17.01.2019

Bundeswehr beauftragt Bietergemeinschaft mit Beschaffung

Die Bundesrepublik Deutschland geht auch 2019 wieder eifrig auf Einkaufstour. Die Bundeswehr hat eine Bietergemeinschaft mit der Beschaffung von Strom und Gas sowie der Ausbildung von Fachleuten der Energieversorgung beauftragt.

Von der Bietergemeinschaft FSE und em.serv, die die Bundeswehr bei der Beschaffung von Energie unterstützen, sollen Mitarbeiter des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr lernen.

Energieversorgung in Bundeswehr-Verantwortung

Die Bundeswehr will die operativen Prozesse der Energieversorgung selbstständig und in Eigenverantwortung managen. Dazu werden in den kommenden drei Jahren Mitarbeiter des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) von Fachleuten ausgebildet. Das sieht ein Vertrag des Amts mit der FSE Portfolio Management GmbH und der em.serv GmbH als Bietergemeinschaft vor.

Die Bietergemeinschaft soll die Bundeswehr beim Strom- und Erdgaseinkauf unterstützen, wie energie.blog berichtet. Die Bundeswehr benötigt demnach:

  • an rund 1.350 Abnahmestellen jährlich rund eine Terawattstunde (TWh) Strom
  • an rund 550 Abnahmestellen gut 2 TWh Erdgas

Der Vertrag läuft dem Bericht zufolge bis Ende 2022. Die Bietergemeinschaft habe sich in einem intensiven Auswahlprozess gemäß Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL) gegenüber zahlreichen Wettbewerbern behaupten können. Das BAIUDBw werde somit selbst in den Marktrollen Lieferant und Bilanzkreisverantwortlicher aktiv sein können.

Gemeinsames Full-Service-Angebot

FSE und em.serv arbeiten seit mehreren Jahren im Full-Service für Energielieferungen zusammen. Die operative Arbeit bei der Energiebeschaffung teilen sich beide Firmen ihrer Expertise entsprechend auf.

em.serv GmbH

Die em.serv GmbH ist eine Tochtergesellschaft der WV Energie AG und Prozessdienstleister für die Energiewirtschaft. Die angebotenen Dienste umfassen Markt- und Kundenkommunikation, Abrechnung und Dokumentenverwaltung bis hin zu Forderungs- und Zahlungsmanagement. Für das BAIUDBw übernimmt em.serv diese Aufgaben:

  • Management der Lieferantenwechselprozesse
  • Abschluss von Lieferantenrahmenverträgen mit den Netzbetreibern
  • Netznutzungsabrechnung mit der zugehörigen Marktkommunikation
  • Bereitstellung der nötigen Softwaresysteme

FSE – Händler am Terminmarkt

Der zweite Partner, die FSE Portfolio Management GmbH, sieht sich mit einem betreuten Energievolumen von mehr als 12 TWh jährlich als einer der führenden unabhängigen Portfoliomanagement-Dienstleister in Deutschland. Die FSE ist eine Tochter der SE Scherbeck Energy GmbH. Sie führt das Portfoliomanagement für Strom und Erdgas entweder ganz oder auch mit Teilleistungen durch.

Selbst ist sie kein Lieferant auf dem Terminmarkt. Deswegen kann das Unternehmen ausschließlich im Kundeninteresse agieren. FSE bietet außerdem Softwarelösungen als Service-Leistung an, und zwar für die Bereiche Energiedatenmanagement und Portfoliomanagement. Das Unternehmen betreibt selbst ein umfangreiches Portal für Tools im Energiehandel.

FSE verantwortet im Rahmen des Bundeswehrauftrags die strukturierte Beschaffung samt:

  • Energiedatenmanagement für den Bilanzkreisverantwortlichen
  • Fahrplanmanagement
  • Erstellung täglicher Verbrauchsprognosen
  • Beratung beim Vorgehen im Risiko und Portfoliomanagement
  • Erstellung von Marktanalysen
  • Abwicklung des Spothandels über die FSE-Schwestergesellschaft SE Energy Trading GmbH

Ferner stellt FSE der Bundeswehr Hard- und Software für das Energiedatenmanagement und das Portfoliomanagement zur Verfügung.

SE Energy Trading GmbH

In der SE Energy Trading GmbH sind die Marktzugänge zu den Energiebörsen gebündelt. Das Unternehmen ermöglicht Kunden an sieben Tagen in der Woche Zugang zu den Spotmärkten an verschiedenen Börsen.

SE Energy Trading handelt mit Energieprodukten und erbringt energiehandelsnahe Dienst- und Beratungsleistungen, wie zum Beispiel die Abwicklung von Spotmarktgeschäften oder die EEG-Direktvermarktung.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)