14.09.2017

ERP-Software von PSI: Industrie 4.0 beim Elektroauto der RWTH Aachen

Schon beim ersten Prototypen durfte ERP-Spezialist PSI mitwerkeln – jetzt setzen die Bauer des Elektroautos von der E.Go Mobile AG bei der RWTH Aachen weiter auf die Expertise der PSI Automotive & Industry bei der Serienfertigung. Die ERP-Branche erlebt derzeit massives Wachstum.

Enterprise-Resource-Planning

Langjährige Branchen- und Prozesskompetenz

Die E.Go Mobile AG hat die PSI Automotive & Industry GmbH mit ihrer ERP-Software für das Produktionsnetzwerk zur Herstellung ihres neu entwickelten elektrischen Stadtautos „E.Go Life“ ausgewählt. Neben der langjährigen Branchen- und Prozesskompetenz habe die E-Autobauer vor allem die Möglichkeit zur raschen Implementierung in agilen Schritten überzeugt, heißt es in einer Pressemitteilung von PSI. Dies entspreche der eigenen Vorgehensweise in Produkt- und Organisationsentwicklung.

Prozessorientierte skalierbare Software

Gerade für ein junges Unternehmen wie E.Go Mobile sei es wichtig, einen erfahrenen ERP-Partner an der Seite zu haben. Er bringe nicht nur eine sehr gute prozessorientierte Software mit, sondern sei skalierbar auch auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vorbereitet. Dazu zähle beispielsweise die Internationalisierung der Produktion mit Hilfe von Franchise-Partnern, die systemseitig voll eingebunden werden. Zum Einsatz kommt die ERP-Software „PSIpenta“.

Bezahlbare Elektrofahrzeuge dank Industrie 4.0

Die E.Go Mobile AG wurde 2015 gegründet. Mit Hilfe von Industrie 4.0-Methoden will sie bezahlbare Elektrofahrzeuge fertigen. Derzeit entsteht das erste Serienwerk für den E.Go am Standort Aachen-Rothe Erde. Prozesse und Systeme dort wurden bereits in der Vorserie am RWTH Aachen Campus in der Demonstrationsfabrik am Cluster Smart Logistik und in der Anlauffabrik am Cluster Produktionstechnik erprobt. Im 2. Quartal 2018 will das Unternehmen mit der Auslieferung an Endkunden beginnen.

„PSIpenta“ mit PSI-Java-Framework

Bei der Herstellung setzen Herstellerunternehmen und der Softwarelieferant bereits Industrie 4.0 um, die Unterstützung der vierten industriellen Revolution durch „PSIpenta“. Die aktuelle Version basiert auf dem PSI-Java-Framework. Sie erlaube eine dynamische Oberflächengestaltung mit Hilfe der Click-Design-Technologie. PSI wurde 1969 gegründet und beschäftigt weltweit mehr als 1.600 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt und integriert auf Basis eigener Softwareprodukte komplette Lösungen für Energiemanagement (Energienetze, Energiehandel), Produktionsmanagement (Rohstoffgewinnung, Metallerzeugung, Automotive, Maschinenbau, Logistik) und Infrastrukturmanagement für Verkehr und Sicherheit.

Branche für ERP-Software auf Wachstumskurs

Die ERP-Branche befindet sich derzeit auf einem nachhaltigen Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr 2017 erzielten nach Ergebnissen des 7. ERP-Barometers des Branchenverbandes Bitkom 69 Prozent der ERP-Unternehmen steigende und 24 Prozent stabile Umsätze. Die Anbieter von ERP-Lösungen blickten daher mit großer Zuversicht auf das zweite Halbjahr 2017. Fast neun von zehn ERP-Unternehmen (85 Prozent) gehen von steigenden Umsätzen aus. Weitere zehn Prozent rechnen mit stabilen Einnahmen für das laufende Jahr. Nur fünf Prozent erwarten einen Umsatzrückgang. Insgesamt ist der ERP-Branchenindex um acht Punkte auf 80 gestiegen.

ERP-Unternehmen wollen massiv Mitarbeiter einstellen

Sieben von zehn Unternehmen (71 Prozent) wollen in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Nur drei Prozent gehen von einem Personalabbau aus. Gleichzeitig bewerten 79 Prozent den Mangel an Fachkräften als Hindernis für ihre Geschäftsentwicklung. Positiv auf die Geschäftstätigkeit wirken sich hingegen nach Meinung der ERP-Anbieter die große Exportnachfrage (57 Prozent) und die Binnennachfrage (84 Prozent) aus. Neutral beurteilt die Mehrheit der Unternehmen den Einfluss der politischen Rahmenbedingungen (63 Prozent) und der Finanzierungsbedingungen (69 Prozent).

Nach wie vor On-Premise bevorzugt

Wie im Vorjahr verzeichnen die ERP-Anbieter die größte Nachfrage im Bereich der On-Premise-Lösungen (62 Prozent), mit denen Unternehmen die vollständige Kontrolle über ihre geschäftskritischen Daten behalten, jedoch auch die Installation, Wartung und Kontrolle der Software selbst tragen müssen. Aber auch das Interesse an anderen ERP-Lösungen steigt zunehmend. 44 Prozent geben an, dass Produkte wie Hosting- oder Infrastructure-as-a-Service-Lösungen besonders gefragt sind. Vier von zehn ERP-Unternehmen (40 Prozent) berichtet von einer starken Nachfrage nach Private-Cloud- oder Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS). Bei jedem fünften Anbieter (21 Prozent) werden Public-Cloud-Lösungen stark nachgefragt.

Spiegel der guten Wirtschaftslage

„Die gute wirtschaftliche Lage spiegelt sich auch in der ERP-Branche wider“, kommentiert Bitkom-Software-Experte Dr. Frank Termer die Barometer-Ergebnisse. Die meisten Unternehmen gingen nicht nur von steigenden Umsätzen aus, sondern wollten auch neue Arbeitsplätze schaffen.

Autor: Franz Höllriegel