31.07.2017

Anschlussstelle Berbersdorf: neuer Logistik-Gigant an der A4 in Sachsen

Produkte von regionalen Erzeugern – bei der sächsischen Erzeugergenossenschaft Landgard ist das Geschäftsprinzip. Bislang belieferte man die regionale Kundschaft von Dresden und Chemnitz aus. Nun eröffnete Landgard ein neues Logistikzentrum an der A4 bei Berbersdorf.

Logistikzentrum Berbersdorf

Landgard-Logistikzentrum Berbersdorf nimmt Betrieb auf

Am Samstag, 29. Juli 2017, war Start: Da nahm das neue Logistikzentrum der Erzeugergenossenschaft Landgard in Berbersdorf den Betrieb auf. Künftig werden hier täglich bis zu 8.000 Paletten Obst und Gemüse umgeschlagen, berichtet die „Sächsische Zeitung“.

In nur neun Monaten baute die neu gegründete Landgard Ost Obst & Gemüse GmbH hier im Gewerbegebiet Striegistal ein neues Logistikzentrum mit einer rund 10.000 Quadratmeter großen Halle.

Auch Edeka schon an der A4

Mit Landgard geht das zweite Unternehmen in „Sachsens größtem, verfügbarem Gewerbegebiet“, so Striegistals Bürgermeister Bernd Wagner, in Betrieb. Bereits im April 2015 eröffnete Handelsriese Edeka ein Lager an der A 4.

Insgesamt umfasst das fertig erschlossene Gewerbegebiet eine Fläche von rund 120 Hektar. Eine Änderung des Bebauungsplans sei im Juni erfolgt. Somit könne man weitere Ansiedlungen akquirieren. Das Gewerbegebiet habe insgesamt das Potenzial für 1.000 Arbeitsplätze. Mit Landgard und Edeka sind bereits über 500 angesiedelt. Edeka wolle seine Präsenz noch ausbauen. Ob es weitere Interessenten für den Standort gibt, wurde nicht mitgeteilt.

Drehscheibe in der Region Ost

Mit dem neuen Logistikzentrum hat die Erzeugergemeinschaft Landgard eine neue Drehscheibe in der Region Ost geschaffen. Dafür wurden die beiden bisherigen Standorte in Chemnitz und Dresden mit rund 4.000 Quadratmetern zusammengelegt. Dort arbeiteten knapp 125 Mitarbeiter. Sie sind dem Bericht zufolge fast alle mit nach Berbersdorf gekommen.

Hier sollen zusätzlich 30 bis 40 neue Stellen entstehen. An den bisherigen Standorten bleiben die Cash & Carry bestehen.

Produkte von regionalen Erzeugern

Neben Mitarbeitern aus der Region setzt Landgard im Striegistal vor allem auf Produkte von regionalen Erzeugern. So waren zahlreiche Kisten mit Gurken aus Sachsen die ersten Produkte im neuen Logistikzentrum. „Unsere Kernprodukte sind ostdeutsche Freilandprodukte, deutsche Erdbeeren, Spargel aus Brandenburg oder Thüringen“, zitiert die Zeitung Landgard-Geschäftsführer Jens Pawlik. Rund 130 Erzeuger gebe es in Ostdeutschland.

Aber auch in anderen Ländern hat Landgard Produzenten, deren Ware zukünftig bis nach Berbersdorf gebracht wird. Steinobst sowie Zitrusfrüchte kommen beispielsweise aus Spanien.

Im Aufwind ist der Markt in China. Rund 15 Prozent beträgt Pawlik zufolge der Anteil an Waren aus Asien. Angebaut werden dort Honigpomelos, Ingwer sowie Nashi-Birnen. „Ab Rotterdam übernehmen wir“, so Pawlik.

Anbindung mit Autobahn-Anschlüssen

Knapp elf Millionen Euro hat Landgard in den Neubau investiert. Die Ortswahl hatte vor allem geografische Gründe. Über die Nähe zur Autobahn 4 ist das Logistikzentrum auch an die Autobahnen 14, 13 sowie 72 und 17 angebunden. Günstig sei der Standort zudem für den Umzug der Mitarbeiter aus Chemnitz und Dresden gewesen, betonte Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG.

Nach erster Kontaktaufnahme zur Gemeinde Berbersdorf vor zehn Jahren erfolgte der Spatenstich für den Bau am 15. November 2016. Im Januar und Februar musste laut Fabian Stratmann, Projektleiter von List Bau Bielefeld, der Bau aufgrund der Witterung für sechs Wochen ruhen. Gut die Hälfte der verlorenen Zeit konnte jedoch aufgeholt werden.

Großhalle ohne Regalsystem

Kennzeichnend für das Logistikzentrum ist die große, nahezu leerstehende Halle. Ein Regalsystem werde nicht installiert, so Clemens Eng, technischer Leiter bei Landgard. Das Zentrum bietet den Angaben zufolge Platz für rund 7.000 bis 8.000 Paletten Obst und Gemüse pro Tag.

An den Altstandorten Chemnitz und Dresden gab es nur eine Stelle für den Ein- und Ausgang. Die Ware musste vor der Weiterverarbeitung zwischengelagert werden. In der neuen Halle sind demgegenüber Warenein- und -ausgang getrennt, ein Durchlauf ist möglich. 30 von insgesamt 36 Andockstationen sind installiert. Es besteht also noch Kapazität zur Erweiterung.

Hier kommen Sie zur Website von Landgard: www.landgard.de

Auf der Homepage der Gemeinde Striegistal finden Sie den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet: www.striegistal.de/wirtschaft/gewerbegebiet-und-gewerbeflaechen

Autor: Franz Höllriegel