31.01.2019

Batterien: Siemens startet Herstellung in Norwegen

Mobilität braucht Batterien. Das ist an Land so, und auf dem Wasser nicht anders. Siemens will letzteren Markt verstärkt angehen. Der Hersteller nimmt In Norwegen die Produktion für den Marine- und Offshoremarkt auf. Batteriehersteller Aentron, Gilching, stellt Batterien in Deutschland her.

Siemens startet Batterieherstellung in Norwegen

Batteriemodule für den Marine- und Offshoremarkt

In Trondheim will Siemens pro Schicht täglich 55 Batteriemodule für den Marine- und Offshoremarkt montieren. Dazu eröffnet der Konzern hier eine der eigenen Angaben zufolge fortschrittlichsten und robotergestützten Batteriemodulfabriken weltweit. Bjørn Einar Brath, Leiter Offshore Solutions bei Siemens, attestiert diesem Markt deutliches Wachstum. Aus diesem Grund habe man stark in die Entwicklung sicherer und zuverlässiger Batterielösungen investiert, zitiert ihn eine Pressemitteilung seines Unternehmens.

300 Megawattstunden aus acht Roboterstationen

Die Fabrik umfasst demzufolge eine robotisierte und digitalisierte Produktionslinie mit acht Roboterstationen und einer Kapazität von bis zu 300 Megawattstunden (MWh) pro Jahr.

Vom Auspacken der eingehenden Produktionsteile bis zur Prüfung des fertigen Batteriemoduls läuft die Montage komplett automatisiert ab. Eine Batterie besteht aus neun Batteriemodulen. Jedes Modul setzt sich aus 28 Batteriezellen zusammen.

Hier kommen Sie zur Siemens-Website Marine solutions form Siemens.

Siemens setzt auf maritime Batteriesysteme

Bislang waren norwegische Unternehmen führend bei der Elektrifizierung des Schiffsverkehrs. Mit der globalen Entscheidung, stark in maritime Batteriesysteme zu investieren, wächst das Interesse an Siemens auf dem internationalen Markt. Auch außerhalb Norwegens sieht Brath ein großes Interesse an solchen Lösungen.

„Die neue Batteriefabrik wird also vor allem einen internationalen Markt bedienen“, ist sich Brath sicher.
Norwegen spielt eine Vorreiterrolle in der Elektrifizierung. In Trondheim gibt es zudem ein weites Technologie- und Produktionsumfeld für elektrische Lösungen in Schiffen und Offshore-Anwendungen. Deswegen sei die Wahl des Standorts auf Trondheim gefallen.

Elektro- und Hybridlösungen aus Trondheim

„In Trondheim haben wir uns in den vergangenen Jahren ein Kompetenzzentrum für Elektro- und Hybridlösungen aufgebaut. Dieses hat die globale Unternehmensführung so sehr beeindruckt, dass wir nun für die Entwicklung neuer Batteriesysteme verantwortlich sind“, sagt Anne Marit Panengstuen, CEO bei Siemens AS.
Die Nähe zu ambitionierten Kunden im norwegischen maritimen Umfeld sowie die Offensive der Politik für emissionsarme Lösungen haben Siemens ebenfalls bestärkt.

Großes Elektrifizierungspotenzial

Bisher wurde der Markt weitgehend von Elektrofähren angetrieben. Weitere Einsatzfelder mit großem Potenzial für die Zukunft identifiziert Siemens bei Fischerbooten, Arbeitsschiffen für die Aquakultur und Offshore-Anlagen. So erhielt die Fabrik vor kurzem ihren ersten Auftrag zur Montage von Batterien für den Einsatz auf einer Bohrinsel.

West Mira, eine Bohrinsel des internationalen Bohrunternehmers Northern Drilling, soll die weltweit erste Bohranlage sein, die mit einer modernen Batterielösung betrieben wird. Für eine solche Bohranlage schätzt man bei Siemens, dass eine Batterielösung diese Werte senken kann:

  • den jährlichen Kraftstoffverbrauch um zwölf Prozent
  • die jährlichen Kohlenstoffdioxid-Emissionen um fünfzehn Prozent
  • die jährlichen Stickoxide-Emissionen um zwölf Prozent reduzieren

Aentron stellt in Deutschland Batterien für Schiffe her

Die Aentron GmbH mit Sitz in Gilching bei München ist ebenfalls auf dem Markt für maritime Anwendungen aktiv. Das Unternehmen entwickelt und produziert hier hochwertige Lithium-Ionen-Batterien. Sie werden sowohl für industrielle als auch private Anwendungen verwendet.

Diese Einsatzbereiche gibt es:

  • E-Maritime mit Antrieben für Schiffe, vom Fahrgastschiff bis zum privaten Elektromotorboot
  • E-Building von Heimspeichersystemen bis hin zu industriellen Großspeichern
  • E-Mobility mit Kühlfahrzeugen, Gabelstaplern, fahrerlosen Transportsystemen etc.
  • E-Industry mit z. B. mobilen Pumpensystemen oder Robotern

Die Systeme sind laut Unternehmensangaben so konzipiert, dass sie anspruchsvollen Bedingungen sowohl an Land als auch auf See standhalten.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)