08.09.2020

Corona: So minimieren Sie als Logistikunternehmen Liquiditäts-Risiken

Übervolle Lager, Forderungsausfälle, Exportschwierigkeiten – die Logistikbranche leidet besonders unter der globalen Corona-Krise. Umso wichtiger sind Maßnahmen, um die Liquidität zu sichern. Die Plattform Bilendo ist eine der Lösungen, die entsprechende Module dafür bieten.

Liquiditäts-Risiken

Unternehmen teilweise stark betroffen

Die Pandemie schlägt in der Logistikbranche besonders hart zu. Laut einer SCI-Umfrage ist jedes zweite Unternehmen der Logistikbranche stark, 18 Prozent sehr stark von der Pandemie betroffen. Schon vor Corona hatte es diese Branche nicht leicht, wie Florian Kappert, Mitgründer und Co-Geschäftsführer der Bilendo GmbH in München berichtet. Einige Finanz- und Kredit-Risiken sind seiner Einschätzung nach für Logistikunternehmen überdurchschnittlich hoch:

  • Vielzahl offener Posten
  • Starker Wettbewerb
  • Preisdruck aufgrund übervoller Lager

Deshalb sei es für Unternehmen der Logistikbranche besonders wichtig, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Risiken so weit wie möglich zu reduzieren.

Bilendo sieht sich als die führende SaaS-Plattform für betriebliche Credit Management-Prozesse durch:

  • Zentralisierung
  • Optimierung
  • Automatisierung
  • Einsparung von Ressource
  • Beschleunigung von Zahlungseingängen
  • Kontrolle von Forderungsrisiken

Durch die effiziente Verwaltung von Forderungen sollen Kunden von Bilendo mehr Risiken eingehen, wodurch sie ihr wachsendes Geschäft weiter ausbauen können.

Logistikunternehmen in der Schuldenfalle

Sobald ein Unternehmen Zahlungsziele einräumt, vergibt es automatisch Kredite an seine Kunden.

Kappert: „Dadurch geht es immer das Risiko ein, auf den Kosten für bereits erbrachte Leistungen sitzen zu bleiben.“
In der Logistikbranche ist es üblich, dass für eine Vielzahl an Rechnungen ein Zahlungsziel gewährt wird. Viele offene Posten sorgen nicht nur für ein erhöhtes Ausfallrisiko. Überdies ist der Aufwand für nötigen Überblick über bezahlte und nicht bezahlte Rechnungen enorm. Stelle man dafür keine Ressourcen bereit, könne das schnell zum Chaos führen. Folge: die Existenz des Unternehmens ist bedroht.

Die Konkurrenz schläft nicht

Ein weiterer Treiber für das existenzielle Risiko sieht Kappert in der Konkurrenz. Sie schläft nun mal nicht. Wer seine Finanzen nicht im Griff hat oder viel Zeit und personelle Ressourcen benötigt, um den Überblick zu bewahren, dessen Wettbewerbsfähigkeit gerät in Gefahr.

Kappert rät deswegen Logistikunternehmen, die Kennzahlen über Kundendaten wie Forderungslaufzeit oder Umsatzrentabilität deshalb aktuell zu halten. Nur so gelinge es, mit der Konkurrenz mitzuhalten. Hinzu kommt der  Risikofaktor Lagerverwaltung. Globale Unsicherheiten könnten von einem auf den anderen Tag ein starkes Nachlassen der Nachfrage bewirken, ausgerechnet wenn die Lager übervoll sind. Um wieder Platz zu schaffen, müssen Unternehmen dann Produkte zu einem geringeren Preis abverkaufen, als sie sie zuvor eingekauft haben.

Das führte beispielsweise im April 2020 auf dem Höhepunkt der Corona-Krise dazu, dass Öl-Verkäufer Geld zahlen mussten, damit jemand ihnen das Öl abnimmt. Der Preis für den Terminkontrakt auf die US-Sorte WTI brach dabei an einem Tag um knapp 56 Dollar auf minus 37,63 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Käufer standen vor dem Problem, dass die Kapazitäten der Lager bald erschöpft sein würden. Experten schätzen, dass die Pandemie die Öl-Nachfrage weltweit um fast ein Drittel einbrechen ließ.

