09.11.2021

GPS mehr für Transportverfolgung nutzen

Punktgenau ein Ziel zu erreichen, ist gar nicht so leicht. In Transport und Logistik gibt es dafür das Globale Positionssystem GPS, in modernen LKW vertreten durch den GPS-Tracker. Ein weithin in seinen Fähigkeiten unterschätztes Gerät. Sie will eine Herstellerkooperation jetzt aufbohren.

GPS Transportverfolgung

GPS-Tracker können mehr als angenommen

Die Effizienz in der Transportverfolgung in der europäischen Logistikbranche erweitern – das hat sich eine Kooperation von LKW-Hersteller Iveco, Digital-Spediteur Sennder und Straßengüterplattform CO3 vorgenommen. Die neue Partnerschaft will hierfür das Angebot zur Ladungsverfolgung auf Sennders digitaler Plattform „sennOS“ erweitern.

Kern ist, die in LKW eingebauten GPS-Tracker zur Transportverfolgung in der europäischen Logistikbranche besser zu nutzen. Die können nämlich mehr als gemeinhin angenommen. Die dafür entwickelte GPS-Lösung bietet laut Pressemitteilung der Partner Verladern einen besseren Überblick. Zudem soll sie die Transparenz über den Transportweg der eingesetzten LKW erhöhen und Spediteuren zu einem besseren digitalisierten Onboarding-Prozess verhelfen.

End-to-End-GPS-Lösung für europaweite Nachverfolgung

Die Kooperationspartner entwickelten gemeinsam eine End-to-End-GPS-Lösung, mit der Verladern nahezu jede Ladung, einschließlich Spot-Ladungen, in Europa verfolgen können sollen. Die von CO3 entwickelte Basis-Technologie kommt zunächst in der integrierten Fahrzeugverfolgung von Iveco zum Einsatz. Sie ist mit „sennOS“ verbunden.

Hilfe für Spot-Ladungen

Spot-Landungen umfassen rund 20 Prozent aller Transporte im europäischen Markt. Aufträge für diese oft einmaligen Ladungen erfolgen in der Regel kurzfristig mit Ausführungszeitpunkt noch am selben Tag. Das enge Zeitfenster bei der Abholung der Ladung verhindert bisher oft die Aktivierung der GPS-Tracking-Systeme während des Transports. Sennder ordnet die durch Verlader angeforderte Ladung einem Spediteur zu. Spediteure können nun die Technologie von CO3 nutzen, um ihr integriertes GPS-Tracking innerhalb von zehn Minuten zu aktivieren. Vergleich: in der Branche beträgt die übliche Onboarding-Zeit 48 Stunden. Vorteile:

  • Spediteure schließen das Onboarding nahtlos und innerhalb weniger Minuten ab.
  • Die Technologie läuft auf den bereits eingebauten GPS-Geräten, für Spediteure fallen hierfür keinerlei Kosten an.
  • Verlader bekommen einen besseren Überblick über den Verlauf des Transports.

Laut Pressemitteilung ist Iveco der erste Nutzfahrzeughersteller, der das Tracking in seinen Lkw aktiviert. Das Angebot ist ab sofort in ganz Europa verfügbar und gilt für die Hälfte aller Lkw, die mit eingebautem GPS-Tracker ausgestattet sind.

Transportwesen nachhaltiger gestalten

Fabrizio Conicella, Global Head of Digital und Advanced Technologies bei Iveco, kommentiert: „Wir sind stolz auf die Zusammenarbeit mit Sennder und CO3. Unser gemeinsames Ziel ist es, das Transportwesen nachhaltiger zu gestalten. Die Kombination aus unseren innovativen APIs, der fortschrittlichen Technologie von CO3 und der bewährten sennder Plattform können wir Verlader und Spediteure dabei unterstützen ihren Alltag produktiver zu gestalten und gleichzeitig ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren.“

Logistikbranche fit machen für die Zukunft

David Nothacker, CEO und Gründer von Sennder, erklärt: „Wir freuen uns, gemeinsam mit Iveco und CO3 die Transparenz in der Logistik zu verbessern. Wir teilen die Mission, die Logistikbranche fit für die Zukunft zu machen. Mit unserer Partnerschaft legen wir einen wesentlichen Grundstein für einen innovativen und effektiven Ansatz zur Verfolgung von Spot-Ladungen. Wir werden auch in Zukunft mit Branchenpionieren zusammenarbeiten, damit Spediteure und Verlader Tools an der Hand haben, ihre Ladungen so effizient wie möglich zu transportieren.“

Transparenz bei der Optimierung des Lieferkettenmanagements

Grzegorz Patynek, CEO und Gründer von CO3, sagt: „Heute hilft die Transparenz bei der Optimierung des Lieferkettenmanagements und unterstützt zudem das Risiko- und Störungsmanagement, insbesondere auf dem Vertragsmarkt. Mit dem gemeinsamen Angebot haben wir uns darauf fokussiert, den Mangel an Transparenz bei der Verfolgung von einzelnen Aufträgen anzugehen. Diese Partnerschaft ist der erste Schritt, um dieses komplexe Problem anzugehen und Partner zu finden, die einen Mehrwert für die aktuelle Gruppe ihrer Kunden sehen. Solche Partner sind Iveco und Sennder.”

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)