Fachbeitrag | Einkaufsrecht
07.07.2016

Ersatzteil: Kann schnell ins Geld gehen!

Apropos Ersatzteil: Wer kennt das nicht? Da werden stark vergünstigt Produkte angeboten, die vor wenigen Jahren noch ein Vielfaches kosteten. Der preisbewusste Einkäufer fragt sich dann: „Warum sind die Produkte auf einmal so günstig?“. Er erfährt: „Die Produktion des Warentyps wird eingestellt. Ersatzteile gibt es nur noch begrenzte Zeit.“. Da entpuppt sich so manches „Schnäpple“ dann doch als teurer Fehlkauf, wenn man nicht aufpasst.

Ersatzteilkauf will gut überlegt sein© apfelweile /​ fotolia.com

Ersatzteil mit Pferdefuß

Produkte sind schnell geordert. Ob es nun ein Drucker oder eine große Maschine ist. Was so mancher beim Kauf von besonders preisgünstigen Modellen nicht bedenkt: Viele Hersteller verdienen heute ihr Geld nicht mehr mit den Hauptprodukten, sondern mit den Ersatzteilen.

Denken Sie nur an die unglaublich billigen Markendrucker. Die Freude daran währt nur solange, bis der Käufer das erste Mal Patronen oder Kartuschen kaufen muss. Das Gerät fordert nun  wie eine Operndiva nur das Beste, nämlich Originalersatzteile vom Hersteller, die gerne ein Drittel des Gerätepreises (und mehr!) kosten. Wenn man die Kosten für so einen Drucker mit Ersatzteilen auf seine Lebenszeit berechnet, kann von einem günstigen Geschäft keine Rede mehr sein.

Ersatzteil: Abhängigkeit vom Hersteller

Der Käufer ist damit aber auch vom Hersteller abhängig. Erhöht dieser die Preise und stellt die Lieferung von Ersatzteilen ein oder verschwindet ganz vom Markt, muss das gekaufte Produkt im schlimmsten Fall verschrottet werden. Mit Glück lassen sich dann Ersatzteile wie bei Oldtimern aufwändig beschaffen.

Der Nachbau der Ersatzteile ist nicht so einfach möglich. Sind sie durch Schutzrechte geschützt, darf man das noch nicht einmal.

Kauft man einen Vorrat an Ersatzteilen, werden deren Mängel erst erkannt, wenn sie eingebaut werden. Dann können die Gewährleistungsrechte schon nicht mehr bestehen. Das andere Problem lässt sich an dem „Diven-Drucker“ beschreiben: Der Drucker streikt und kann nicht mehr repariert werden. Die Vorratskartuschen nimmt der Händler nicht mehr zurück und sie müssen entsorgt werden. Hier geht bares Geld verloren.

Gewährleistung

Werden Ersatzteile im Rahmen der Gewährleistung ausgetauscht, ist der Käufer meist zufrieden. Oft sind sie jedoch durch die bloße Nutzung der Ware verschlissen und von der Gewährleistung ausgenommen. Dann kann es teuer werden.

Denken Sie nur an die Fernsehgeräte und Waschmaschinen von heute. Früher hielten sie gerne zwanzig Jahre. Jetzt ist die Reparatur meist teurer als ein topmodernes Neugerät. Beim Kauf eines Produkts sollte also auch immer die Folgekosten gedacht werden!

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Autor: Astrid Hedrich 

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