02.02.2021

FFP-Masken richtig einkaufen: Tipps von Experten

Medizinische oder FFP2/3-Masken werden Pflicht in Deutschland. Zumal Firmen sollten bei deren Einkauf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Maskentypen und Bezeichnungen kennen. Prüfexperten von Dekra geben Tipps für Einkauf und Klarheit im Masken-Dschungel.

FFP-Masken

Ein Kürzel in und vor aller Munde

Kaum ein Kürzel, das die Menschen derzeit so bewegt wie FFP. Was heißt FFP? Es steht für Face Filtering Piece, Gesichtsfilterstück. Insgesamt gibt es bei diesen Masken die drei Schutzklassen:

  • FFP1: lediglich bedingter Atemschutz
  • FFP2
  • FFP3.

Diese partikelfiltrierenden Halbmasken heißen auch Feinstaubmaske, Staubmaske und Atemschutzmasken. Sie bestehen aus Vliesstoff und sind je nach Modell mit Atemschutzfiltern ausgestattet, die das Einatmen und Ausatmen erleichtern sollen. Geläufig sind Bezeichnungen wie FFP2-Masken ohne Filter bzw. FFP3-Masken mit Filter. FFP2- oder FFP3-Masken schützen ihren Träger und seine Umgebung. Nach dem Standard FFP2 muss die Maske mindestens 94 Prozent der Aerosole und Partikel zurückhalten. Partikelfiltrierende Masken sind in diversen Schutzstufen erhältlich. Staubmasken können ergänzend durch die beiden Kennzeichnungen

  • R (reusable, wiederverwendbar)
  • NR (non reusable, nicht wiederverwendbar)

zusätzlich unterschieden werden. Hauptsächlich sind FFP-Masken Einmalprodukte, nach Gebrauch zu entsorgen, wie „Maske-tragen.de“ erklärt. Auch, wenn der Filter erschöpft ist, müsse man die Maske ablegen und entsorgen. Der Filter von FFP-Masken ist integriert. Sein Austausch ist daher nicht möglich. Beim Tragen von FFP-Masken beispielsweise zum Filtern von Feinstaub oder Fasern setzt sich der Filter mit Partikeln zu und die Filterwirkung erlischt. Um wieder voll in den Genuss einer solchen zu gelangen, muss der Träger eine neue FFP-Maske aufsetzen.

Ventil verringert den Atemwiderstand

Dieser Maskentyp ist eine leichte Filtermaske, die eine Vielzahl an Schadstoffen filtert. Gleichwohl ist beim Tragen dieses Maskentyps die Atmung beeinträchtigt. Bei längerer Tragezeit empfiehlt „Maske-tragen.de“ daher zu einer filtrierenden Halbmaske mit Ausatemventil. Ein solches Ventil unterstütze das Entweichen der Atemluftfeuchte nach außen und verringere den Atemwiderstand.

41 Benannte Stellen in der EU

Für die Norm muss die Maske eine Baumusterprüfung bei einer Benannten Stelle bestehen. In Europa gibt es 41 solcher Benannten Stellen laut der Nando-Datenbank der EU-Kommission. In Deutschland sind zwei Benannte Stellen anerkannt, neben Dekra Testing und Certification mit dem Speziallabor in Essen das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) Prüf- und Zertifizierungsstelle im DGUV Test in Sankt Augustin bei Bonn. Dekra bot schon vor der Corona-Pandemie wie auch seither für Atemschutzmasken Dienstleistung rund um Baumusterprüfung und Zertifizierung für die CE-Kennzeichnung.

Daran kann man eine FFP2-Maske erkennen

Eine FFP2-Maske erkennt der Käufer an einem dauerhaften Aufdruck auf der Maske und der Verpackung mit jeweils folgenden Angaben:

  • CE-Kennzeichnung mit vierstelliger Nummer, zum Beispiel „CE 0158“ für Dekra
  • Die Norm „EN 149:2001+A1:2009“
  • Maskenklasse „FFP2“
  • Produktname oder Produktnummer
  • Name oder Warenzeichen des Herstellers.

Über die Prüfstelle hinter der vierstelligen Nummer gibt die Nando-Datenbank Auskunft.

Eine Verordnung für medizinischen Bedarf

Corona-Pandemie-Atemschutzmaske (CPA) müssen der Vorschrift nach § 9 der Verordnung zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Produkten des medizinischen Bedarfs bei der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Epidemie, kurz Medizinischer Bedarf Versorgungssicherstellungsverordnung oder noch kürzer MedBVSV entsprechen. Die Verordnung ermöglicht laut Bundesgesundheitsministerium die zentrale Beschaffung von Produkten des medizinischen Bedarfs durch die Bundesregierung zur Versorgung der Bevölkerung während der Corona-Epidemie. Zu den Produkten des medizinischen Bedarfs zählen u.a.

