09.07.2020

Chinesische Corona-Schutzausrüstung: Deutschland einer der größten Einkäufer

Covid-19 hat niemand eingekauft. Es kam so. Aus der Volksrepublik China. Von dort kommt auch Schutzausrüstung gegen das Virus. Nicht einfach so. Es musste eingekauft werden. Zwischen März und Mai 2020 mit am meisten von Deutschland. Weltweit für rund 17 Milliarden Euro.

Corona-Schutzausrüstung

Schutzkleidung gegen Covid-19 aus China

Deutschland ist einer der größten Abnehmer von Schutzkleidung gegen die Covid-19-Pandemie aus der Volksrepublik China. Das berichtet die „Welt“ und bezieht sich dabei auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP, deren Grundlage wiederum Auskünfte der chinesischen Zollbehörden seien. Demnach kaufte die Welt dem Land des Lächelns seit März 2020 Schutzkleidung für rund 17 Milliarden Euro ab.

Medizinische Schutzkleidung aus chinesischer Fertigung

Wie es in dem Bericht weiter heißt, lieferten chinesische Betriebe in der weltweiten Corona-Pandemie in der Hochphase zwischen März und Mai medizinische Schutzkleidung, wie z.B.:

  • Atemmasken
  • medizinische Anzüge
  • Beatmungsgeräte
  • Schutzbrillen
  • Fieberthermometer.

Deutschland einer der größten Abnehmer

Weltweit bezogen 199 Länder die benötigten Waren aus China. Unter ihnen war neben USA, Japan, Frankreich und Italien Deutschland einer der größten Abnehmer mit Importen von:

  • rund 1,6 Milliarden OP-Masken,
  • einer Milliarde FFP-Masken mit hohem Schutzstandard,
  • 21 Millionen Schutzanzügen und -Kittel sowie
  • drei Millionen Schutzbrillen und
  • rund 690 Millionen Paare Schutzhandschuhe.

Abhängigkeit von China

In der Anfrage räumt die Bundesregierung ihre Abhängigkeit von Lieferungen aus China zu Beginn der Corona-Krise ein. Zudem hätten hochrangige Gespräche mit China über Lieferungen stattgefunden, um die Qualität der Waren sicher zu stellen. Die Volksrepublik erbringt der Bundesregierung zufolge rund zwei Drittel der Weltproduktion an Schutzkleidung. Deswegen habe man durch die Beschaffung auf dem chinesischen Markt den besonders zu Beginn der Pandemie hohen Bedarf an Schutzausrüstung bestmöglich decken, zitiert das Blatt aus der Antwort.

Weniger Schutzkleidung aus China

Inzwischen habe man die Beschaffung von Schutzkleidung aus China zurückgefahren. Die Stärkung der eigenen Produktion in Deutschland sowie der EU hätten dies ermöglicht. Einen Zusammenhang zwischen einer von der FDP vermuteten Verschleierung der Opferzahlen und den späteren Lieferungen aus China mochte die Bundesregierung nicht bestätigen. Nur so viel: Auch China stehe in der Pflicht, im Falle künftiger Pandemien transparente Zahlen zu liefern, betone die Bundesregierung.

Unentgeltliche Lieferungen an Italien

China habe Hilfslieferungen etwa an Italien teils unentgeltlich geleistet. Über daran nach Einschätzung der FDP möglicherweise geknüpfte politische Bedingungen zwecks einer „engeren Verflechtung“ von anderen EU-Ländern an die Volksrepublik China habe die Bundesregierung keine Erkenntnisse. FDP-Außenexperte Frank Müller-Rosentritt fordert in der Zeitung, die Bundesregierung müsse sich für eine Fact-Finding-Mission über Ursprung und frühen Verlauf des Virus‘ einsetzen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)