25.05.2018

Catalog Cloud Services: Einkauf über eine Oberfläche

Bequem per Klick – das hört sich immer so schön einfach an. Aber wie sagt doch der Volksmund: Auch Kleinvieh macht Mist. Und so ist es auch mit den ach so bequemen Klicks: Sie häufen sich im Laufe des Tages zu einer recht beträchtlichen zeitaufwendigen Belastung der Arbeitsabläufe an. Das gilt selbstverständlich auch für den Online-Einkauf: Ein Klick auf dieser Maske, ein weiterer auf der anderen Eingabemaske – und wer weiß, wie viele weitere noch. Da kommen einige Klicks zusammen und auf die Dauer eine Verschwendung an Zeit, Aufmerksamkeit, Ablenkung von wichtigeren Tätigkeiten. Erfahren Sie jetzt mehr über Catalog Cloud Services, den Einkauf über eine Oberfläche.

Catalog Cloud Services oder der Einkauf über eine Oberfläche

Eine Eingabemaske für den einzelnen Mitarbeiter

Wieso kann es nicht eine einzige Eingabemaske geben, über die man alle Einkäufe tätigen kann? Eine Maske, eine Eingabe, ein Zugriff auf alle relevanten Einkaufsportale – bislang war dies selbst bei Unternehmen mit modernen ERP-Systemen Fehlanzeige. An eine Cloud dachte lange niemand.

Die Nutzerfreundlichkeit steht bislang nicht im Fokus. Eine Lösung wie bei Amazon für den Einkauf von indirekten Gütern im Unternehmen fehlte bislang.

Plattformübergreifende SAP-Einkaufslösung

Unter diesem Manko litt auch der Einkauf des Hamburger Kosmetikkonzerns Beiersdorf AG. Vom Softwareentwickler BeNeering aus dem niederrheinischen Hünxe ließ man sich eine SAP-SRM-Schnittstelle schneidern, die dem gestiegenen Bedarf an einer plattformübergreifenden SAP-Einkaufslösung entsprach.

Heraus kamen Catalog Cloud Services, eine Lösung, die offenbar eine allgemeine Nachfrage auch in anderen Unternehmen befriedigen dürfte. Deswegen wurde sie von der Jury des Preises „Excellence in eSolutions“ vom Bundesverband für Materialwirtschaft und Einkauf e.V. (BME) mit ausgezeichnet. Sie maximiere hervorragend die Effizienz operativer Einkaufsprozesse, heißt es in der Begründung der Jury. Das innovative Siegerkonzept läutet nach Ansicht der Experten die nächste Generation von E-Katalog-Lösungen ein. Es sei zudem transparent und compliant.

Blue Circle – verlässliche Lieferantenbeziehungen

Wie kaum ein anderes Unternehmen ist die Beiersdorf AG, führender Anbeiter hochwertiger Hautpflegeprodukte, auf eingekaufte Produkte und auf verlässliche Lieferantenbeziehungen angewiesen. Mit verschiedenen Initiativen stellt der Konzern Vertrauen her auf Seite der Lieferanten sowie darüber letztlich auch beim Kunden.

Im Geschäftsbereich Deutschland/Schweiz hat das Unternehmen beispielsweise mit „Blue Circle“ ein neues Programm für ausgewählte lokale Lieferanten eingeführt. Damit will der Konzern die strategische Zusammenarbeit mit seinen wichtigsten Geschäftspartnern stärken.

Mehr als eine gewöhnliche Lieferanten-Kunden-Beziehung

„Blue Circle geht weit über die gewöhnliche Lieferanten-Kunden- Beziehung hinaus und stellt die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe in den Vordergrund“, erläutert Heiko Stuhr, Supply Chain Director Deutschland/Schweiz
.

Soweit es externe und interne Regularien zulassen, will man die wichtigsten Partner über das allgemeine Tagesgeschäft hinaus eng in das unternehmerische Handeln des Konzerns einbeziehen, gemeinsam an strategisch relevanten Fragestellungen und deren Lösungen arbeiten.

Stuhr: „So erhöhen wir die Transparenz und schaffen gleichzeitig ein größeres Verständnis für unsere Prozesse.“

Produktlösungen, Produktstandardisierung, Prozessoptimierung

Bislang zählt das Netzwerk 15 Mitglieder aus unterschiedlichen Branchen, darunter Logistikdienstleister, Kreativ- und Marktforschungsagenturen, Druckereien sowie Hersteller von Verpackungs-, Werbe- und POS-Material. Im Rahmen des Programms hat Beiersdorf gemeinsam mit den beteiligten Lieferanten Projekte aufgesetzt, die sich auf Themenfelder wie innovative Produktlösungen, Produktstandardisierung oder die Prozessoptimierung konzentrieren.

