16.10.2020

B2B Suite: IT bindet Endkunden in Bestellprozess ein

Endkunden für den Bestellprozess anbinden – für gängige Shopsysteme der ITK-Branche lange ein zentrales Problem. Egal welche Anpassungen, den Ansprüchen von Systemhäusern werden solche Shopsysteme nicht gerecht. In die Lücke stieß ITscope – und zieht jetzt positive Bilanz.

B2B Suite

Eine Plattform für verschiedene Bedarfe

Für ITscope stand fest: eine eCommerce-Lösung musste her, die alle Parteien auf einer Plattform abbildet:

  • Endkunden
  • Systemhaus
  • Distribution

Im August 2018 machte sich das Karlsruher Unternehmen an die Arbeit. Das Ergebnis: die „B2B Suite“. Jetzt feiert sie zweijährigen Geburtstag – und zieht positive Bilanz. Vorausgegangen waren Gespräche mit vielen Systemhäusern. Deren Fazit damals:

  • die Ausgangssituationen unterscheiden sich,
  • alle stoßen auf ähnliche Herausforderungen, Endkunden bestmöglich für den Bestellprozess anzubinden.
  • Gängige Shopsysteme sind für die Anforderungen der ITK-Branche kaum geeignet: egal welche Anpassungen, den Ansprüchen von Systemhäusern an eine integrierte Lösung wird ein solches Shopsystem nicht gerecht.

Grundstein für die „B2B Suite“

Was damals noch eine vielversprechende Idee war, ist zwei Jahre später 2020 das Ergebnis der Entwicklungen und seither erfolgreiche Realität. Die „B2B Suite“ erfüllt laut Pressemitteilung von ITscope Anforderungen kleiner und mittelständischer Systemhäuser wie großer IT-Dienstleister, um Endkunden aus der Industrie ein individuelles eProcurement Portal aus der Cloud bereitzustellen. Insbesondere den Prozess der Anbindung an Procurement-Systeme von Industriekunden, der in den letzten beiden Jahren perfektioniert wurde, erleichtere die „B2B Suite“.

Über PunchOut aus dem SAP-System in die „B2B Suite“

Im Fall eines Betreibers wurde die „B2B Suite“ via PunchOut an das SAP-System des Industriekunden angebunden. Der Bestellvorgang aus dem eigenen SAP-System aus Sicht des Kunden:

  • Einloggen direkt aus SAP per PunchOut in die „B2B Suite“,
  • Befüllen des Warenkorbs,
  • Dessen automatische Übertragung in SAP,
  • Dort Bestellung im Kundensystem,
  • Übernahme der Bestelldaten zurück in die „B2B Suite“,
  • Fortführung des Bestellprozesses in Richtung Distributoren mittels Bestellautomation.

In diesem Fall konnten nach zwei Monaten Umsetzungsdauer die ersten Bestellungen aus dem SAP-System des Kunden über die Schnittstelle vollautomatisiert übertragen werden. Vorteil aus Sicht des Systemhauses: alles bleibt in der gewohnten Systemlandschaft bestehen. Aufsetzen neuer oder zusätzlicher Systeme entfällt.

Insbesondere im Bereich der öffentlichen Verwaltung ist eine PunchOut-Anbindung ein häufiger Standard und für Systemhäuser Pflicht, um diese Kunden betreuen zu können. Dem Betreiber selbst gelingt dank PunchOut die Digitalisierung der Vertriebsprozesse und somit eine deutliche Zeitersparnis bei der Abwicklung von Standard-Kundenaufträgen.

Hinsichtlich der Abbildung von Freigabeprozessen wurde die „B2B Suite“ angepasst durch:

  • Bestellfreigabe
  • Limits mit Berechtigungssystem.

Damit besteht auf Seiten von Industriekunden die Möglichkeit, den Einkauf hierarchisch mit Gruppenberechtigungen und Bestelllimits abzubilden. Firmeninterne Freigabeprozesse sind damit berücksichtigt und in das Tagesgeschäft eingebaut. Die „B2B Suite“ ist neben Deutsch und Englisch auch auf Französisch, Italienisch, Polnisch und Niederländisch verfügbar.

Digitale Vertriebslösung

Distributorenshopsysteme, bekannte B2C-Shopsysteme, proprietäre Lösungen oder Excel-Sheet sind bei vielen Systemhäusern und IT-Dienstleistern gängige Praxis. Allerdings sind sie unflexibel, aufwendig und decken nicht sämtliche Anforderungen ab.

Die kundenseitig erwartete Datenaktualität kann bei der Excel Sheet-Variante bei wenigen Vertragsartikeln mit langfristig verhandelten Preisen noch aufrechterhalten werden. Spätestens beim Ausloten von Cross- und Upselling-Potenzialen kommt diese Lösung dann aber an ihre Grenzen.

Demgegenüber soll die „B2B Suite“ eine umfangreiche technische Basis bieten, die alle relevanten Handelsprozesse im Systemhausgeschäft abdeckt, u.a. mit:

  • Distributionsanbindungen,
  • Schnittstellen zu ERP-Systemen der Branche,
  • Abbildung von Procurement-Prozessen,
  • Integration von Experten-Content,
  • Automation einschließlich Statusmeldungen zur Bestellung und Belegaustausch, elektronische Übermittlung von Seriennummern, Lieferscheinen und Rechnungen.

Akzeptanz in der Branche

Den Angaben zufolge haben sich derzeit rund 50 Systemhäuser und IT-Dienstleister in den letzten zwei Jahren für den Einsatz der „B2B Suite“ entschieden. Die Anforderungen an die Lösung, die sich im Laufe der Zeit entwickelten, könnten kaum vielfältiger kaum sein.

Für einen Kunden wurde eine Single-Sign-On-Lösung für eine nahtlose Integration in ein existierendes Portal realisiert, für einen anderen die Integration von Katalogen aus dem Elektro-Bereich oder die Realisierung von Standards wie BMEcat. Ein Leasingportal wurde gewünscht und habe mit der „B2B Suite“ umgesetzt werden können, sowie ein Mitarbeiter-Incentive-Portal. Zudem beschäftige die Anbindung kommunaler oder öffentlicher Einrichtungen viele Systemhäuser.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)