22.08.2017

Wie sie Fake-News erkennen! Und Ihr Rathaus davor schützen

Fake-News sind in aller Munde. Egal ob Trump, Putin oder die AfD: Nie zuvor wurde so viel über falsche Nachrichten und scheinbar unsaubere Nachrichten geschrieben und gesprochen wie in dieser Zeit. Fake-News lösen Staatskrisen aus, schockieren Menschen und werden immer in der Regel zuerst auch ernst genommen. Was früher eine „Zeitungsente“ war, hat mit dem, was heute unter Fake-News firmiert, nur noch wenig zu tun. Wie Sie Fake-News erkennen und sich und Ihr Rathaus davor schützen, erfahren Sie hier.

Sprechblase

Fake-News haben es, gerade mit der Wahl von Donald Trump, auf die Agenda der politischen Kommunikation geschafft: Immer wieder hören und lesen wir von Nachrichten, die von Regierungen, politischen Kampagnenmachern oder investigativen NGOs veröffentlich, lanciert oder strategischen (un)klug eingesetzt werden. Doch was sind Fake-News, und wie erkennen wir sie in der Kommune?

Selbst denken!

Grundsätzlich gilt: Immer selbst denken! Das soll nicht heißen, dass Sie „Ihren Kopf einschalten“ sollen, sondern dass Sie sich immer die Fragen stellen: Möchte hier jemand, dass ich etwas in seinem oder ihrem Sinne denke und dann eventuell danach handle? Wenn Trump, wie nach den schrecklichen Ereignissen in Charlottesville, davon redet, dass „jede Form des Extremismus von allen Seiten“ zu verurteilen sei, tendieren wir natürlich dazu, diese Einschätzung zu unterstützen. Auch wenn damit, wie in diesem Fall, intendiert wird, rechte Gewalt zu verharmlosen und zu relativieren.

Fake-News erkennen

Besonders bei Terroranschlägen tauchen immer wieder in sozialen Netzwerken scheinbar aktuelle Bilder auf. Schnell wird klar, dass es sich hierbei nicht um Augenzeugenfotos handelt, sondern um Nachrichten, die an die Öffentlichkeit dringen, um Verwirrung zu stiften oder, in weit schlimmeren Fällen, Menschen bewusst in Angst und Schrecken zu versetzen. Grundsätzlich gilt: Misstrauen Sie nach Terrorattacken und anderen Katastrophen Bildern, die in Sekundenschnelle nach dem Ereignis in die digitale Welt gelangen und deren Quelle oft nicht nachvollzogen werden kann, denn zumeist handelt es sich um verbreitete Fotos, die „über Dritte“ an Sie gelangen und sich damit jeder Prüfung entziehen.

Bleiben Sie kritisch!

Hinter jeder Nachricht steht in den seriösen Medien ein gut recherchierter Faktencheck. Misstrauen Sie also Informationen, die durch scheinbare „Authentizität“ den Eindruck von Glaubwürdigkeit erzeugen sollen. Dahinter steht die perfide Annahme, dass Menschen Informationen dann als besonders glaubhaft annehmen, wenn sie von Freunden oder der Familie kommen. Bleiben Sie bei weitergeleiteten Nachrichten also auch dann kritisch, wenn sie von Freunden kommen.

Fake-News stellen die politische Öffentlichkeit vor neue Herausforderungen, die durch ein paar einfache Tricks überwunden werden können; auch in Ihrem Rathaus.

Quellen/Literaturtipps

http://www.ard.de/home/ard/23116/index.html?q=fakten+statt+fake+news

Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2017

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)