„Durch Blue Circle rücken unsere strategischen Partner näher an Beiersdorf und unsere Marken heran“, erklärt Stuhr.

Das große Ganze im Blick

Das Besondere an der Zusammenarbeit ist, dass die einzelnen Lieferanten nicht nur voneinander abgegrenzt in ihren jeweiligen Prozessabschnitten denken. Sie haben überdies das große Ganze im Blick.

„Wir arbeiten parallel funktionsübergreifend“, so Stuhr.

An der Optimierung der POS-Displays arbeite beispielsweise neben dem Packmittellieferanten auch der Konfektionär direkt mit Kollegen aus dem Einkauf und der Packungsentwicklung zusammen. Diese Form des Austauschs ermögliche es sowohl dem Konzern als auch seinen Partnern, kosteneffizienter zu sein und Wachstumsimpulse für beide Seiten zu realisieren. Darüber hinaus erhalten Lieferanten über ihre „Blue-Circle“-Mitgliedschaft erweiterte Publikationsrechte, sodass sie ausgewählte Beiersdorf-Referenzen veröffentlichen und mit der Zusammenarbeit werben können.

Die Herausforderung im Einkauf – Procurement Logistics Services

Bei dem Großkonzern kommt das SAP-SRM-System schon seit über zwölf Jahren zum Einsatz. Das Problem: Die Mitarbeiter des Konzerns haben sich laut Henning Hofmann, Global Category Manager für Procurement Logistics Services bei der Beiersdorf AG, immer damit schwer getan, im SAP-Einkaufssystem zu navigieren.

Grund: SAP SRM Self-Service Procurement ist nicht nur für die wenigen Einkäufer gedacht, sondern viele Mitarbeiter. Die Eingabemasken der bisherigen SAP-SRM-Lösung beruhten auf einer „WebDynpro“ genannten Technologie mit einer Wizard ähnlichen Navigation für den Mitarbeiter.

Das Web Dynpro ABAP oder auch Web Dynpro für ABAP (WD4A, WDA) ist eine ältere UI-Technologie von SAP für die Entwicklung von Web-Anwendungen im ABAP-Umfeld. Es besteht aus einer Laufzeitumgebung und einer grafischen Entwicklungsumgebung mit speziellen Web-Dynpro-Werkzeugen, die in die ABAP-Entwicklungsumgebung (SE80) integriert sind. Die neue UI-Technologie bei SAP heißt SAP UI5 (u.a. auch Fiori) und ist auf HTML5-Basis aufgebaut.

Der Weg zur Katalog-Cloud – Suchmaschine in der Cloud

Die umfassende Katalog-Cloud-Lösung von BeNeering ist Kern des neuen E-Procurements von Beiersdorf. Diese enthält eine intelligente Suchmaschine in der Cloud (Cloud Search Engine). Es ist das entscheidende Hilfsmittel, das die Anwender im Einkauf von Beiersdorf durch den neuen E-Procurement- Prozess und damit zu den gesuchten Artikeln führt.

Einkaufskanal für den jeweiligen Bedarf

Die Suchlogik ist auf die spezifischen Einkaufsprozesse bei Beiersdorf zugeschnitten. Sie wählt den effizientesten Einkaufskanal für den jeweiligen Bedarf aus. Dem Mitarbeiter werden somit in einer zentralen Suchoberfläche (SRM UI5) die vom Einkauf gepflegten Katalogartikel, Webshop-Artikel, Markplatzartikel und Freitextformulare angezeigt.

Eingebunden ist zudem ein von BeNeering entwickeltes Content-Management-System (Catalog Cloud Suite). Mit ihm lassen sich den Angaben zufolge die hinterlegten Rahmenvereinbarungen und Compliance-Regeln lückenlos verwalten. Diese dienen den Nutzern als Leitplanken im Zuge des Bestellvorgangs und können nach Absprachen von den Lieferanten selbst wie auch von den entsprechenden Beiersdorf-Teams erneuert oder aktualisiert werden.

Sie finden diesen Beitrag interessant und wollen ihn weiterlesen? Dann loggen Sie sich doch gleich mal in „Einkauf-Logistik-Transport“ ein, unsere Online-Lösung für die Branche. Jetzt für eine halbe Stunde live und kostenlos testen!

Überlegen Sie, eine Catalog-Cloud-Lösung in Ihrem Unternehmen zu installieren? Dann haben wir etwas für Sie: die kostenlose Checkliste „Catalog-Cloud-Lösung“ zum Download.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist unser Experte für Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik.)