Der Kunde zahlt nicht – was nun?

Mit sinkenden Margen befinden sich Unternehmen der Logistikbranche schnell in der misslichen Lage, ihre Liquidität ausgeschöpft zu haben. Eine ausweglose Situation? Nicht ganz. Kappert hält Tipps und Tricks für betroffene Unternehmen bereit, wie sie sich bestmöglich schützen können und Krisen so unbeschadet wie möglich überstehen. Wichtige Maßnahmen sind demnach:

  • Kreditrisiken sinnvoll absichern!
  • Finanzprozesse automatisieren und harmonisieren!

Die Absicherung der Kreditrisiken kann erfolgen durch:

  • Kreditversicherung und
  • Factoring.

Anbieter von Kreditversicherungen kombinieren in der Regel Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Dazu gehört eine Einschätzung der Bonität des Kunden, um das Kostenlimit zu bestimmen. Bis zur Höhe dieses Limits sind offene Forderungen infolge versichert.

Kann oder will ein Kunde also seine Rechnung nicht begleichen, erstattet die Versicherung den Betrag – „allerdings nicht, ohne eine prozentuale Abschlagszahlung einzubehalten“, so Kappert. Factoring funktioniert ähnlich, nur dass die Auszahlung von Seiten des Factors direkt erfolgt – nicht erst beim Zahlungsausfall. Das gewährleiste die sofortige Liquidität und lagere das Ausfallrisiko an ein externes Factoring-Unternehmen aus.

Was ist sinnvoller: Versicherung oder Factoring?

Ob es für ein Unternehmen sinnvoller ist, sich mit einer Kreditversicherung oder Factoring abzusichern, hängt von seiner Zielsetzung ab:

  • langfristige Absicherung oder
  • schnelle Liquidität.

In jedem Fall empfiehlt Kappert Einzelforderung: nicht gesammelt den Gesamtumsatz beziehungsweise an einen Factor zu übertragen, sondern die offenen Posten einzeln abzusichern.

Vorteile der Digitalisierung nutzen

Eine solche Absicherung auf Einzelforderungsbasis bedeutet andererseits aber einen Mehraufwand für die Finanzabteilungen. Logistikunternehmen setzen deshalb vermehrt bereits auf Software-Lösungen, die ihre internen Finanzprozesse automatisieren und vollen Forderungsausfallschutz bieten. Eine umfassende Cloud-Lösung ermöglicht eine zentralisierte und moderne Abwicklung des kompletten Finanzprozesses einschließlich aller Teilschritte wie beispielsweise:

  • Verwaltung offener Posten
  • Kontrolle der Zahlungseingänge
  • Mahnwesen
  • Inkasso

Harmonisierung des Managements offener Posten

Die SaaS-Plattform Bilendo ist eine der Lösungen, die offene Posten durch Schnittstellen zu Kreditversicherern und Factoringgesellschaften absichern. Häufig führt zumal bei größeren Unternehmen eine fehlerhafte Abstimmung zwischen den Abteilungen zu Problemen. Rechnungen bleiben offen, der Mahnprozess wird gestoppt, weil Unklarheit über die jeweiligen Posten herrscht z.B. weil Buchhaltung und Vertrieb unterschiedliche Systeme nutzen und dementsprechend deren Dokumentation in Silos stattfindet.

Einige moderne Finanz-Lösungen setzen deshalb auf Dispute Management zur Harmonisierung der internen Abstimmungen. Alle Prozesse werden zentral in einer Plattform abgebildet, Vertrieb, Buchhaltung oder andere Abteilungen haben immer einen aktuellen Überblick über offene Posten und kommunizieren direkt über die Plattform. Vorteil: weniger Fehler und schnellere Zahlungseingänge.

Kappert: „Die Automatisierung all dieser Prozesse in einer Plattform spart somit nicht nur Zeit und personelle Ressourcen.“
Ein großer Vorteil sei, dass Unternehmen somit liquide bleiben. Solche Lösungen könnten dabei unterstützen, dass Logistiker Krisenzeiten gut überstehen und zukunftsfähig bleiben.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)