04.03.2021

Einkauf von Logistiker Debatin auf zweiter BME-Stufe

Möglichst wenige Risiken, mehr Transparenz und größere Nachhaltigkeit – mit diesem Konzept erreicht der Bruchsaler Logistiker Debatin Stufe 2 des BME-Beschaffungszertifikats. Lieferanten des Beschaffers verpflichten sich zur Einhaltung von Menschenrechten.

BME-Stufe

Nach Nachhaltigkeit strebend, jetzt die Auszeichnung

Auf rund 30 Millionen Euro beziffert die Anton Debatin GmbH in Bruchsal das von ihr verantwortete Beschaffungsvolumen pro Jahr. 211 Beschäftigte des mittelständischen Unternehmens erwirtschafteten 2020 einen Umsatz in Höhe von 44 Millionen Euro. Und das, so das Unternehmen in einer Presseerklärung, mit einer konsequenten Verfolgung ihrer Nachhaltigkeitsbestrebungen.

Diese  bescheren dem Unternehmen jetzt einen ganz besonderen Titel: Als erstes Unternehmen erreicht der Verpackungsmittelspezialist im Rahmen der BME-Zertifizierung für eine nachhaltige Beschaffungsorganisation Stufe 2. Man festige damit eine angebliche Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit innerhalb der Branche.

Debatin – auf Verpackung spezialisiert

1923 gegründet, zählt sich die in dritter Generation familiengeführte Anton Debatin GmbH in Bruchsal mit ihren französischen Tochterunternehmen Debatin Hoenheim und L.E.S.S. France in Chelles heute zu den Marktführern der Branche.

Spezialisiert ist das Unternehmen auf Entwicklung und Produktion sicherer und individueller Verpackungslösungen für Transport, Versand und Logistik. Das Unternehmen sowie seine Produkte sind den Angaben zufolge klimaneutral gestellt. Debatin ist Gründungsmitglied der Deriba Group, die nach eigenen Angaben mit einem weltweiten Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro und mehr als 400 Mitarbeitern zu den 15 führenden europäischen Unternehmen im Bereich flexibler Verpackungen zählt.

Zertifikat seit 2019

Vergeben wird das Zertifikat sei 2019 vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Fachverband für Einkäufer, Supply Chain Manager und Logistiker in Deutschland und Kontinentaleuropa. Angelehnt an die international gültige High-Level-Structure für ein ganzheitliches Managementsystem, will der Verband mit einem dreistufigen Zertifizierungssystem die Bedeutung einer nachhaltigen Beschaffungsorganisation unterstreichen.

Nachhaltige Beschaffungsstrategie

In der Beschaffung sehe man mit die größte Möglichkeit, ein Unternehmen nachhaltig zu führen, so Debatin-Geschäftsführer Thomas Rose. Als der BME vor zwei Jahren die Zertifizierung vorstellte, habe man mit der Gründung eines Projektteams reagiert und daraufhin eine nachhaltige Beschaffungsstrategie verabschiedet, mit folgenden Zielen:

  • Verringerung der Risiken der Beschaffungsorganisation,
  • Schaffung von mehr Transparenz für die Kunden,
  • Weiterentwicklung des eigenen Nachhaltigkeitskonzeptes,
  • Verbesserung der eigenen Reputation.
„Dies alles gelingt jedoch nur in einer partnerschaftlichen Abnehmer-Lieferanten-Beziehung“, so Rose.

Nummer 1 auf Stufe 2

Die „Nummer 1 auf Stufe 2“ zu sein, freut Hans-Walter Trepper, Leiter Materialwirtschaft bei Debatin. Die allgemein gültige Zertifizierung können aus seiner Sicht als Standard für eine nachhaltige Beschaffungsorganisation dienen. Deshalb habe man an der Zertifizierung des BME teilgenommen. Jetzt strebt das Unternehmen zeitnah die Umsetzung der letzten Zertifizierungsstufe an.

Trepper: „Wir finden uns hier in einer Vorreiter-Rolle wieder, weil auch international tätige Konzerne uns nach unserer Implementierungsstrategie fragen und von unseren Erfahrungen profitieren wollen.“ 

Einhaltung der Menschenrechte

Für die Lieferanten der Anton Debatin GmbH bedeutet die Zertifizierung u. a.:

  • Einhaltung der Menschenrechte
  • Einrichtung eines Supplier Code of Conduct
  • Befolgung einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie.
„Hier motivieren wir unsere Lieferanten, indem wir seit 2020 jedes Jahr einen Sustainability Champion auszeichnen“, so Trepper.

Nachhaltigkeitsgedanke in der Unternehmensstrategie

Schon seit vielen Jahren sei der Nachhaltigkeitsgedanke fest in der Unternehmensstrategie der Anton Debatin GmbH verankert. Unternehmen und Produkte seien klimaneutral gestellt. Bei Entwicklung und Produktion von Materialien und Produkten stehen den Angaben zufolge Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit im Vordergrund. Das Unternehmen führe Folienabfälle, sofern ökologisch und ökonomisch sinnvoll, dem eigenen Recyclingkreislauf zugeführt, dem „Deriba Cycle“.

Dadurch könnten Materialverbrauch und CO2-Ausstoß verkleinert und die Qualität der Recyclingfolien gewährleistet werden. In Zusammenarbeit mit der Klimaschutzagentur Nature Office GmbH ist Debatin Teil des Wiederaufforstungsprojekts „Yes, we plant“  in Togo. Dessen Ziel ist die Verringerung des Anteils von schädlichem CO2 in der. „Nachhaltigkeit aus Überzeugung“, so das Motto der Anton Debatin GmbH. Diesem folgend hat das Unternehmen einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht nach dem deutschen Nachhaltigkeitskodex verfasst.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)