28.10.2021

Beschaffung geht zunehmend online

Klick und kauf – wer um die Jahrtausendwende auf die Welt kam, wartet nicht mehr bis zum nächsten Einkauf. Was man braucht, holt man sich auch nicht: man lässt es kommen. Privat und zunehmend in der Firma. Dreiviertel aller B2B-Einkäufe verantwortet bereits die Generation Y.

Beschaffung online

Amazon und Corona

Hauptantreiber der neuen Entwicklung:

  • Amazon
  • Amazon Business
  • Corona

Antiquierte Prozesse im Einkauf werden für Millennials zum Problem.

„Wer aus dem Privatleben bequeme und effiziente Einkaufs-Workflows gewohnt ist, wünscht sich diese auch im normalen Leben“, sagt Tim Schestag, E-Commerce-Consultant bei Best IT in Berlin.
Längst bietet Amazon als Platzhirsch die Möglichkeit, den Marktplatz auch als Beschaffungsplattform mit Amazon Business zu nutzen.

Referenzen Rewe, Trigema, BVB

E-Commerce Agentur Best IT gestaltet seit Gründung 2000 inhabergeführt und eigenen Angaben zufolge eigenkapitalfinanziert Digitalisierung im Handel, mit Referenzkunden wie Rewe, Trigema oder Borussia Dortmund (BVB).

Das Unternehmen arbeitet mit Partnern wie Spryker, Commercetools und Shopware. Seine Teams entwickeln Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette des digitalen Handels – von Strategie und Beratung über Nutzererfahrung und Design bis hin zur Entwicklung und dem Betrieb von E-Commerce Plattformen über alle Kanäle und Geräte hinweg.

Mehr als 100 Mitarbeiter, die im Umgang mit Digitalisierung gewohnt sind, unterstützen an vier Standorten im deutschsprachigen Raum Unternehmen europaweit. Die Teams seien zertifiziert, könnten sich gegenseitig unterstützen und bekämen regelmäßige Schulungen, um kundenorientiert zu handeln.

Spezialisierung auf Geschäftskunden

Ein Marktplatz mit Spezialisierung auf Geschäftskunden bietet daher für viele Bereiche Vorteile, meint Best IT. Er könne die Lieferantenbeziehung zwischen Anbieter und Abnehmer automatisiert zur Verfügung stellen. Veraltete Bestellmodelle per Fax – in jüngster Zeit berühmt-berüchtigt geworden aufgrund der Übermittlung von Covid-Werten von Gesundheitsämtern an das Robert-Koch-Industrie mit entsprechend verzögerter Aktualität – bei vielen einzelnen Lieferanten seien damit obsolet.

Zudem biete der Online-Einkauf jederzeit Transparenz. Damit finde auch die allgemeine Digitalisierung Eingang in das Beschaffungswesen. Schestag: „Die Digitalisierung beispielsweise in der Fertigung eines Unternehmens hat nur dann Sinn, wenn auch Einkauf und Verkauf digitalisiert werden.“ Unternehmen zögen größte Nutzen aus speziellen Marktplätzen im Internet, zumal die Entwicklung einfacher geworden sei. „Mehr Umsatz, mehr Kontrolle und schnellere Prozesse sind die Folge, wenn man einen Marktplatz korrekt aufsetzt und betreibt bzw. weiterentwickelt“, so Schestag.

Fertigungstiefe für die Online-Welt

Best IT bringt traditionelle Geschäftsmodelle in die Online-Welt. Die E-Commerce-Agentur verfügt über eine entsprechende Fertigungstiefe. Nötige Prozesse zur Umsetzung führt das Unternehmen im eigenen Haus durch, mit ausgewählten Software-Partnern, die das technische Gerüst zur Verfügung stellen.

„Service hat eine größere Bedeutung bei B2B-Marktplätzen als Preis, Auswahl und Verfügbarkeit. Diese drei Faktoren werden durch die User längst vorausgesetzt“, so Schestag.
Der Service ist Teil der Nutzererfahrung. Kundenerlebnisse messe man an den Vorteilen digitaler B2C-Erfahrungen und richte sie daher daran aus. Eine umfassende Automatisierung und Optimierung sind folglich eine Voraussetzung für Erfolg im B2B-E-Commerce, so die Experten von Best IT.

Beschaffung zunehmend Online-Sache

Die Beschaffung von Unternehmen verlagert sich zunehmend auf Online-Marktplätze. Zahlen des „The Ultimate B2B E-Commerce Guide“ von DHL Express und McKinsey belegen:

  • 73 Prozent aller professionellen B2B-Kaufentscheidungen komme von techniknahen Millennials oder aus der Generation Y.
  • drei Viertel aller B2B-Ein- und Verkäufer kaufen lieber über das Internet ein.
  • Persönliche Verkaufsgespräche sind nur noch für wenige von Bedeutung.

Marktforscher von Gartner räumt B2B-E-Commerce mehr Platz ein. Aufgrund seines höheren Stellenwerts zeichnet sein „Gartner Report 2021“ erstmals Unternehmen aus diesem Bereich aus.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)