland zusammenarbeiten.

Nobel: „Mit ihrer Infrastruktur können sie ähnlich wie in Systemen für Stückgut oder Paketdienste an der Schnittstelle von Schiene und Straße Hub-and-Spoke-Funktionen im Kombinierten Verkehr einnehmen.“

Hier geht es zur Homepage der Deutschen GVZ-Gesellschaft mgH (DGG).

Autor: Franz Höllriegel