25.03.2020

Coronavirus Covid 19: Lieferanten für Medizintechnik gesucht!

Deutschland gehen die Masken aus. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Eilrundfrage gestartet: Vor allem gesucht sind demnach Atemschutzmasken vom Typ FFP 2 und FFP 3. Der Bedarf ist dringend. Selbst auf medizinfernen Kanälen wie dem VDMA läuft die Aktion.

Medizintechnik

Coronavirus-Pandemie sorgt für weltweites Defizit

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat der Verband Deutsche Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) eine Eilanfrage des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) gestartet. Dringend benötigt werden Infektionsschutzausrüstungen für den medizinischen Einsatz. Das Ministerium lässt über den VDMA Angebote zu Produktion und Produktionstechnik einholen. Durch weltweit enorm gestiegene Nachfrage und Bedarf an solchen Produkten werden dringend zusätzliche Produktionskapazitäten für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung gesucht. Es handelt sich dabei im Einzelnen um

  • Schutzbrillen,
  • Vollgesichtsmasken,
  • Atemschutzmasken FFP2 und FFP3,
  • Masken für Operationen,
  • Schutzkittel,
  • Ganzkörperschutzanzüge,
  • Einmalhandschuhe,
  • Materialien zur Probenentnahme,
  • Desinfektionsmittel.

Gefragt: kurzfristige Lieferung und freie Kapazitäten

Unternehmen, die Maschinen oder Anlagen für die Produktion dieser Artikel kurzfristig liefern können oder gar freie Produktionskapazitäten haben – z.B. durch Umwidmung derzeit nicht genutzter Produktionsanlagen, auch in Showrooms o.ä. –, bittet das Ministerium, schnellstmöglich über das Portal des VDMA eine entsprechende Mitteilung zu senden.

Trigema, VW, Daimler spenden Masken

Laut „industrieanzeiger.de“ hat der Chef von Strickwarenhersteller Trigema Wolfgang Grupp seine Produktion bereits auf die Herstellung von Atemschutzmasken umgestellt. Autobauer Volkswagen spendet demnach 200.000 Masken aus eigenen Beständen, Mitbewerber Daimler 110.000 Atemschutzmasken. VW biete zudem an, in den 125 3D-Druckern seiner Werke Teile für dringend benötigte Medizinprodukte und Infektionsschutzausrüstung zu fertigen.

Dringend benötigte Produkte

Immer mehr Unternehmen stemmen sich gegen die Coronakrise und bieten ihre Dienste an. In Krankenhäusern, bei Ärzten, Hilfseinrichtungen sowie Alten- und Pflegeheimen werden händeringend benötigt:

  • lebensrettenden Beatmungssyteme,
  • Atemschutzmasken,
  • Schutzkleidung

Der VDMA fragte folgende Angaben zwecks einer schnellen und unkomplizierten Bearbeitung:

  • Für welches Produkt / welche Produkte können Unternehmen kurzfristig Dienstleistungen anbieten?
  • Welche Art wäre ihre Dienstleistung (Maschinen, Produktion von ganzen Produkten oder Zulieferteilen)?
  • Wie schnell können sie liefern?
  • Sind die Unternehmen mit einer oder mehreren bestimmter Normen vertraut und wenden sie aktuell bereits an?

3M: zusätzlich 20 Millionen Masken für Deutschland

Medienberichte, der US-Hersteller von Atemschutzmasken 3M habe solche zum eigenen Vorteil aus Deutschland ausgeführt und so die einheimische Versorgung mit diesen Produkten erschwert, hat dieser laut „devicemed“ dementiert. Das Gegenteil sei der Fall, wehrt sich das Unternehmen. Tatsächlich habe 3M, ohne eigene Atemschutzmasken-Produktion in Deutschland, zusätzlich fast 20 Millionen Masken für das deutsche Gesundheitswesen importiert und bereitgestellt. Als Anbieter von über 5.000 Standardprodukten für medizinische Erstausrüster sei der Hersteller Qosina trotz Covid-19 weiterhin lieferfähig, schreibt das Medizinportal weiter.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)