17.04.2018

Güter- und Personenverkehr wird mittelfristig zunehmen

In den Jahren 2018 bis 2021 wird der Güter- und Personenverkehr zunehmen. Das ergibt sich aus einer neuen Prognose des Bundesverkehrsministeriums. Die deutschen Häfen schlugen 2017 etwas mehr als im Vorjahr um. Leicht rückläufig ist demgegenüber der Containerumschlag.

In den Jahren 2018 bis 2021 wird der Güter- und Personenverkehr zunehmen, so die Prognose.

Anhaltendes, aber abgeschwächtes Wachstum

Das Transportaufkommen wird 2018 um 1 Prozent steigen, die Transportleistung um 1,4 Prozent. Das berichtet das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und beruft sich auf die gleitende Mittelfristprognose des Bundesverkehrsministeriums für den Güter- und Personenverkehr der Jahre 2018 bis 2021. Mittelfristig werde der Güter- und Personenverkehr zunehmen.

2018 können demzufolge noch alle Landverkehrsträger am Wachstum teilhaben. Für den weiteren Zeitraum bis 2021 prognostizieren die Wissenschaftler ein deutlich abgeschwächtes jährliches Wachstum – sowohl für den Straßen- als auch für den Schienengüterverkehr.

Für die Binnenschifffahrt werden leichte Rückgänge erwartet. Abschwächen dürften sich in den kommenden Jahren zudem die Wachstumsraten im Luft- und Seeverkehr sowie im Kombinierten Verkehr der Eisenbahnen. Diese verbleiben jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Bei den Rohrleitungen wird im gesamten Prognosezeitraum mit rückläufigem Aufkommen und Leistungsentwicklung gerechnet.

Deutsche Seehafenbetriebe legen leicht zu

Im Gesamtverkehr haben die deutschen Seehafenbetriebe 2017 umgeschlagen: 299,5 Millionen Tonnen und damit 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Das berichtet das Maritim-Journal „Hansa“. Das Magazin beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Exporte seien leicht zurückgegangen, Importe hätten zugenommen.

Der Versand lag dem Bericht zufolge mit 115,7 Millionen Tonnen 1 Prozent unter dem Vorjahr, der Empfang aus dem Ausland mit 175,3 Millionen Tonnen 2,5 Prozent darüber.

Stark zugenommen haben Erze, Steine und Erden (+15,7 Prozent) sowie die Energieträger Kohle, rohes Erdöl und Erdgas (+10 Prozent).

Rückläufig waren demnach Sekundärrohstoffe und Abfälle (–18,7 Prozent) sowie Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft (–12,8 Prozent).

Der Güterverkehr mit China und europäischen Staaten blieb den Angaben zufolge in etwa gleich (+0,3 Prozent bzw. +0,4 Prozent, jedoch +11,8 Prozent mit Norwegen), stieg stark mit Nordamerika (Mexiko +16,0 Prozent, USA +13,6 Prozent und Kanada +7,9 Prozent) und sank mit Singapur (–9,9 Prozent) und Saudi-Arabien (–19,5 Prozent).

Containerumschlag rückläufig

Der Containerumschlag war laut „Hansa“ leicht rückläufig mit –0,5 Prozent. Er sank von 15,2 auf 15,1 Millionen TEU (Standard 20-Fuß-Container) sowohl im Import als auch im Export.

Rückläufig waren die innereuropäischen Relationen (Russland –12,6 Prozent und Finnland –20,2 Prozent) sowie Afrika und Asien (Singapur –8,8 Prozent).

Zugelegt haben die Containerverkehre mit China (+2,8 Prozent) und Amerika (+5,1 Prozent). Insgesamt schien das vergangene Jahr geprägt von der Konsolidierung und Neuordnung der Containerschifffahrt, zitiert das Schifffahrtsmagazin den Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS).

Personenverkehr konstant

Der Personenverkehr bleibt laut BAG in diesem Jahr mit einem Plus von 1,2 Prozent beim Aufkommen und 1,5 Prozent bei Leistung auf Wachstumskurs. Dies gilt für das Gesamtergebnis ebenso wie für die einzelnen Verkehrsträger. In den Folgejahren soll sich die Tendenz fortsetzen.

Der mengenmäßig vorherrschende motorisierte Individualverkehr zeige sich, ebenso wie der öffentliche Straßenverkehr, weitestgehend konstant. Eisenbahn und Luftverkehr entwickeln sich insgesamt überdurchschnittlich, die Wachstumsraten ab 2019 würden aber teils spürbar hinter den heutigen zurückbleiben.

Die Zuwächse des Eisenbahnverkehrs begründet das BAG insbesondere mit der positiven Entwicklung der Fernverkehre. Innerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs seien die Prognosen für den Fernbusverkehr hingegen rückläufig.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)