08.06.2017

DB Schenker baut Logistikzentrum in Duisburg

Neues Logistikzentrum in Duisburg: Europas größter Binnenhafen erhält ein neues Logistikzentrum. Auf der Duisburger Mercatorinsel nahmen jetzt die Chefs von Hafen Duisburg, Daimler, Schenker und Stadt den Spatenstich für die neue Anlage vor. Hierüber sollen künftig Mercedes-Bauteile weltweit verschifft werden.

Spatenstich für Logistikzentrum auf Mercatorinsel

Spatenstich für Logistikzentrum in Duisburg

Den symbolischen Spatenstich nahmen Hafenchef Erich Staake, Daimler-Supply-Leiter Jörg Homering, Schenker-Kontraktlogistik-Vorstand Thomas Böger, und Oberbürgermeister Sören Link gemeinsam vor. Das berichtet das Binnenschifffahrts-Online-Portal „bonapart.de“ vor dem Pfingstfest 2017 unter Berufung auf den Hafenbetreiber Hafen Duisburg AG „Duisport“.

Arbeitsplätze und Parkanlage

Dem Bericht zufolge sollen auf dem Gelände der Mercatorinsel in Duisburg 500 Arbeitsplätze und eine neue Parkanlage entstehen. DB Schenker will auf einem rund 100.000 Quadratmeter großen Grundstück künftig Bauteile von Mercedes-Vans zentral verpacken und weltweit verschiffen.

Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe eines Containerterminals.

Logistikzentrum in Duisburg: Vermietung an DB Schenker

Die Fläche soll zunächst nur zur Hälfte genutzt werden, zur anderen Hälfte von einer Halle, die Duisport gemeinsam mit einem 1.500 Quadratmeter großen Bürokomplex noch in diesem Jahr fertig stellen will. Beide Gebäude werden an die als Kontraktlogistiker agierende DB Schenker vermietet.

Neben Daimler nutzen bereits Volkswagen und Tochter Audi den Hafen zum Export von Fahrzeugteilen.

„Duisport entwickelt sich zu einem Kompetenzzentrum für die Automobilindustrie“, zitiert „bonapart.de“ Hafenchef Erich Staake.

Skulptur auf  Spitze der Mercatorinsel

Gleichzeitig soll in Abstimmung mit der Stadt auf der nicht zur Bebauung vorgesehenen Spitze der Mercatorinsel eine 35.000 Quadratmeter große Parkanlage rings um die Skulptur „Echo des Poseidon“ angelegt werden. Darin eingebettet ist zur Ruhrorter Seite eine breite Promenade sowie ein Steiger für Flusskreuzfahrtschiffe.

In Planung ist auch eine neue Fußgängerbrücke zwischen Mercatorinsel und Ruhrort.

Vorreiter in Sachen Logistik

Der Duisburger Hafen gilt auch sonst als Vorreiter in Sachen Logistik. In einem Pilotprojekt versorgt eine zusammen mit RWE Supply & Trading betriebene mobile Tankanlage zunächst umgerüstete Reach-Stacker, Terminalzugmaschinen sowie LKW lokaler Speditionen mit verflüssigtem Erdgas (LNG). Die Investitionen belaufen sich auf rund eine halbe Million Euro.

Langfristig soll ein ganzheitliches und nachhaltiges Logistikkonzept für die Beschaffung, Speicherung und Verteilung sowie Nutzung von LNG im Duisburger Hafen entwickelt und umgesetzt werden. Warum die Projektverantwortlichen dem bei minus 161 Grad Celsius verflüssigten Energieträger trotz Methanschlupfrisiko den Vorzug gegenüber Autogas (LPG) oder synthetischem GTL-Kraftstoff geben, beantwortete Duisport auf Nachfrage von „bonapart.de“.

LNG versus GTL

Den Vorteil von LNG gegenüber GTL sieht man demnach in geringeren Kosten und besserer Verfügbarkeit. Für GTL sind weltweit nur geringe Produktionskapazitäten vorhanden. Gegenüber LPG sei die globale Verfügbarkeit von LNG besser.

Die Newsplattform schließt allerdings nicht aus, dass dieser Aspekt auch in der Beratung ausländischer Häfen eine Rolle spielt. LNG besteht hauptsächlich aus Methan, während LPG als Nebenprodukt in Erdölraffinerien entsteht.

Ufernaher Standort

Das erste Modul der mobilen LNG-Tankanlage jedenfalls soll im zweiten Halbjahr 2017 aufgebaut werden. Laut Duisport befinden sich zwei Standorte in der engeren Auswahl, einer davon am Hafenkanal. Trimodale Erreichbarkeit ist ein gewichtiges Argument. In späteren Schritten sollen alle Verkehrsträger an dem Projekt teilnehmen. Dennoch könne die Anlage bei Bedarf schnell und unkompliziert versetzt werden.

Wie teuer die Umrüstung der einzelnen Radfahrzeuge ist, könne vor Abschluss der mindestens einjährigen Testphase für jede Fahrzeuggattung nicht genau benannt werden.

Hier geht es zur Homepage der Duisburger Hafen AG.

Autor: Franz Höllriegel