Fachbeitrag | Einkauf
18.08.2015

Beschaffung zunehmend digital

Innovationsmanagement als strategisches Element im Einkauf ist im Wirtschaftsraum Bodensee von entscheidender Bedeutung. Dieses Fazit zogen die Referenten des 8. Internationalen Bodensee-Forums für Einkauf und Materialwirtschaft am 21. April in Dornbirn/Vorarlberg.

Pfeil von einem Kompass zeigt auf das Wort Industrie 4.0© Robert Kneschke /​ fotolia.com

Der Beschaffungsprozess der Unternehmen in den Anrainerstaaten Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz sei von der fortschreitenden digitalen Vernetzung ebenso betroffen wie die gesamte Supply Chain.

Digitalisierung der Wirtschaft – Digitalisierung der Beschaffung

„Die Digitalisierung der Wirtschaft fordert vor allem die Führungskräfte, insbesondere in Einkauf und Logistik, heraus“, hob Linda Becker, Gesellschafterin und Partnerin der Münchner Beratungsgesellschaft Labbé & Cie. GmbH, hervor. Es herrsche eine große Verunsicherung über die zu erwartenden Auswirkungen von Industrie 4.0. Immerhin seien damit zum Teil beträchtliche Investitionen verbunden.

Führungskräfte hätten zudem mit permanenter Informationsflut, hohem Kommunikationstempo und einer wachsenden Komplexität der Arbeitsprozesse zu kämpfen. Für sie komme es darauf an, das wirklich Relevante aus dem Nachrichtenstrom für sich, aber auch für ihre Mitarbeiter herauszufiltern.

Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Beschaffung

Mit den künftigen Auswirkungen auf die Beschaffung beschäftigte sich bereits unser Fachexperte Friedrich Oehlerking in einem längeren Beitrag für „Einkauf online“. Darin fragt er sich zunächst, ob es hier vielleicht nur um ein neues Schlagwort handelt, das zunächst einen riesigen Hype und gleichzeitig große Unsicherheit bei den Verantwortlichen in Einkauf und Logistik auslöst: „Nun also das neueste Schlagwort: ‚Industrie 4.0‘. Wieder nur ein Technikwunder, das heute unter den Segnungen von weiß Gott was für Heilsversprechungen als Tiger abspringt, um schon morgen als Kaminvorleger zu landen? Zugegeben: schwer zu sagen nach nur zwei Jahren, in denen die IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologie) unter diesem Begriff die Werbeklaviatur bearbeitet.“

Allerdings rät Oehlerking den Führungskräften in der Beschaffung dazu, diese Herausforderung ernst zu nehmen und hat gute Argumente zur Hand:

„Deutschland gehört zweifellos zu den Weltmarktführern in vielen Bereichen der klassischen Industrie. Zudem hat es eine gut aufgestellte IKT-Branche, bei der Global Player und große Unternehmen durch einen starken Mittelstand ergänzt werden, der innovativ sowie nah am Kunden und dessen Bedürfnissen ist. Etwas mehr als 50 Prozent der Befragten sehen Deutschland in der globalen Spitzengruppe oder gar an Position eins.

Beschaffung: IT-Einkauf neuer Produkte?

Der Vergleich mit den Umfrageergebnissen vor einem Jahr zeigt aber auch, dass etwas weniger IKT-Unternehmen die deutsche Industrie als „weltweit führend“ einschätzen. Der mögliche Grund für diese vereinzelt kritischere Haltung: Wirtschaftsnationen wie China, USA, Großbritannien oder Südkorea haben spezielle Industrie-4.0-Programme zur schnelleren Industrialisierung bzw. Re-Industrialisierung ihrer Volkswirtschaft aufgelegt.

Allerdings greift die Einkaufentscheidung für oder gegen Industrie 4.0 zu kurz, wenn sie allein vom IT-Einkauf neuer Produkte abhängig gemacht wird. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen das Ihrige tun für den Industriestandort Deutschland. Auch hier gilt: Alle sitzen in einem Boot. Teamgeist ist gefragt.“

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