18.01.2019

Von Fahrverboten und Feinstaub

Die Abgasaffäre wird uns auch 2019 weiter beschäftigen. Um was es dabei – neben dem Kampf um die Vorherrschaft der deutschen Autoindustrie auf dem Weltmarkt – auch geht, ist die Umwelt.

Zuständigkeit Verkehrswesen Feuerwehr Technisches Hilfswerk

Am 15. Februar 1959 gab es erstmals Geschwindigkeitskontrollen mit Radargeräten. Vor 60 Jahren. Am 17. Januar 1979 kam es in Nordrhein-Westfalen zum ersten Smog-Alarm der Bundesrepublik. Vor 40 Jahren. Und am 14. Januar 2009 – vor genau 10 Jahren – wurde die sogenannte „Abwrackprämie“ für Autos beschlossen. Was diese Ereignisse gemeinsam haben? Alle drei Maßnahmen holen uns ein und finden sich in der aktuellen Diskussion rund um Dieselfahrzeuge, Feinstaub und Fahrverbote wieder. Es ist müßig. Es ist zäh und kompliziert. Doch was können einzelne Kommunen konkret und schnell tun, um die Feinstaubbelastung ihrer Luft zu vermindern? Hier zwei Vorschläge.

Straßen waschen statt kehren

Stuttgart hat es vorgemacht: Da Feinstaub, der sich auf Straßen abgelagert hat, durch Autos und Kehrmaschinen aufgewirbelt wird, hat die Stadt Stuttgart in einem Pilotprojekt im Frühling 2017 die Gegend rund um das stark durch Feinstaub belastete Gebiet am Neckartor fünf Wochen lang nachts mit Spezialfahrzeugen abgewaschen. Durch die so deutlich sauberere Straße sank die Feinstaubbelastung im betroffenen Gebiet. Einfach, aber effektiv.

Geschwindigkeit begrenzen und Verkehr zum Fließen bringen

„Geringere Geschwindigkeiten führen grundsätzlich zu einer Reduktion der Abgasemissionen und des Staubs aus Abrieb und Aufwirbelung. Temporeduktionen wirken sich besonders positiv aus, wenn der Verkehr dadurch fließender verläuft. Durch weniger Beschleunigungs- und Bremsmanöver werden sowohl Verbrauch und Emissionen als auch Abrieb und Aufwirbelung vermindert“, so das österreichische Umweltbundesamt. Übersetzt bedeutet das nun für Sie in Ihrer Kommune, dass es durchaus sinnvoll ist, die „grüne Welle“ auf Hauptverkehrsstraßen einzuführen, um das Abbremsen und Anfahren zu vermindern, sowie nachts Ampeln an gefahrlosen Stellen abzuschalten. Und dass es endlich eine verbindliche Höchstgeschwindigkeit auch auf deutschen Autobahnen braucht, davon will ich an dieser Stelle gar nicht reden.

Fazit: Straßen waschen und „grüne Welle“. Zwei Ideen für bessere Luft in 2019.

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)