23.03.2022

Urbane Räume sind vom Klimawandel besonders betroffen

Klimarisiken steigen für Ökosysteme und Menschen weltweit rapide, wie die Ergebnisse aus dem aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) zeigen. Besonders betroffen sind dabei die Kommunen. Nur ein konsequenter Klimaschutz könne diese Risiken verringern.

straßenrechtliche Widmung verkehrsrechtliche Anordnung

Der Bericht verzeichnet die drohenden Auswirkungen der Klimakrise, die Folgen für Ökosysteme und Menschen weltweit sind schon jetzt sichtbar. Eine Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen ist nicht erkennbar, ganz im Gegenteil, sie steigen weiter. Ereignisse der letzten Jahre, wie die heißen und trockenen Sommer in Deutschland oder die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 seien nur Vorboten des Klimawandels. Auch eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad Celsius reiche nicht aus. Denn diese Ereignisse werden künftig häufiger auftreten und belasten Menschen und Ökosysteme immer mehr.

Der Bericht des Weltklimarats beschreibt zudem schleichende Nebenauswirkungen des Klimawandels, die aber ebenso gravierende Auswirkungen haben. Besonders vorbelastete Ökosysteme reagieren empfindlich und neben neuen Schädlingen und Pflanzenkrankheiten leide auch die Wasserqualität unter dem Temperaturanstieg. Flora und Fauna passen sich nur sehr langsam an ein verändertes Umfeld an und werden daher stark beeinträchtigt. Letztlich sei die biologische Vielfalt damit einer der größten Verlierer der Klimakrise.

Das Bundesumweltministerium (BMUV) und das Umweltbundesamt setzen daher auf eine vorsorgende Klimaanpassungspolitik. In diesem Rahmen müssten die entsprechenden rechtlichen Grundlagen besser aufgestellt werden und zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Mehr Aufmerksamkeit verdienten insbesondere naturbasierte Lösungen wie die Wiedervernässung von Mooren oder die Aufforstung nachhaltiger Wälder, alles Instrumente, um die Umwelt- und Lebensqualität in Deutschland zu verbessern. Die aktuelle Umweltbewusstseinsstudie des Bundesumweltministeriums und des UBA zeigt zudem, dass die Klimaanpassung auch ein dringender Wunsch der Menschen ist. Mehr als 90 Prozent der Befragten wünschen dringende Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) sieht in dem Bericht vor allem ein Zeichen für den immensen Handlungsdruck, unter den der Klimawandel die Länder setzt. Die Gefährdungslage für Menschen und Umwelt sei weltweit sehr hoch, aber gerade auch die Kommunen sind besonders stark von Extremwetterereignissen wie Sturm, Starkregen oder Dürre betroffen. Hier sei vor allem Vorsorge von Bedeutung, um je nach lokalen Gegebenheiten schlimmere Katastrophen von vornherein zu vermeiden.

Unterstützung erfahren die Kommunen zum einen von den Landesregierungen, die entsprechende Vorhaben, wie kommunale Risikoabschätzungen, z.B. die Erstellung von Starkregengefahrenkarten, fördern. Auf Bundesebene unterstützen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt die Kommunen mit einem Förderprogramm. Mit dem DAS-Förderprogramm (Deutsche Anpassungsstrategie) werden bereits seit 2008 Projekte vor Ort unterstützt, die der Klimaanpassung dienen. Seit 2021 ist das DAS-Förderprogramm auf den Aufbau eines systematischen Anpassungsmanagements in den Kommunen ausgerichtet. Die Kommunen benennen ihre eigenen Klimaanpassungsmanager und -managerinnen und gefördert werden insbesondere innovative Modellprojekte. Auf der Agenda steht zudem die Anpassung sozialer Einrichtungen an den Klimawandel, wie zum Beispiel Kindertagesstätten oder Alten- und Pflegeheime. Kommunalvertreter können sich weiterbilden im „Zentrum KlimaAnpassung“, einer Einrichtung des Bundes, die Expertenseminare anbietet. Eine weitere Adresse für Kommunen ist die Wissensplattform für Klimaanpassung, das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (Kom-Pass). Besonders innovative kommunale Klimaanpassungsprojekte mit Nachahmungscharakter werden vom BMUV und vom Umweltbundesamt mit dem Bundespreis „Blauer Kompass“ gewürdigt.

Autor*in: Andrea (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)