  • Arzneimittel,
  • Medizinprodukte,
  • Labordiagnostika,
  • persönliche Schutzausrüstung und
  • Desinfektionsmittel.

Zudem sollen die Regelungen sicherstellen, dass dringend benötigte Arzneimittel sowie Schutzausrüstung möglichst schnell in der Versorgung eingesetzt werden können.

Ausnahmeregelungen vom Arzneimittelrecht sehen unter anderem vor, dass im Ausland beschaffte Arzneimittel auch ohne deutschsprachige Kennzeichnung und Packungsbeilage in die Versorgung gebracht werden können. Zudem können Verfahren der Zulassung und der klinischen Prüfung unter Einhaltung sicherheits- und qualitätsrelevanter Aspekte beschleunigt werden.

In Deutschland dürfen pauschal auch solche Schutzausrüstungsgegenstände angeboten werden, die US-amerikanische, kanadische, japanische oder australische Standards erfüllen. Das ist möglich, weil diese Sicherheits- und Qualitätsanforderungen mit denen der EU vergleichbar sind.

Damit mehr Menschen Blut und Plasma spenden können, können u.a. die Altersgrenzen auf 17 bis 70 Jahre ausgeweitet werden. Bislang liegen sie bei 18 bis 68 Jahren. Wer an Grippe oder an grippeähnlichen Symptomen erkrankt ist, muss eine 14-tägige Wartezeit nach Verschwinden der Symptome einhalten, bevor eine Blutspende möglich ist. Das Paul-Ehrlich-Institut beobachtet und bewertet die Entwicklung der COVID-19-Pandemie und kann getroffene Vorgaben zur Spende entsprechend anpassen.

Schnelltest-Masken von 2020 nur noch bedingt erlaubt

Zwischen 20. März 2020 und 30. September 2020 konnten auch Masken ohne Baumusterprüfung die Marktfähigkeit erlangen. Voraussetzung war ein anerkannter Schnelltest eines zugelassenen Prüfinstituts und eine schriftliche Freigabe der zuständigen Marktüberwachungsbehörde. Dieser Schnelltest ist mittlerweile nicht mehr erlaubt. Die CPA-Masken sind aber nach wie vor bis zum Ende des Ablaufdatums ein Jahr ab Prüfdatum – auch für Arbeitgeber – sicher und gemäß der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) verkehrsfähig. Sie erfüllen folgende Voraussetzungen:

  • Es gibt einen Aufdruck auf der Maske oder der kleinsten Verpackungseinheit
  • Bezeichnung als „Corona-Pandemie-Atemschutzmaske“ („CPA-Maske“) mit Revisionsnummer des Prüfgrundsatzes (0 bis 2)
  • Keine CE-Kennzeichnung
  • Keine Angabe der Norm „EN 149“
  • Kein Aufdruck „FFP“ auf der Maske oder Verpackung
  • Der Hersteller oder Inverkehrbringer ist ersichtlich.
  • Der Händler muss die Nachweise über die Verkehrsfähigkeit vorweisen können.

KN95- und N95-Atemschutzmasken

KN95- und N95-Masken sind FFP2-ähnlich, müssen aber nicht die strengen Testanforderungen der europäischen Norm EN 149 erfüllen. Eine Maske mit der Klassifizierung KN95 wird nach dem chinesischen Standard GB2626 geprüft. Eine Maske mit der Klassifizierung N95 wird nach dem amerikanischen Standard NIOSH geprüft. KN95 und N95 sind in der EU keine verkehrsfähigen FFP2-Masken. Sie können in Deutschland als CPA-Masken verkehrsfähig sein, wenn sie einen CPA-Schnelltest bestanden haben und die Bestätigung der Marktüberwachung vorliegt.

Verkehrsfähige Masken nach mehreren Standards

Es gibt verkehrsfähige Masken, die nach mehreren Standards geprüft wurden und häufig auf dem Markt zu finden sind. Sie tragen dann die Angaben für beide Normen: also zum Beispiel „KN95“ und „GB 2626“ sowie „FFP2“ mit Verweis auf „EN 149“ sowie eine CE-Kennzeichnung mit vierstelliger Nummer von einer in der EU anerkannten Benannten Stelle.

Medizinische Masken (OP-Masken)

Medizinische Masken sind keine persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie FFP-Masken. Diese OP-Masken bieten Fremdschutz, aber nur geringeren Schutz für den Träger gegen Aerosole und Tröpfen. Sie tragen eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt auf der Verpackung.

Wichtig: Anwender müssen unbedingt die Gebrauchshinweise beachten zu:

  • korrektem, passgenauem Anlegen,
  • Benutzungsdauer
  • Entsorgung.

Falsch oder nachlässig angelegte FFP-Masken bieten keinen oder nur geringen Schutz vor Ansteckung und sind gefährlich für den Träger und die Umgebung. 

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)