24.02.2021

Containerumschlag: Duisport meldet Höchstwerte für 2020

Containerumschlag besser denn je, China-Destinationen stärken Marktposition – der größte europäische Binnenhafen Duisport meldet für Corona-Jahr 2020 Höchstwerte. Dabei konnte er mit Diversifizierung seine Position als Logistikstandort im globalen Wettbewerb sichern.

Containerumschlag Duisport

Fünf Prozent Plus bei Containerumschlag

Der Duisburg Hafen „duisport“ legte 2020 im Containerumschlag ein Wachstum von fünf Prozent auf 4,2 Millionen 20-Fuß-Standardcontainereinheiten (Twenty-foot Equivalent Unit, TEU, Vorjahr: 4,0 Millionen) und damit ein neues Rekordergebnis hin. Und das trotz der Corona-Pandemie. Das teilt das Unternehmen mit.

Mit einem Anteil von rund 55 Prozent ist der Containerumschlag demnach das wichtigste Gütersegment des Unternehmens. Insgesamt verzeichnete die Gruppe im vergangenen Jahr nach erster Auswertung einen Umschlag von knapp 59 Millionen Tonnen. Das ist ein Minus von rund drei Prozent zum Vorjahr (2019: 61,1 Mio. Tonnen). Der Rückgang sei dem politisch bedingten Wegfall der Kohleumschläge geschuldet.

Warenverkehr mit China per Schiene

Insbesondere der Warenverkehr mit China ist auf der Schiene im vergangenen Geschäftsjahr um 70 Prozent angestiegen. Noch 2019 verkehrten wöchentlich zwischen Duisburg und verschiedenen Destinationen in China im Durchschnitt 35 bis 40 Züge. Ab dem zweiten Quartal 2020 registrierte der Duisburger Hafen einen Anstieg auf bis 60 Züge in der Woche. Ebenfalls erfreuliche Entwicklungen zeichneten sich in Osteuropa ab. Erweiterte Verbindungen im Trailer-Geschäft nach Polen trügen bereits bedeutsam zum seit Jahren kontinuierlichen Wachstum bei.

Das duisport-Netzwerk wächst in der Krise

„Diese Zuwächse im Containergeschäft sind nicht allein pandemiebedingten Nachholeffekten geschuldet“, weiß duisport-Vorstandsvorsitzender Erich Staake.

Besonders in der zweiten Jahreshälfte habe sich die Strategie des Unternehmens ausgezahlt, bereits im April – also mitten im ersten Lockdown – das eigene Zugangebot um weitere chinesische Destinationen zu erweitern. Mittlerweile seien alle wichtigen Logistik-Hubs Europas und Asiens fester Bestandteil des Netzwerkes des Unternehmens.

Staake: „Wir haben unsere Position als bevorzugter Zielpunkt für osteuropäische und asiatische Güterverkehre nach Europa systematisch ausgebaut.“

Kunden schätzten an dem Unternehmen:

  • Flexibilität
  • Leistungsfähigkeit
  • rasche Weitertransportmöglichkeiten.
Staake: „Wir haben bereits weitere Investitionen freigegeben, um auch im Massengutgeschäft ein attraktiver Partner zu bleiben. Duisburg bleibt ein multimodaler Port, daran wird sich nichts ändern“.

Schienenverkehre stärken

Man werde auch 2021 seinen erfolgreichen Weg fortführen, Güterverkehre, insbesondere aus Osteuropa (Lkw, Sattelzüge, Trailer), von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Von den bisher getroffenen Ausbaumaßnahmen und Kundenansiedlungen, insbesondere DSV und Maersk auf Logport VI, erhofft sich das Unternehmen weitere wichtige Impulse für den Güterumschlag von duisport auszulösen.

Augenmaß und Realismus gefordert

„Trotz der erfreulichen Entwicklung müssen wir Augenmaß und Realismus walten lassen“, betont der Vorsitzende des Vorstandes der Duisburger Hafen AG.

Da die Impfstrategien in den Ländern der EU deutlich schlechter anliefen als in den USA oder beispielsweise Großbritannien, müsse man auf dem Heimatmarkt mit Nachfrageeinbußen und weiteren Einschränkungen durch Lockdowns rechnen. Insbesondere die Logistik sei durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Hier könne eine weitere Verunsicherung der Verbraucher negative Folgen haben.

„Wir sind 2021, im zweiten Jahr der Pandemie, noch erheblichen Unsicherheiten ausgesetzt und keinesfalls über den Berg“, mahnt Staake.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)