14.06.2017

Brose mit „Oscar des Einkaufs“ ausgezeichnet

Er gilt als der „Oscar des Einkaufs“: Zum elften Mal wurden in London die „World Procurement Awards“ verliehen. In 15 Kategorien zeichneten die Juroren Unternehmen mit den besten Einkaufsabteilungen aus. Ein Hauptabräumer war wieder der Automobilzulieferer Brose aus Coburg.

Brose

Brose-Einkauf schafft das Triple

Der Automobilzulieferer sicherte sich erneut den World Procurement Award. Zum dritten Mal in Folge ist der Einkauf der Coburger Brose-Gruppe mit einem „World Procurement Award“ ausgezeichnet worden. Diesmal erhielt das Team den international angesehenen Preis in der Kategorie „Funktionsübergreifende Zusammenarbeit“.

Zukunft des Automobils

Brose gestaltet seit über 100 Jahren die Zukunft des Automobils in vorderster Reihe mit. Die Produkte des Unternehmens tragen wesentlich zu mehr Komfort, Sicherheit und Effizienz im Fahrzeug bei. Dafür investiert Brose eigenen Angaben zufolge acht Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Mehr als 25.000 Mitarbeiter an 60 Standorten in 23 Ländern erwirtschaften demzufolge 6,1 Milliarden Euro Umsatz. Ob Leichtbau, elektronisch kommutierte Motoren oder Tür- und Sitzsysteme: Eine Vielzahl von Patenten unterstreicht die Innovationskraft des internationalen und interdisziplinären Teams.

Führend bei Elektromotoren

Eine führende Rolle nimmt das Unternehmen auch bei der Entwicklung von Elektromotoren ein: in Schaltgetrieben, Lenk- und Bremssystemen, der Motorkühlung oder der Klimatisierung. Aufgrund dieses breiten Produktspektrums in Verbindung mit globaler Entwicklungs- und Fertigungskompetenz sieht sich das Unternehmen mittlerweile als Weltmarktführer für Elektromotoren.

Dabei setze man vermehrt auf elektronisch kommutierte Motoren. Diese überzeugen durch hohen Wirkungsgrad, kleinen Bauraum und elektromagnetische Verträglichkeit. In Summe senken nach eigenen Angaben Antriebe von Brose den CO2-Ausstoß um bis zu 20g pro Kilometer.

Konzept für systematische Make-or-Buy-Entscheidungen

Der Einkauf des Familienunternehmens beschaffte 2016 weltweit Materialien, Dienstleistungen und Investitionsgüter von 4.200 Lieferanten im Wert von 4,6 Milliarden Euro. Überzeugen konnte das Unternehmen mit einem Konzept zur systematischen Erarbeitung von Make-or-Buy-Entscheidungen. Dabei geht es um die Frage der Eigenfertigung oder des Fremdbezugs.

Ziel ist es, die Kernkompetenzen des Familienunternehmens in der Produktion zu sichern und zu erweitern sowie festzulegen, welche Ressourcen und Technologien von Lieferanten bezogen werden sollten. Zur Entscheidungsfindung arbeiten in der Brose Gruppe bereichsübergreifend Mitarbeiter aus Einkauf, Fertigungsplanung, Produktionstechnik, Entwicklung und Controlling weltweit zusammen.

Schlanker, besser, preiswerter

Dieser Wissensaustausch führte zu schlankeren Prozessen, optimierten Produkten und Kosteneinsparungen. Zeitgleich brachte die Kooperation mit Lieferanten die Entwicklung von Innovationen weiter voran.

„Es ist uns gelungen, den Teamgedanken weit über eine einzelne Funktion hinauszutragen und zu verdeutlichen, dass alle Beteiligten von dieser Zusammenarbeit profitieren“, zitiert die „Neue Presse“ (Coburg) Sandro Scharlibbe, Geschäftsführer Einkauf der Brose-Gruppe.

Systematik und konsequente Umsetzung

Die Jury des World Procurement Awards würdigte Systematik und konsequente Umsetzung des Konzepts bei Brose als beispielhaft. Die Auszeichnung wird einmal jährlich vom Einkaufsverband Procurement Leaders vergeben. Brose hat den Preis bereits in den Kategorien „Innovation“ (2015) und „Bestes Einkaufsteam“ (2016) erhalten. Glückwunsch!

Autor: Franz Höllriegel