09.05.2018

Bahn-Wettbewerber legen im Güterverkehr auf der Schiene zu

Wie sich die Zeiten ändern – auch auf der Schiene. 2012 wurden im Güterverkehr auf der Schiene ca. 70 Prozent der Verkehrsleistung durch die bundeseigenen Verkehrsunternehmen erbracht. 2016 waren es nur noch 54 Prozent. Die Wettbewerber der Bahn legten kräftig zu.

Laut Jahresbericht der Bundesnetzagentur 2017 ist der Güterverkehr auf der Schiene leicht angestiegen.

Transportleistung auf der Schiene leicht angestiegen

Im Güterverkehr auf der Schiene ist die Transportleistung 2016 um fünf auf 126 Milliarden Tonnenkilometer leicht angestiegen. Das geht aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht der Bundesnetzagentur für das Jahr 2017 hervor. Gestiegen ist demnach ebenfalls der Anteil der Wettbewerber der Deutschen Bahn: um fünf Prozentpunkte auf 46 Prozent 2016.

Die Verkehrsleistung im Schienenpersonennahverkehr hat sich ebenfalls etwas erhöht: um eine Milliarde Personenkilometer auf 56 Milliarden Personenkilometer im Jahr 2016. Auch der Marktanteil der Wettbewerber hat sich in diesem Bereich positiv entwickelt. Während 2015 die Deutsche Bahn etwa 78 Prozent der Leistung erbracht hat, erreichte sie im Jahr 2016 noch ca. 74 Prozent. Im Fernverkehr hingegen liegt der Anteil der Deutschen Bahn bei 99 Prozent.

Güterverkehr auf der Schiene legt weiter zu

Der Wachstumstrend des Umsatzes im Eisenbahnmarkt setzte sich weiter fort. Der Umsatzzuwachs von 2015 auf das Jahr 2016 betrug den Angaben zufolge etwas mehr als fünf Prozent. Insgesamt wurde von den Eisenbahnverkehrsunternehmen im Jahr 2016 ein Umsatz in Höhe von 20,1 Milliarden Euro erzielt. Der Umsatz stieg im Güterverkehr auf der Schiene von 5,2 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro an.

Im Personennahverkehr auf der Schiene nahm der Umsatz von 10,1 Milliarden auf 10,5 Milliarden Euro zu. Eine leichte Steigerung des Umsatzes gab es auch im Personenfernverkehr auf der Schiene von 3,9 auf vier Milliarden Euro.

Entgelte ohne Diskriminierung

Nach Ansicht der Eisenbahnverkehrsunternehmen hat sich die Situation im Schienenverkehrsmarkt in den von der Bundesnetzagentur regulierten Bereichen „Diskriminierungsfreiheit Entgeltsysteme“ und „Preis-Leistungs-Verhältnis“ der Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) geringfügig verbessert.

Positive Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab es unter anderem auch bei den Bewertungen in den Kategorien „Tarif und Vertrieb“ sowie „Verfügbarkeit von Betriebsmitteln“.

Trassenentgelte gestiegen

In den Jahren von 2012 bis 2017 hat sich der Verbraucherpreisindex  um etwa fünf Prozent erhöht. Im selben Zeitraum stiegen die Trassenentgelte im Güterverkehr auf der Schiene um mehr als zwölf Prozent. Im Schienenpersonennahverkehr sind die Preise um mehr als 13 Prozent angestiegen und im Schienenpersonenfernverkehr sogar um mehr als 16 Prozent. Der Erzeugerpreisindex für gewerbliche Produkte fiel dagegen im selben Zeitraum um  etwas mehr als zwei Prozent.

Bundesnetzagentur: seit 20 Jahren Verantwortung für Netze

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: „Moderne und leistungsfähige Infrastrukturen sind für die Zukunft unseres Wohlstandes unverzichtbar.“

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Jahresbericht 2017 der Bundesnetzagentur

Hier kommen Sie zur Homepage der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen: www.bundesnetzagentur.de
Deren Jahresbericht 2017 können Sie hier als PDF herunterladen: Jahresbericht 2017.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)