18.01.2018

Ausland kauft kräftig IKT-Technik in Deutschland ein

Deutschland läuft von einem Exportrekord zum anderen. Was dabei oft unterschätzt wird, sind die deutschen Produkte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Sie genießen bei Einkäufern im Ausland immer größeres Ansehen. Allein in den ersten drei Quartalen 2017 legten deren Einkäufe aus dem Ausland um neun Prozent zu.

IKT-Technik

Deutsche IKT-Technik hat an Dynamik gewonnen

Der Handel mit Geräten und Ausrüstung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) sowie der Unterhaltungselektronik hat 2017 stark an Dynamik gewonnen. Einer Mitteilung des Branchenverbandss Bitkom zufolge nahmen allein zwischen Januar und September 2017 die Exporte deutscher IKT-Produkte um neun Prozent auf 27,5 Milliarden Euro zu.

Besonders kräftig stieg demnach die Nachfrage nach deutscher IT-Hardware mit einem Plus von 20 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Die Ausfuhr von Unterhaltungselektronik wuchs um drei Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Importe ausländischer IKT-Waren wuchsen ebenfalls kräftig um elf Prozent auf 44,9 Milliarden Euro.

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Daten des Statistischen Bundesamts zur IKT-Technik

Bitkom beruft sich bei seinen Angaben auf neueste Daten des Statistischen Bundesamts.

„Das Jahr 2017 hat gezeigt, welche Potenziale die Digitalisierung und damit verbundene Investitionen in digitale Technologien freisetzen können“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

In der Bitkom-Branche stünden die Zeichen bei Umsatz und Beschäftigung weiter klar auf Wachstum. Dafür sei das Auslandsgeschäft ein entscheidender Faktor.

Wichtigste Exportländer für deutsche ITK-Produkte sind die europäischen Nachbarn:

  • Tschechische Republik mit einem kräftigen Plus von 51 Prozent auf 2,32 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen 2017
  • Polen (2,29 Milliarden, plus 21 Prozent)
  • Vereinigtes Königreich (2,26 Milliarden Euro, plus 14 Prozent).

Großbritannien trotz Brexit wichtiger IT-Einkäufer

„Ungeachtet des Brexit-Votums zählt das Vereinigte Königreich weiter zu den Top-3-Exportländern“, sagt Berg. Einziger nichteuropäischer Vertreter unter den zehn wichtigsten Exportländern sind die USA mit einem Volumen von 1,44 Milliarden Euro. Es legte vier Prozent zu.

Importe: Bei den Importen führt China mit weitem Abstand. Zwischen Januar und September 2017 wurden aus der Volksrepublik Waren im Wert von 20,58 Milliarden Euro eingeführt. Das entspricht einem Anstieg von elf Prozent.

Dahinter folgen die Niederlande (2,53 Milliarden, minus 5 Prozent) und abermals die Tschechische Republik (2,50 Milliarden, plus 26 Prozent). Den größten Zuwachs unter den Top-10-Importländern verzeichnet Südkorea mit einem Plus von 94 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro.

Sondierungen von CDU/CSU und SPD

Zum Abschluss der Sondierungen von CDU/CSU und SPD hat der Digitalverband eine seiner Ansicht nach „fehlende Entschlossenheit bei digitalpolitischen Themen“ kritisiert. „Wir begrüßen, dass die Sondierungspartner in der Präambel ihres Abschlussdokuments erklären, den digitalen Wandel von Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft für alle Menschen positiv gestalten zu wollen“, so Berg.

Umso mehr sei man „verwundert, dass die Sondierer in ihren Verabredungen zur Digitalpolitik nur Stückwerk liefern“. Deutschland müsse in den kommenden Jahren alles auf die digitale Karte setzen. Die Politik dürfe die Entwicklung einer Strategie für das digitale Zeitalter nicht aus den Augen verlieren.

Berg: „Die Digitalisierung ist Deutschlands Schicksalsfrage. An ihr entscheidet sich, ob wir unseren auch im weltweiten Maßstab einzigartigen Wohlstand erhalten, Vollbeschäftigung sichern und sozialen Zusammenhalt stärken können.“

Digitalisierung und IT-Export

Beim Thema Digitalisierung seien die bisherigen Vereinbarungen zu dünn, teils gingen sie in die falsche Richtung. So werde die Digitalisierung in eine Reihe gestellt mit Herausforderungen wie Globalisierung, Klimawandel und abnehmendem gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Union und SPD müssten hier nachlegen und starke digitale Akzente setzen. Der Erfolg deutscher IT-Produkte bei Einkäufern im Ausland könnte hierfür ein zusätzlicher Antrieb sein.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)